Reportage: Heimkino 2.0 mit THX - Seite 2

vom 01.01.70 | 01:00

Produkte kommen bald

Als wahrscheinlich erster Hersteller dürfte LG in Kürze mit Media-Director-Produkten auf den Markt kommen. THX erwartet zahlreiche weitere Geräte innerhalb der nächsten zwölf Monate. Das wird auch nötig sein, denn das System braucht möglichst viele Partner, um sich durchzusetzen. Und die Chancen dafür stehen gut: Denn anders als sonstige THX-Verfahren ist die Steuerung nicht teuer. Dafür steht THX auch nur ganz klein auf dem Logo

Der LG-Fernseher PS80 war das erste Media-Director-Produkt auf der CES;
wann er nach Europa kommt, ist noch nicht entschieden.

 

Zusatzinfo: "Wir wollen hohe Verbreitung"

Dr. Michael Rudd ist Chief of AV Architecture, er leitet die Zertifizierung von Displays und das Technik-Team für die Entwicklung von Media Director. Robert Hewitt ist als Vice President of Sales verantwortlich für den globalen Vertrieb von THX. audiovision stellte Fragen zum Konzept von Media Director.

AV: Was ist der Grund für die Entwicklung des Media-Director-Standards?
Rudd: Die Geräte der Unterhaltungselektronik, in unserem Fall für die Audio- und Video-Wiedergabe im Wohnzimmer, sind einfach viel zu kompliziert geworden. Man kann sie oft gar nicht mehr vernünftig bedienen, man versteht ihre Funktionen nicht, und das führt dann zu Fehlern. Damit wird gar nicht mehr nutzbar, was in der Hardware steckt und wie die Inhalte aufbereitet wurden.
Hewitt: Die Verbraucher sind bei der heutigen Technologie oft gar nicht mehr in der Lage, die von ihnen erworbene Technologie optimal zu nutzen. Da setzen wir an.

AV: Das Ziel hat sich also nicht wesentlich geändert seit den ersten THX-Entwicklungen: den Film so zu präsentieren, wie er vom Regisseur geschaffen wurde.
Rudd: Genau, nur heute genügt eine einfache Bauvorschrift nicht mehr, mit all den Einstellmöglichkeiten und DSP-Betriebsarten, die moderne Geräte bieten. Studioqualität zuhause, das ist genau das Ziel von Media Director, wie es bei den ersten Audio-Projekten von George Lucas schon der Fall war.

AV: Welche Ziele verfolgen Sie mit dem System?
Rudd: Wir knüpfen Media Director nicht an Qualitätsanforderungen, wie sonst bei THX-Zertifizierungen üblich. Es soll damit vor allem erreicht werden, dass die Hardware das Bestmögliche aus jedem Film herausholt und keine Fehler gemacht werden.
Hewitt: Das bedeutet auch, dass wir eine sehr hohe Verbreitung anstreben, größer als sonst bei THX üblich, wo wir bekanntlich recht streng sind. Aber wir wissen, dass das Projekt nur funktionieren kann, wenn möglichst viele Komponenten die Signale verstehen und weiterleiten.

AV: Wann werden wir Geräte mit Media-Director-Technologie sehen?
Rudd: Sie haben ja wahrscheinlich auf der CES im Januar erste Ankündigungen vernommen. Aber es liegt nicht an uns zu verkünden, wann welche Partner mit welchen Produkten auf den Markt kommen. 
Hewitt: Wir sind aber optimistisch, dass es schon im Laufe dieses Jahres eine ganze Reihe von Komponenten sein wird.

   
Michael Rudd (links), Robert Hewitt: die Männer hinter dem Media-Director-System.

 

Zusatzinfo: Diese Daten überträgt der Media Director

Im Datenpaket vom THX Media Director sind für die Videoeinstellung folgende Angaben möglich:
•  Art des Video-Inhalts, mit Zugriff auf vorab gespeicherte Einstellungen der Gerätehersteller, etwa Film, Spiel oder Sport
• Bildformat mit Pixelformat bei SD-Quellen, Anzahl der Pixel pro Zeile, Anzahl der Zeilen, Größe des schwarzen Balkens oben und unten, eventuell auch links und rechts
• Interlaced oder Progressive
• Bildfolge, etwa zur Erkennung von 3:2- oder 2:2-Pulldown von Film
• Farbstandard
• Kontrastumfang, normal oder erweitert
• Weißpunkt
• Gamma-Einstellung
• Videoprocessing Flags, etwa für Rauschunterdrückung, Filmkorn-Verringerung, Artefakt-Beseitigung oder Entfernen von Staub oder Kratzern.

Was Audio angeht, sind folgende Parameter vorgesehen:
• Art des Audio-Inhalts, nützlich zur Auswahl voreingestellter Klangfelder oder DSP-Modi
• Anzahl der Kanäle, einschließlich der Matrix-codierten Quellen
• Anzahl der Subwoofer-Kanäle bei der Abmischung
• Positionierung der Surround-Kanäle bei der Abmischung
• Art der Matrix-Codierung, die für die Abmischung verwendet wurde
• Referenz-Pegel
• Referenz-Pegel des Tieftonkanals
• Audioprocessing Flags, etwa für Re-Equalisation nach THX oder Filterung nach Acadamy-Kurve.

 





 

 

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