Reportage: SRS MDA: Das Tonsystem der Zukunft
Wie viele Kanäle wird Filmton in Zukunft haben? Ganz egal, sagt Alan Kraemer von SRS – und führt vor, was er damit meint.
Fast wirkt Alan Kraemer ein wenig enttäuscht: "Das kann ich Ihnen jetzt nicht vorführen wie sonst", sagt er, "Sie wissen ja schon zu viel." Der Entwicklungschef von SRS Labs hat sich nämlich einen Spaß daraus gemacht, Besucher in seinem Advanced Rendering Lab die Anzahl der jeweils aktiven Lautsprecher erraten zu lassen. Und dabei beginnt er mit Stereo, was kaum jemand erkennt. Aber natürlich spricht sich das irgendwann herum, und so spart er sich das, als audiovision seiner Firma in Kalifornien einen Besuch abstattet.
Das neue Labor ist der ganze Stolz von SRS und gleichzeitig Entwicklungsstätte für etwas, woraus sich das Tonsystem der Zukunft entwickeln könnte. Dabei fristet die Company in Santa Ana, wenige Meilen südlich von Los Angeles, ein Schattendasein unter dem Radar von Audiophilen und Sound-Enthusiasten. Zwar findet man das Logo mit den Schwüngen auf nahezu jedem TV-Schirm und auch auf vielen Boom-Boxen, doch mit Filmton werden die SRS-Entwicklungen nur selten in Verbindung gebracht.
Das System Circle Cinema 3D von SRS wird Anfang 2012 in Soundbars
und ähnlichen Systemen zu finden sein.
Eine Sprache erfinden
Dabei hat die Firma mit dem legendären Circle-Surround-Decoder Mitte der 90er-Jahre durchaus für Aufsehen und Aufhören gesorgt, lange bevor andere Firmen die Virtualisierung von Surround entdeckten. Und mehr als 300 Partner verkaufen Produkte mit SRS-Lizenzen, rund 150 Patente lauten auf die Firma, darunter allein 18, die auf das Konto von Alan Kraemer gehen. Aber das, was Dolby oder DTS machen, interessiert ihn kaum: "Ein Codec ist wie ein Kabel", sagt Kraemer, "es sollte hinten das rauskommen, was man vorne reinsteckt."
In seinem Advanced Rendering Lab geht es den SRS-Entwicklern um etwas ganz anderes: Sie arbeiten an einer Sprache, die beschreibt, wie Töne im Raum angeordnet sind. Das ist vor allem für die Filmproduktion wesentlich, da hier jedes Klangereignis separat aufgenommen und später im Mischstudio an einen bestimmten Ort platziert wird. Ein Motorgeräusch zum Beispiel kommt aus zwölf Metern Enfernung von halbrechts und bewegt sich dann im Halbkreis um den Hörer herum, ein Hund bellt acht Meter weit weg, während der Schrei eines Vogels von weit weg, aber von oben kommt.
Bisher muss der Tonmeister, der auch in Hollywood diese Berufsbezeichnung führt, das Geräusch geschickt auf mehrere Kanäle verteilen und mit gewissen Effekten versehen, sodass das Ergebnis akustisch stimmt. Das soll in Zukunft ein Computerprogramm übernehmen, so wie es hinten im Raum auf einem Sandybridge-PC läuft.
Dabei ist die Anzahl der Kanäle beziehungsweise Boxen nicht mehr relevant – oder anders als bisher. Kraemer: "Lautsprecher sind wie Pixel. Je mehr man davon hat, umso exakter kann man ein Schallereignis nachbilden." Das heißt aber keineswegs, dass er die 22.2-Anlage in seinem Labor als Mindestausstattung ansieht, im Gegenteil.
Im Advance Rendering Lab bei SRS kann man eine Ahnung davon bekommen,
wie dreidimensionales Audio klingen wird.
Das MDA-System beschreibt für jedes Klang-ereignis
eine genaue Position in Richtung und Entfernung.
Zusatzinformation: Das ist SRS Labs
Die Firma SRS Labs entstand durch eine Auslagerung aus dem Hughes-Konzern, der sich in den 70er- und 80er-Jahren nach Luft- und Raumfahrt zusätzlich um Telekommunikation kümmerte. Die Abkürzung stammt von "Sound Retrieval System", also einem Verfahren zur Wiederherstellung der Original-Tonqualität bei Übertragung per Satellit.
Im Jahr 1992 wurde eine neue Unternehmensstrategie beschlossen, die eine Konzentrierung auf den Kernbereich von Hughes vorsah. Der damalige Präsident soll nach einem Besuch in der Abteilung gesagt haben, dass er das System zwar gerne im Wohnzimmer hätte – die Firma aber für die Weiterentwicklung kein Geld aufbringen könnte. So übernahmen einige Mitarbeiter das Audio-Lab von Hughes und gründeten 1993 SRS Labs. Drei Jahre später ging die Firma an die Börse. Zu den bekanntesten Produkten aus dem Hause SRS gehören "Circle Surround", "SRS Wow", "TruSurround" und "TruVolume", die heute nach eigenen Angaben bei 19 der 20 größten TV-Gerätehersteller zu finden sind. SRS beschäftigt sich nur mit Tonverfahren zur Optimierung der Wiedergabe, nicht mit Tonnormen zur Übertragung. Die Entwicklungen werden an Hersteller lizensiert.

Die SRS Labs sind angesiedelt in Santa Ana südlich von Los Angeles.


Da die Texteinblendungen in "Der ganz normale Wahnsinn" eine wichtige Rolle spielen und sie obendrein via Animation ins Bild geschrieben werden, entschied sich Anbieter Tobis, zwei Film-Versionen auf die Blu-ray zu packen: eine mit englischer (Bild Mitte), eine mit deutscher Schriftanimation (Bild unten). Der Kunde kann wählen (Bild oben).

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Am 11. April titelte das Handelsblatt vom "Burn-out einer Ikone", womit Sony gemeint war, und die Financial Times Deutschland meldete: "Japan-Elektronik wird zum Auslaufmodell". Anfang April überschlugen sich in der Tat die Nachrichten, die eine Zeitenwende in der TV-Branche ankündigen:



Zum günstigen Preis projiziert der Acer H 9500 BD extrem helle und kontrastreiche Bilder, leistet sich aber auch kleine Schwächen.
Samsung hat seine LED-Oberklasse überarbeitet: Der neue 55-Zöller 8090 sorgt mit innovativer Sprach- und Gestensteuerung für Furore.
Mit seinem gerade mal ein Zentimeter breiten Rahmen und dem tiefschwarzen Hochglanzbildschirm ist der Samsung ein echter Hingucker. Die Ausstattung des 3D-Fernsehers ist genauso attraktiv wie sein Preis: Online-Händler bieten den 55-Zöller bereits für rund 2.500 Euro an.
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London 1880: Um Frauen von der Hysterie zu heilen, legt ein junger Arzt (Hugh Dancy) bei seinen Patientinnen an intimen Stellen Hand an – mit durchschlagendem Erfolg. Dem manuellen Einsatz nicht mehr gewachsen, erfindet er den Vibrator. Lockere Brit-Komödie mit tollem Schauspielensemble (u.a. Maggie Gyllenhaal, Jonathan Pryce).
Als der Teenager Nathan Harper auf einer Webseite für vermisste Personen ein Kinderfoto von sich entdeckt, gerät er ohne ersichtlichen Grund ins Visier professioneller Killer und der CIA. Zielgruppengerechte "Auf der Flucht"-Variante mit "Twilight"-Star Taylor Lautner (der mit den Muskeln).
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