Reportage: Heimkino im Jahr 2020 - Seite 2
Higher Definition TV
Noch ist HDTV nicht Alltag auf deutschen TV-Schirmen, doch es ist allgemein bekannt, dass die beiden Normen 720p und 1080i nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Diskutiert wird über:
• 3D-Fernsehen, das große Thema der letzten IFA in Berlin.
• Höhere Bildwechselfrequenzen, die noch flüssigere Bewegungsdarstellung erlauben, sogar die Probleme zwischen 50 und 60 Hertz lösen könnten, irgend etwas zwischen 100 und 300 Hertz.
• Auflösungen von mehr als HDTV heute, also etwa 4k oder sogar 8k, wie vom japanischen Sender NHK erprobt.
• 1080p mit Progressive Scan bei 50 oder 60 Hertz, die Auflösung von 1080i und die Bewegungsschärfe von 720p.
All diese Weiterentwicklungen sind schon deswegen schwierig, weil sie in den Studios neue Gerätegenerationen erfordern. Daher wird sich wohl keines dieser Verfahren auf breiter Front durchsetzen. Vorstellbar ist, dass einzelne Pay-TV-Anbieter Kanäle auflegen, um die Märkte zu testen, so wie Sky in Großbritannien mit 3D. Dazu muss man später nicht einmal einen Sat-Transponder mieten, über IPTV geht das einfacher.

Riesenschirme wie hier ein 155 Zoll großes OLED von Mitsubishi werden nur dann eine Chance haben, wenn sie wenig Strom brauchen.
Technisch ist die Übertragung gar nicht mehr so kompliziert: Man kann
mit Zusatzdaten zu den vorhandenen Datenströmen, etwa Multiview für 3D
oder Scalable Video für höhere Auflösungen, eine kompatible Lösung
realisieren. Nur neue Empfangsboxen müssten sein für 3D-TV oder
Ultra-HDTV.
Viele Programme aus vielen Quellen gleichzeitig auf einem Schirm, wie hier auf dem Cell-TV von Toshiba, gehören bald zum Fernsehalltag.
Viele Wege, ein Ziel
Wie aber kommen die Filme auf den Bildschirm? Die analoge Übertragung wird bis 2020 der Vergangenheit angehören, sogar im Kabel. Bis 2015 wird auch das Internet weiter an TV-Bedeutung gewinnen: für Video auf Abruf, für programmbegleitende Informationen im HbbTV-Standard, für die Verbreitung ganzer Programmbündel wie heute bei T-Entertain der Telekom.
Die Herausforderung liegt aber vor allem darin, die Netzwerke intelligent zu verbinden. Fünf Millionen Haushalte über Internet-Protokoll gleichzeitig mit der gleichen Sendung zu versorgen, ist eine grandiose Verschwendung von Bandbreite. Und auf der anderen Seite werden immer mehr Sender von Broadcast auf Internet-Verbreitung wechseln – der erste war letztes Jahr Bahn-TV. Letzten Endes könnte es dem Zuschauer egal sein, was wie zu ihm kommt, ob live oder von der Festplatte seines Home-Servers oder vom Flash-Speicher in seinem Fernseher.
In diesen bunten Medienmix fügt sich die Blu-ray-Disc mittels BD-Live ein. Wenn Video auf Abruf ab 2015 den Markt aufrollt, wird der Disc-Verkauf auch bei Blu-ray merklich schrumpfen. Und was ist mit der DVD? Spätestens in zwei Jahren werden die meisten Gerätehersteller die Produktion von DVD-Playern eingestellt haben. Denn ein Blu-ray-Laufwerk kostet dann nicht mehr soviel Aufpreis, als dass sich das Weglassen lohnen würde.

