Reportage: EU-Richtlinien zum Stromverbrauch - Seite 2
Nicht zum Strom-Nulltarif
Bei DVD- und Blu-ray-Playern beziehungsweise Recordern liegt der Fall anders. Für die Wiedergabe von Standard-Auflösung sind bis zu zehn Watt zulässig, bei HD dürfen es 20 Watt sein – oder 15 Watt im Durchschnitt; für die Aufnahme gibt es einen Zuschlag von fünf Watt. Diese Werte sollten bei normalen Playern keine Probleme bereiten.
Schwierig wird es, wenn mehr angeboten werden soll. Spezielle Prozessoren für die Videoskalierung kosten Energie, auch zusätzliche Digital-Analog-Wandler oder andere hochwertige Audio-Bauteile gibt es nicht zum Strom-Nulltarif. Manche Gerätegattungen wären vom Aussterben bedroht, etwa DVD-Receiver, befürchtet Lothar Wiemann, Entwicklungschef bei T+A.
Bei Projektoren ist die Lage erst recht unübersichtlich. Denn noch beherrscht die konventionelle UHP-Lampe das Feld, doch es ist keine Frage, dass Laser und LED diesen Markt drastisch verändern werden. Die aktuellen Werte der wenigen LED-Beamer geben aber noch keine Anhaltspunkte, ob und wie stark sie den Stromverbrauch verringern könnten. Geplant ist von der EU-Arbeitsgruppe die direkte Bindung der Leistungsaufnahme an die Lichtleistung, sprich: Die Hersteller sollen den Strom effizient in Helligkeit umsetzen.

Ein DVD-Receiver wie der K1AV von T+A wäre nach Befürchtungen des
Herstellers nicht mit den neuen EU-Regeln zum Stromverbrauch vereinbar.
Schwierig ist dabei, dass zumindest bei UHP-Leuchten die erreichbaren
Ansi-Lumen keineswegs farbneutral sind, zumindest nicht im Sinne der
perfekten Video-Wiedergabe. Will man die genormten Farbräume exakt
treffen und alle Graustufen sauber abbilden, muss der Konstrukteur
ziemlich viel Licht opfern, da die Lampen zu viel Grün produzieren. Eine
Firma also, die den idealen Heimkino-Projektor bauen will, bekommt
große Probleme – es sei denn, sie liefert das Gerät serienmäßig mit
völlig falscher Einstellung aus. Eine Xenon-Lampe einzusetzen, wie Sony
es im Qualia 004 machte, wäre dagegen völlig ausgeschlossen, egal wie
gut es aussieht.
Auch wenn derzeit noch Arbeitsgruppen tagen und Experten angehört
werden: Dass sich das Angebot an AV-Geräten ändern wird, ist aufgrund
der Ener-gierichtlinien nicht zu vermeiden. Für Panik gibt es aber
sicherlich keinen Anlass. Denn die EU-Richtlinien beziehen sich auf das
Angebot von heute. Doch ein Bedarf an High-End-Produkten wird auch in
Zukunft bestehen – und mit Sicherheit (in der ein oder anderen Form)
befriedigt werden.
Im besten Fall ist die EU-Kommission einsichtig und richtet eine
Kategorie für High-End-Produkte ein, auch wenn die Abgrenzung schwierig
ist. Wenn nicht, bleibt das Ausweichen auf den Profisektor. Und wenn
dafür zum Beispiel bestimmte Anschlüsse vorgeschrieben sind, dann baut
man die halt ein.
Darüber hinaus haben die Hersteller viele Möglichkeiten zu tricksen. So
kann man bei einem Projektor das Verhältnis von Lichtleistung und
Stromaufnahme durch eine verkehrte Grundeinstellung hinbiegen, es lassen
sich hochwertige Bauteile im Auslieferungszustand deaktivieren,
verschiedene Funktionen auf mehrere Geräte aufteilen.
Ob die Festlegung von sturen Höchstgrenzen der intelligenteste Weg zum
Ziel ist, muss bezweifelt werden. Mechanismen, die Stromfresser
bestrafen und Sparer belohnen, könnten mehr Wirkung entfalten, müsste
man nicht im gleichen Atemzug über die Definition von Qualität
diskutieren.
Interview mit Kurt Hecker, Vorsitzender High End Society
"Wir lehnen das nicht ab"
AV: Sind alle High-End-Produkte jetzt in Gefahr?
Kurt Hecker: Das würde ich nicht dramatisieren. Wir lehnen die Anstrengungen der EU nicht ab, denn sie sind notwendig. Wenn alle Maßnahmen wie geplant umgesetzt würden, bedeutet das ja nur, dass die Elektronik in den privaten Haushalten im Jahr 2020 nicht mehr verbraucht als heute. Sonst würden die Werte dramatisch ansteigen.
AV: Aber kann man verhindern, dass hochwertige Produkte mit Massenware in einen Topf geworfen werden?
Kurt Hecker: Ich denke schon. So gibt es beispielsweise im Rahmen einer derzeit laufenden Studie Überlegungen, für High-end-Player/Recorder spezielle Kriterien festzulegen. Unser Verband wird dazu entsprechende Vorschläge machen.
AV: Lässt sich denn High-End überhaupt definieren?
Kurt Hecker: Über den Preis jedenfalls wird es nicht gehen. Unser Verband wird Definitionen erarbeiten und der Kommission vorschlagen. Wir treffen in Brüssel ja auf vernünftige Leute, die fundierten Argumenten durchaus aufgeschlossen sind.

