HDMI-Probleme lösen

Ein Kabel für alles, für Video, Audio und Steuerung – das ist HDMI. Es ist im Heimkino unverzichtbar geworden, weshalb Ärger unschöne Folgen hat.

Nichts geht mehr ohne HDMI, aber leider geht auch mit HDMI oft nichts. Die flache Buchse ist die Universalschnittstelle im Home Cinema geworden, nicht zuletzt deswegen, weil sie von Hollywood abgesegnet worden ist – dank Kopierschutz HDCP dürfen nur darüber die höchsten Auflösungen übertragen werden.
Angesichts der Fülle an Geräten, die per HDMI verbunden werden, und angesichts der zahlreichen Hersteller von HDMI-Produkten ist es kein Wunder, dass es oft genug hakt. Dann setzt das Signal aus, schaltet sich der Ton ab oder das Bild ist gestört. audio­vision hat aus der Fülle der Probleme, mit denen sich Leser auseinandersetzen mussten, die wichtigsten Punkte zusammengestellt. In vielen Fällen konnten die Leser selbst zur Klärung der Probleme beitragen und Abhilfe organisieren; ihre Erfahrungen gibt die Redaktion gerne weiter.


Kaum ein Gerät kommt heute auf den Markt,
das nicht per HDMI-Kabel angeschlossen werden kann.

1. Handshake

Der Handshake genannte Vorgang ist sozusagen die Begrüßung zwischen den Geräten, die per HDMI verbunden werden. Dieser Prozess ist recht kompliziert und daher auch die kritischste Situation; ist sie absolviert, kann nicht mehr viel schiefgehen. Der Handshake besteht aus
• Synchronisierung der Clock, also der zu übertragenden Frequenz,
• Austausch von HDCP-Zertifizierung und Übertragung eines in diesem Augenblick generierten Schlüssels zur Decodierung,
• Abfrage der EDID-Informationen des angeschlossenen Bildschirms, also benötigte Auflösung und Bildwechselfrequenz,
• Abfrage der Audio-Fähigkeiten des Zielgeräts, was PCM-Kanäle, Bitstream-Decodierung und ähnliches angeht,
• Check des CEC-Kanals zur gegenseitigen Steuerung.
Ist die Verständigung soweit gelungen, nimmt die Quelle den Sendebetrieb der Daten auf; vorher sind die Leitungen auf Mute gestellt. Über die drei Datenleitungen gelangen Video- und Audio-Daten paketweise zum Zielgerät, flankiert von zusätzlichen Steuerinformationen, wenn nötig.

2. Kopierschutz HDCP

Die High-Bandwidth-Digital-Content-Protection ist der Kopierschutz, den jeder HDMI-Empfänger unterstützen muss; bei den Sendern gibt es Ver­sionen ohne HDCP, etwa für Digitalkameras. Der Kopierschutz besteht in einer Verschlüsselung des Videosignals, die vom Sender erzeugt wird; zur Entschlüsselung dient ein Code, der beim Hand­shake generiert und an das Zielgerät übertragen wird. Darüber hinaus fragt die Quelle in regelmäßigen Intervallen nach, ob das Ziel noch angeschlossen ist; kommt keine Antwort, wird die Übertragung abgebrochen.
HDCP muss dann eingeschaltet sein, wenn der zu übertragende Inhalt es verlangt. Nach den Empfehlungen der HDMI-Lizenzgeber ist es sinnvoll, HDCP ständig aktiv zu lassen. Denn sonst muss ein Satellitenreceiver zum Beispiel bei jedem Wechsel eines Programms einen neuen Handshake vornehmen und Schlüssel austauschen. Da damit ältere Geräte mit einfachem DVI-Eingang ausgeschlossen wären, wird HDCP meistens nicht aktiviert.
HDCP ist allerdings kein integrierter Bestandteil von HDMI, sondern wird sozusagen obendrauf gesetzt. Besonderes Problem ist, dass es für HDCP nur eine Selbstzertifizierung der Hersteller gibt, keine neutralen Tests.
Probleme mit HDCP erkennt man daran, dass keinerlei Bild zu sehen ist, oder nur Schnee. Falls beide Seiten HDCP-konform sind, lässt sich ein störungsfreier Austausch meist durch einen neuen Handshake erreichen, also Abschalten oder Abziehen der Kabel.


In einem HDMI-Kabel stecken drei Datenleitungen und eine Clock (Synchronisation),
dazu der Display Data Channel (DDC), über den zum Beispiel die
EDID-Informationen des Bildschirms gesendet werden.
Dazu kommen eine separate Leitung für die Steuerung (CEC)
und eine für die Stromversorgung.

Zusatzinfo: Das ist HDMI

Das High-Definition Multimedia Interface ist die erste digitale Universalschnittstelle zur Übertragung von Audio- und Videodaten. HDMI entstand als Weiterentwicklung der DVI-Buchse, die digitale Signale zu einem Bildschirm senden kann; daher ist HDMI auch kompatibel zu DVI, was die Videonorm angeht.
Die HDMI-Norm erlaubt die Übermittlung von unkomprimierten Bilddaten, Audio darf unkomprimiert oder komprimiert sein. Dabei ist die Richtung immer klar definiert, Geräte beziehungsweise Buchsen sind entweder Sender oder Empfänger. Daneben gibt es noch Kommunikationskanäle, über die sich Sender und Empfänger verständigen, welche Signale in welcher Norm übertragen werden sollen.
HDMI wird von einem Konsortium verwaltet, dem außer etlichen großen Unterhaltungselektronik-Herstellern auch Intel und Silicon Image angehören. Rund 750 Firmen haben inzwischen eine HDMI-Lizenz erworben. Der Standard wird regelmäßig weiterentwickelt, was durch Versionsnummern gekennzeichnet ist. Dabei soll aber immer die Rückwärtskompatibilität zu allen Vorversionen gewahrt bleiben.





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