Reportage: Fernsehtests in Fernost - Seite 2

vom 05.03.09 | 04:23

Einschätzung der Qualität

Damit nicht genug, gab es noch ein zweites System zu bestaunen, das einen anderen Ansatz verfolgt: VAS, das visuelle Analyse-System. Eine digitale Spiegelreflexkamera von Canon (EOS 1 Ds mit EF 70-200mm-Objektiv) wird dabei automatisch ausgelöst, wenn bestimmte Bilder vom Generator per HDMI oder YUV auf den zu testenden Fernseher gespielt werden.
Statt Testbildern verwendet Samsung hier repräsentative Realbilder (Nachrichtensprecher, Filmszenen, etc.). Per eigens entwickelter Software werden die Bilder dann im RAW-Format auf einen Computer übertragen und dort analysiert. Augenblicklich handelt es sich um über 150 Parameter, die erfasst, in eine Datenbank eingetragen und mit anderen Fernsehern ver-glichen werden. Zu diesen Parametern gehören unter anderem Detailfülle, Bildrauschen, Hauttöne, Schwarzwert und Farben eines jeden Bildes. Die Kamera ist immer auf 70mm Brennweite, Blende 5,6 und 1/30stel Sekunde Belichtungszeit gestellt. Kurzum – alles wirkt reproduzierbar und professionell. Besser kann man die Bildwirkung verschiedener Fernseher vermutlich nicht quantifizieren und archivieren.
Das Programm erstellt für jeden Fernseher ein Netz-Diagramm, das die einzelnen Qualitätsparameter verschiedener Fernseher übersichtlich miteinander vergleicht und am Ende sogar eine Gesamtbewertung vergibt. Ein bisschen wie bei audiovision, nur eben aufwändiger. Das darf man an dieser Stelle ruhig einmal eingestehen.

Bild-Optimierung

Das erklärte Ziel dieser Systeme ist es natürlich, die Bildqualität der Samsung-Fernseher zu optimieren und bestmöglich an das Qualitätsempfinden der Kunden anzupassen. Die Mittel dazu sind zweifelsfrei vorhanden. Bleibt die Frage: Wird die resultierende Bildqualität dem hohen Aufwand gerecht? Unsere Meinung: nicht immer.
Ein Dialog über die Qualitätsanforderungen an gute Produkte in verschiedenen Ländern ist wahrscheinlich genau der richtige Schritt, und den hat Samsung getan. Offen wurden in Korea die Anforderungsprofile der einzelnen Test-Redaktionen hinterfragt, ver­glichen und diskutiert. Mit solchen Lernprozessen, da sind wir sicher, entstehen bald noch bessere Produkte.

Zusatzinfo: 2009 – Neue Technologien bei Fernsehern

Auch wenn Samsung nicht mit konkreten Informationen über neue Produkte herausrückte – neue Technologien gab es in der Entwicklungszentrale dennoch zu bewundern. Was wiederum einen Ausblick auf die Fernseher ermöglicht, die im Laufe des Jahres erscheinen werden.
Edge LED   
Leuchtdioden für die Hintergrundbeleuchtung werden dabei seitlich als Leiste angeordnet, was noch flachere Fernseher als bisher erlaubt. Eine spezielle Struktur einschließlich einer Scheibe, die Samsung-Mitarbeiter gerne als Licht-Tunnel bezeichnen, lagert die Hintergrundbeleuchtung an die äußeren Bildschirmkanten aus. Die ers­ten Prototypen dieser Technologie, die wir zu Gesicht bekamen, zeigten gerade in dunklen Motiven aber noch aufgehellte Ecken, und Local Dimming ist damit nicht machbar. Möglich, dass der auf der Funkausstellung gezeigte, superdünne 52-Zoll-TV im Laufe des Jahres 2009 auf den Markt kommt.


LCD-Bildschirme mit nur sieben Millimetern Tiefe: Edge LED macht's möglich.

ToC:  Touch of Color (neue Generation)
Das so genannte Crystal Design von Samsung entsteht in einem sehr aufwändigen Produktionsprozess, der aus dem Automobilbau stammt und völlig ohne Spritzlacke auskommt. Bisheriger Nachteil: Die Oberfläche verkratzt zu leicht. Neue Modelle sollen nun resistent gegen Bleistifthärte 2H statt bisher 1H und damit doppelt so kratzfest sein.

3D

In einigen Fernseher-Modellen wird sich der neue "real3D"-Prozessor von Samsung finden, der auf Wunsch jegliches Material in 3D-Bilder umrechnet, die man dann per Shutter-Brille sehen kann. Erster Eindruck: netter Effekt, aber noch nicht ernst zu nehmen.


3D mit Brille wird es ab diesem Jahr in einer Reihe Fernseher geben.

Eigener Videoprozessor
Früher baute Samsung in seine TVs Videoprozessoren anderer Hersteller ein. Daraus resultieren jedoch Einschränkungen, mit denen der Hersteller nicht weiter leben will; zudem verspricht er sich von eigenen Videoprozessoren einen Qualitätsvorteil. Für bestmögliche Bildqualität von DVDs aus dem Blu-ray Player beispielsweise weist der TV-Prozessor den
Player an, stets die Originalauflösung auszugeben – und erledigt das Scaling selbst.

200/240 Hertz
Natürlich macht auch Samsung mit, wenn es darum geht, die Frequenz bei der Ansteuerung von LCD-Fernsehern zu erhöhen. Damit werden Nachwisch-Effekte reduziert.




 

 

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