Spiele könnten ein Treiber für die 3D-Entwicklung sein,
da hier dieInhalte viel leichter dreidimensionalerzeugt werden können als im Fernsehen.
Infokasten: 3D vor dem Durchmarsch?
Spektakuläre Prognose: Bereits im Jahr 2012 soll jeder zehnte Haushalt in Japan und USA für 3D bereit sein, also entsprechende Geräte angeschafft haben, so die Marktforscher von Futuresource; bis 2015 klettert dieser Wert auf über 60 Prozent. Da dürften sie sich gewaltig verrechnet haben, denn innerhalb von fünf Jahren wird normalerweise der Bestand an TV-Geräten etwa zur Hälfte ausgetauscht. Und man weiß sicher, dass 2010 und 2011 auch Schirme verkauft werden, die nicht für dreidimensionale Bilder geeignet sind.
Trotzdem: Es kann relativ schnell gehen mit 3D, was die Technik angeht. Plasmaschirme könnten schon bald komplett umgestellt werden, da es sich bei ihnen vor allem um eine Frage der Ansteuerung handelt. Bei LCDs ist es schwieriger, da wird 3D auf mittlere Sicht den Geräten der Oberklasse (200 Hertz, LED-Backlight) vorbehalten bleiben. Das bedeutet allerdings noch nicht, dass alle Käufer sich die notwendigen Shutterbrillen anschaffen. Und dass sie überwiegend 3D-Programme schauen.
Zwar ist damit zu rechnen, dass Blu-ray-Spieler ebenfalls bald in großer Zahl 3D-ready sein werden, denn auch hier ist der Mehraufwand vernachlässigbar. Dass allerdings schon bald alle Filme dreidimensional gedreht werden, davon ist (noch) nichts zu sehen. Weitere Quellen werden ebenfalls dünn gesät bleiben. Der eine oder andere Sender wird sich an speziellen 3D-Kanälen versuchen, die mit Bildteilung arbeiten und daher nur für Besitzer von 3D-Fernsehern genießbar sind – in England will Sky nächstes Jahr starten. Mittelfristig wird man aber im TV wie bei Blu-ray mit Zusatzdaten arbeiten, die von speziellen Settop-Boxen ausgelesen werden. Die Chips können für beides dienen. Aber die TV-Produktion der Sender ist auf viele Jahre hinaus nicht in der Lage, eine größere Programmvielfalt zu liefern.
Und im Mainstream wird 3D-TV erst ankommen, wenn die Bildschirme ohne Brille zu benutzen sind – und zwar für mehr als eine Person. Das allerdings dürfte erst weit nach 2020 eintreten.
Offene Fragen
??? Wird es privates Pay-TV in Deutschland jemals schaffen, was Premiere, Arena und DF1 nie gelang – nämlich dauerhaft in die Gewinnzone zu kommen?
??? Wie lange wird es wichtige Geräte-Anbieter aus Europa geben? Viel Glück, Philips, Loewe, Metz und Konsorten!
??? Was wird aus der Musikbranche? Derzeit dient sie den Managern in Film, TV und Video nur als abschreckendes Beispiel.
??? Erlebt die VHS-Kassette ein Comeback, so wie heute die Schallplatte?


Da die Texteinblendungen in "Der ganz normale Wahnsinn" eine wichtige Rolle spielen und sie obendrein via Animation ins Bild geschrieben werden, entschied sich Anbieter Tobis, zwei Film-Versionen auf die Blu-ray zu packen: eine mit englischer (Bild Mitte), eine mit deutscher Schriftanimation (Bild unten). Der Kunde kann wählen (Bild oben).

Als neuesten Hardware-Test können Sie ab sofort auf audiovision.de kostenlos den Test des 3D-Plasma-TVs Panasonic TX-P 50 ST 33 E im HTML-Format
abrufen. Der Sat-Tuner unterstützt Unicable-Installationen. Ferner ist die 3D-Konvertierungsoption erwähnenswert, die es nicht bei allen Panasonic-TVs gibt.
Als neuesten Hardware-Test können Sie ab sofort auf audiovision.de kostenlos den Test des 3D-LED-TVs Sony KDL-55 NX 725 im HTML-Format
abrufen. Die Ausstattung fällt üppig aus: Universaltuner, CI+ Slot für HD+ Sender, viele Multimedia-Extras und USB-Aufnahme.
Am 11. April titelte das Handelsblatt vom "Burn-out einer Ikone", womit Sony gemeint war, und die Financial Times Deutschland meldete: "Japan-Elektronik wird zum Auslaufmodell". Anfang April überschlugen sich in der Tat die Nachrichten, die eine Zeitenwende in der TV-Branche ankündigen:



Zum günstigen Preis projiziert der Acer H 9500 BD extrem helle und kontrastreiche Bilder, leistet sich aber auch kleine Schwächen.
Samsung hat seine LED-Oberklasse überarbeitet: Der neue 55-Zöller 8090 sorgt mit innovativer Sprach- und Gestensteuerung für Furore.
Mit seinem gerade mal ein Zentimeter breiten Rahmen und dem tiefschwarzen Hochglanzbildschirm ist der Samsung ein echter Hingucker. Die Ausstattung des 3D-Fernsehers ist genauso attraktiv wie sein Preis: Online-Händler bieten den 55-Zöller bereits für rund 2.500 Euro an.
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London 1880: Um Frauen von der Hysterie zu heilen, legt ein junger Arzt (Hugh Dancy) bei seinen Patientinnen an intimen Stellen Hand an – mit durchschlagendem Erfolg. Dem manuellen Einsatz nicht mehr gewachsen, erfindet er den Vibrator. Lockere Brit-Komödie mit tollem Schauspielensemble (u.a. Maggie Gyllenhaal, Jonathan Pryce).
Als der Teenager Nathan Harper auf einer Webseite für vermisste Personen ein Kinderfoto von sich entdeckt, gerät er ohne ersichtlichen Grund ins Visier professioneller Killer und der CIA. Zielgruppengerechte "Auf der Flucht"-Variante mit "Twilight"-Star Taylor Lautner (der mit den Muskeln).
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