Kurt Hecker ist Vorstandsvorsitzender der High End Society, die jährlich
die High End Messe in München veranstaltet;
er vertritt den Verband bei den Anhörungen der EU-Kommission.


Da die Texteinblendungen in "Der ganz normale Wahnsinn" eine wichtige Rolle spielen und sie obendrein via Animation ins Bild geschrieben werden, entschied sich Anbieter Tobis, zwei Film-Versionen auf die Blu-ray zu packen: eine mit englischer (Bild Mitte), eine mit deutscher Schriftanimation (Bild unten). Der Kunde kann wählen (Bild oben).

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Am 11. April titelte das Handelsblatt vom "Burn-out einer Ikone", womit Sony gemeint war, und die Financial Times Deutschland meldete: "Japan-Elektronik wird zum Auslaufmodell". Anfang April überschlugen sich in der Tat die Nachrichten, die eine Zeitenwende in der TV-Branche ankündigen:



Zum günstigen Preis projiziert der Acer H 9500 BD extrem helle und kontrastreiche Bilder, leistet sich aber auch kleine Schwächen.
Samsung hat seine LED-Oberklasse überarbeitet: Der neue 55-Zöller 8090 sorgt mit innovativer Sprach- und Gestensteuerung für Furore.
Mit seinem gerade mal ein Zentimeter breiten Rahmen und dem tiefschwarzen Hochglanzbildschirm ist der Samsung ein echter Hingucker. Die Ausstattung des 3D-Fernsehers ist genauso attraktiv wie sein Preis: Online-Händler bieten den 55-Zöller bereits für rund 2.500 Euro an.
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London 1880: Um Frauen von der Hysterie zu heilen, legt ein junger Arzt (Hugh Dancy) bei seinen Patientinnen an intimen Stellen Hand an – mit durchschlagendem Erfolg. Dem manuellen Einsatz nicht mehr gewachsen, erfindet er den Vibrator. Lockere Brit-Komödie mit tollem Schauspielensemble (u.a. Maggie Gyllenhaal, Jonathan Pryce).
Als der Teenager Nathan Harper auf einer Webseite für vermisste Personen ein Kinderfoto von sich entdeckt, gerät er ohne ersichtlichen Grund ins Visier professioneller Killer und der CIA. Zielgruppengerechte "Auf der Flucht"-Variante mit "Twilight"-Star Taylor Lautner (der mit den Muskeln).
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