Reportage: Mangelware – Spielfilme mit 4k-Auflösung
Projektoren und Bildschirme mit 4k-Auflösung kommen auf den Markt – aber was ist eigentlich mit den Filmen?
Schöne Namen: "Glass to glass" oder "Lens to screen" nennt vor allem Sony seine Fähigkeit, von der Linse einer Kamera bis zum Frontglas des TV-Schirms jeden Schritt in der Produktionskette abzudecken. Da trifft es sich wunderbar, dass zwei Ereignisse nur wenige Wochen auseinanderliegen: die Auslieferung der ersten F65-Kamera von Sony und des Projektors VPL-VW1000 – also zwei Produkte mit der 4k-Auflösung von 4.096 x 2.160 Pixeln.
Aber so ganz stimmig ist es trotzdem nicht: Denn in den Kinos installieren die Japaner bereits seit 2007 SXRD-Projektoren mit 4k-Pixelzahl, auf der Sony-Professional-Webseite (www.sony.de/biz) gibt es einen ausführlichen Bereich zu dem Thema. So wird Kinobetreibern erklärt, warum die Acht-Megapixel-Technik auch bei kleinen und mittleren Sälen ihre Berechtigung hat: Weil dann nämlich auch das vordere Drittel der Zuschauer rasterfreie Bilder sieht. Argumente, die offenbar Eindruck machen, denn seit 2011 liefert die DLP-Konkurrenz (Barco, Christie, NEC) ebenfalls 4k-Maschinen aus. Immerhin wurden in den letzten sieben Jahren knapp 50 Spielfilme in 4k gedreht beziehungsweise mit dieser Auflösung in die Kinos gebracht. Der Standard DCI sieht bereits einen gemeinsamen Container für 2k und 4k vor, so dass die Daten immer kompatibel angeliefert werden.
Viele neue Kameras
Bei der Firma des österreichischen Kameramanns Otto Nemenz, North Vine Street in Hollywood, kann man das erste Exemplar der 4k-Kamera von Sony nun mieten, für stramme 3.500 Dollar am Tag. Bis Filme aus diesen Produktionen allerdings in die Kinos kommen, wird es noch rund ein Jahr dauern. Daher stammen fast alle echten 4k-Filme aus Kameras der Konkurrenz, nämlich vom Newcomer Red. Die Modelle Red One und Epic werden besonders gern von unabhängigen Filmemachern wie Steven Soderbergh eingesetzt, aber auch von Blockbuster-Regisseuren wie Peter Jackson, der damit gerade "The Hobbit" dreht. Eine Epic kostet im Verleih nur rund 1.500 Dollar pro Tag.
Noch günstiger könnte es mit der Scarlet-X werden, die Red seit kurzem ausliefert. Und geradezu volkstümlich ist die Preisgestaltung bei JVC, wo man im Frühjahr 4k für weniger als 5.000 Euro plus Mehrwertsteuer in die Form eines handelsüblichen Camcorders presst.
Es ist also anzunehmen, dass die Zahl der superhochauflösenden Filme bald rapide ansteigt. Zudem gibt es ja noch die bisher schon häufig genutzte Möglichkeit, Zelluloid entsprechend abzutasten, Scanner liefern heute schon deutlich bis zu 8k.

Von 75.000 Euro für die Sony F65 (mitte) über 8.000 Euro für die Red
Scarlet-X (unten) bis zu den gerade 5.000 Euro der JVC GY-HMQ10 (oben)
reicht das Spektrum der 4k-Kameras.
4k besser als 70 mm?
Im Jahr 2011 brachte Barco die ersten 4k-Projektoren mit DLP-Technik auf den Markt. Um die Qualität zu demonstrieren, verglich die belgische Firma die digitale Projektion mit 70-mm-Filmmaterial. Beim Digital Cinema Symposium in Galveston, Texas, konnte man auf einer Leinwand jeweils die Hälfte eines analogen Filmbildes und der DLP-Projektion sehen. Das Material stammte aus Imax-Produktionen ("Pulse: A Stomp Odyssey" und "Wild Ocean"), die auf 70 mm gedreht worden waren und mit 11k Auflösung digitalisiert wurden, für die Projektion auf 4k herunterskaliert. Die Ausstatterfirma D3D Cinema fragte mehr als 120 der anwesenden Kino-Profis nach ihrer Meinung. "Die überwiegende Mehrheit", so berichtet D3D-Vizepräsident Andy Wood, "bevorzugte die digitale Qualität". Grund war weniger die Schärfe, sondern filmtypische Bildfehler wie leichte Vibrationen und winziger Staub, der die tatsächlich wahrgenommene Auflösung reduzierte. Das digitale 4k-Bild, so die D3D-Techniker, wurde dagegen vor allem für seine Farbtiefe und den ruhigen Bildstand gelobt. Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass ein direkter Vergleich von Film und digitaler Projektion immer stark vom verwendeten Filmmaterial (Empfindlichkeit, Körnung) und dem Produktionsprozess (Entwicklung, Kopiergeneration) abhängt.

Filme wie "Ocean‘s 13", "Verblendung", "The Tourist", "Green Hornet" und "Hancock"
wurden in 4k-Auflösung produziert oder in die Kinos gebracht.


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Als neuesten Hardware-Test können Sie ab sofort auf audiovision.de kostenlos den Test des SXRD-Projektors Sony VPL-HW 50 ES im HTML-Format
abrufen. Wegen seines schönen, aber voluminösen Gehäuses passt der Sony zwar nicht in gängige Bücherregale, findet ansonsten aber in jedem Raum problemlos ein Plätzchen.
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