Reportage: Erweiterung des Blu-ray-Standards

vom 19.09.11 | 14:06

Reportage: Erweiterung des Blu-ray-StandardsFarben wie im Kino, Auflösung bis zu 4k und mehr ist denkbar, wenn es um eine Erweiterung des Blu-ray-Standards geht. Vieles kann kommen, sicher ist noch nichts.

Während analoge Normen wie PAL oder VHS über Jahrzehnte unverändert blieben, werden digitale Standards wie DVB oder HDMI ständig weiterentwickelt, auch die Blu-ray-Disc, die bereits das vierte Update hinter sich hat: Nach dem Basisstandard 1.0 kam 1.1 mit Bild-in-Bild-Wiedergabe, darauf folgte 2.0 mit Internet-Anbindung. Neueste Definition ist der 3D-Standard, der offiziell die Nummer 5.0 trägt. 3.0 hat man ausfallen lassen, weil es für eine spezielle Audio-Blu-ray keinen Bedarf gibt. Version 4.0 gibt es aus unerfindlichen Gründen nicht. 

Wie immer bei der Erweiterung von Standards stellt sich die Frage, wie weit man rückwärtskompatibel bleiben kann. Laufen Scheiben mit neuen Funktionen problemlos auf vorhandenen Playern, wenn auch ohne die Erweiterungen? Bei 3D hat man das hinbekommen, aber bei anderen Innovationen könnte es schwierig werden.

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Regisseur Peter Jackson dreht derzeit "The Hobbit" als ersten Film mit 48 Bildern pro Sekunde.



Zum Erscheinungtermin dieser Ausgabe (7+8/2011) treffen sich in Vancouver die Verantwortlichen der Blu-ray Disc Association (BDA) und diskutieren das Thema "Beyond BD-ROM". Wir zeigen, worum es gehen und wie ein neuer Standard aussehen könnte.

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Neben diversen LCD-Schirmen wird es auch Projektoren in
Cinemascope geben, etwa von Projectiondesign.

 

1. 1080p mit 48-60 Hertz

Viele Camcorder im AVCHD-Standard können Filme in 1080p mit 50 beziehungsweise 60 Hertz aufnehmen. Wenn diese Bildwechselfrequenzen zugelassen werden, könnte auch 48 Hertz eine Option werden, schließlich dreht Regisseur Peter Jackson seinen nächsten Film "The Hobbit" mit 48 Bildern pro Sekunde. James Cameron bevorzugt dagegen für die Fortsetzung von "Avatar" 60 Hertz, was den Aufnahmen von etlichen Camcordern in den USA und Japan entspricht.

Schwierig, aber nicht unlösbar wäre die Rückwärtskompatibilität. Wenn man die doppelte oder 2,5-fache Bildzahl (48 bzw. 60) auf die Scheibe bringt, laufen sie nicht auf heutigen Playern. Eine Option wäre der Einsatz des Anhangs G zum Videostandard H.264, des sogenannten Scalable Video Coding (SVC). Damit lässt sich nicht nur per Zusatzdaten eine höhere Auflösung realisieren, sondern auch eine höhere Bildwechselrate. Einfach geht das bei 48 Hertz, wo man jedes zweite Bild in den Zusatzdaten unterbringt; bei 60 Hertz ist es schwieriger, da es kein einfaches Vielfaches von 24 ist: 60 Hertz hat nur zwölf Bilder pro Sekunde mit 24p gemeinsam.

Einfach wäre die Kompatibilität über HDMI: 48 Hertz ließe sich sehr leicht als 24p ausgeben, bei 60p wäre die Wandlung in 1080/60i naheliegend, so dass der Anschluss älterer Bildschirme kein Problem sein sollte.

2. Cinemascope statt 16:9

Der Trend zu Cinemascope-Bildschirmen ist da. Neben Philips bringen JVC und Vizio solche Schirme, auch 21:9-Projektoren mit 2.560 x 1.080 Pixeln kommen. Das Problem ist, dass die Zuspielung immer im Full-HD-Format mit schwarzen Balken erfolgt und der Bildschirm hochskalieren muss. Auf Blu-ray sind Cinemascope-Filme nämlich nur mit 1.920 x 812 Pixeln gespeichert (der Rest ist schwarz).

Will man bei Filmen mit 2.560 x 1.080 Pixeln die Kompatibilität erhalten, bietet sich wieder SVC an; die Zusatzinformationen für das Superbreit-Bild werden dann nur von neuen Geräten ausgelesen, andere lassen sie unbenutzt. Auch die Ausgabe über HDMI ist möglich, zumindest als Unterabteilung der 4k-Auflösung, wie in HDMI 1.4 definiert. Künftige Cinemascope-Schirme sollen dieses Signal unterstützen.      

3. Auflösung in 4k

Unwahrscheinlich, aber nicht undenkbar ist es, dass die BDA bereits die Weichen dafür stellt, auf den Discs Filme mit 4k abzuspeichern, also 3.840 x 2.160 Pixel oder sogar 4.096 x 2.160. Selbst im Kino ist 4k noch die Ausnahme, aber es gibt Tendenzen bei manchen Hollywood-Studios, hier keine Exklusivität mehr zu erlauben – dass eines Tages also Filme in maximaler Qualität bereits zum Kinostart auf verschiedenen Plattformen veröffentlicht werden.
Theoretisch denkbar, aber wenig sinnvoll wäre die Rückwärtskompatibilität. Denn ein 4k-Film müsste deutlich teurer verkauft werden, wenn seine Veröffentlichung Sinn machen soll. In Sachen Anschluss sind die Voraussetzungen schon geschaffen, dank HDMI 1.4. Zusammen mit 3D und 60 Hertz ist 4k allerdings erst recht Zukunftsmusik. 
 

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Als eines der ersten Geräte nutzt der Monitor Eyevis LCD-6000-QHD ein 4k-Panel.

 

 







 

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