Das bringt Windows 7 – Seite 2
3. TV-Empfang und Aufzeichnung
Beim Fernsehempfang auf konventionellem Weg zeigt die Beta-Version von Windows 7 Neues. Grundlage ist die mit dem "TV Pack-Update" für Vista eingeführte Funktionalität. Das Media Center empfängt damit Fernsehsender aus analoger Quelle sowie via DVB-T und DVB-S; bis zu vier Tuner werden unterstützt. In Internetforen berichten Anwender, dass ihnen mit der passenden Hardware sogar der Empfang von DVB-S2-Sendern gelingt. Dank der H.264-Unterstützung scheint damit sogar der Empfang von hochauflösenden Sendern wie Arte HD möglich.
Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Kabelempfang DVB-C, ebenso bei der Decodierung verschlüsselter Programme. Auf der Entwicklerkonferenz WinHec 2008 wurde beides angekündigt. Wichtig ist die von Hollywood geforderte durchgängige Verschlüsselung, wie sie etwa beim Empfang über CI-plus (audiovision 3/2009) vorgesehen ist. Ob damit PCs für jede Art von TV-Programmen, selbst für bisher nur über separate Boxen zugängliche Kanäle, nutzbar werden, bleibt abzuwarten.
Bei der Fernsehaufzeichnung nimmt Microsoft Abschied vom DVR-MS-Format und setzt in Zukunft auf den WTV-Container. Zusätzlich zum Film sind darin Metadaten über den Sendungsinhalt und zur Rechteverwaltung (DRM) enthalten. Für die Kompression kommt beim WTV-Format weiter der MPEG-2-Codec zum Einsatz, allerdings mit erhöhter Datenrate. Für den Ton steht auch Dolby Digital zur Auswahl. Digital-TV kann natürlich als Original-Datenstrom abgespeichert werden.
Der Programmführer (EPG) bietet in Zukunft neben einem Farbleitsystem auch den Überblick über Fernseh- und Videoangebote im Internet.
4. Weitere Verbesserungen
Neuerungen gibt es auch bei der Musik- und Fotowiedergabe zu vermelden: Aus allen verfügbaren Alben erstellt das Media Center ein Mosaik und füllt damit den Bildschirmhintergrund. Die aktuelle Auswahl wird vergrößert, und Abspielmöglichkeiten erscheinen als Overlay-Einblendung. Zudem sind in Zukunft Bewertungen für Inhalte aller Mediengattungen vorgesehen.

Vorschau inklusive: Die überarbeitete Taskleiste von Windows 7 zeigt
kleinere Symbole für jedes Programm mitsamt einer Miniaturansicht.
Neben den großen Displays im Wohnzimmer scheint für Microsoft die Bedeutung von mobilen Geräten an Bedeutung zu gewinnen. Stolz ist man auf die Windows-Touch-Technik für die Bedienung per Fingersteuerung, wie man es von Apples iPhone kennt. Im Zusammenspiel mit dem Turbo-Scroll getauften Suchlauf im Media Center sind Medienbibliotheken schnell und komfortabel durchsucht.
Erleichterungen gibt es auch bei der Dateiverwaltung zu vermelden: Windows 7 bietet virtuelle Ordner, so genannte Bibliotheken, in denen sich Dateien aus anderen Ordnern und Rechnern im Netzwerk zusammenfassen lassen. Vorkonfigurierte Bibliotheken erfassen alle Film-, Foto- und Musikdateien. Die Vernetzung mittels "Homegroup" soll die einfache Verbindung zu anderen Windows-7-Systemen ermöglichen. Lokal gespeicherte Mediendateien kann Windows 7 an Streaming Clients verteilen, also UPnP-kompatible Empfangsstationen oder Media Center Extender wie die Xbox 360. Neu ist dabei, dass aus Windows heraus die Steuerung dieser Netzwerkspieler gelingt. Mit der "Play-To" getauften Funktion lässt sich eine Datei vom Computer zu einem Abspielgerät senden, das dann Decoding und Ausgabe zum Display übernimmt.

Unterhaltungsquellen: Das Media Center kann Filme, Musik und Fotos
aus lokalen Ordnern und aus dem Netzwerk verwalten.
5. Fazit
Insgesamt macht die Beta-Version von Windows 7 auf das finale Produkt neugierig. Kleinere Ärgernisse von Vista scheinen abgestellt, dazu kommt eine Vielzahl an interessanten Neuerungen. Besonders die verbesserten Funktionen bei der Medienwiedergabe, der Heimvernetzung und das überarbeitete Media Center bereiten Vorfreude. Ungewiss bleiben weiterhin die Fähigkeiten von Windows 7 in Bezug auf die Blu-ray-Wiedergabe und den TV-Empfang.
Zusatzinfo: Windows 7 – Versionen im Überblick
Wie gewohnt wird Microsoft Windows 7 in verschiedenen Versionen anbieten. Im Gegensatz zu den Abgrenzungen bei bisherigen Windows-Versionen gibt es zwei Neuerungen: Erstens beinhaltet eine höhere Version sämtliche Funktionen der kleineren Versionen. Zweitens soll das Upgrade auf eine funktionsreichere Version in Zukunft online möglich sein und damit das umständliche Anytime-Upgrade-Programm ersetzen. Die Preise für Windows 7 stehen noch nicht fest.
Windows 7 Home Premium
Der Nachfolger von Vista Home Premium ist für den Einsatz im privaten Bereich gedacht. Das Media Center, Multitouch-Unterstützung und Handschrifterkennung gehören zum Funktionsumfang.
Windows 7 Professional
Bietet den vollen Funktionsumfang von Home Premium inklusive des Media Centers und zusätzliche Funktionen für den Einsatz in Unternehmen. Dazu zählen in erster Linie mehr Möglichkeiten beim Einsatz im Netzwerk.
Windows 7 Ultimate
Beinhaltet die Bit-Locker-Technologie zum Verschlüsseln von Festplatten und Wechseldatenträgern. Außerdem sind nur in dieser Version alle Sprachfassungen integriert.
Weiterhin sind eine Home-Basic-Version für den Vertrieb in Schwellenländern sowie eine Starter Edition für die Verwendung mit rechenschwachen Netbooks geplant. Die Enterprise-Version kommt für große Unternehmen infrage.
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