Windows fürs vernetzte Heim - Seite 2

3. Datenlieferant im Heimnetzwerk

Der Home Server bietet zum Sortieren von Multimedia-Inhalten die drei Verzeichnisse Videos, Photos und Music. Diese Ordner sind öffentlich zugänglich und stehen allen Teilnehmern im Netzwerk offen. Dank der „Windows Media Connect“-Technik können alle kompatiblen Empfangsgeräte im Hause auf die Multimediadaten zugreifen. Die Endgeräte, dazu zählen Fernseher, AV-Receiver oder auch Spielkonsolen, müssen kompatibel zum Universal-Plug-and-Play-Standard (UPnP-AV) sein. Abrufbar ist, was das Endgerät wiedergeben kann, nicht jedoch kopiergeschützte Inhalte.
audiovision wagte einen kurzen Praxistest und probierte den Verbindungsaufbau mit der Xbox 360 und den Streaming Clients Terratec Noxon 2 sowie Pinnacle Show Center 200 und Soundbridge M1001. Alle Geräte fanden den Windows Home Server innerhalb weniger Sekunden und konnten die gespeicherten Inhalte abrufen.
Wer ausprobieren möchte, ob die eigenen AV-Geräte mit Netzwerkanschluss kompatibel zum Windows Home Server sind, kann wie folgt vorgehen: Im Windows Media Player 11 die Medienfreigabe aktivieren. Kann das AV-Gerät auf den Server zugreifen, dann steht auch dem Zugriff auf einen Windows Home Server nichts im Wege.

Ferngesteuert: Diese Konsole übernimmt die Steuerung des Home Servers.
Sie läuft auf jedem Windows-PC im Netzwerk.

Allerdings sind nicht alle Geräte, die den UPnP-AV-Standard unterstützen, kompatibel zueinander. Fujitsu-Siemens stattet seinen Windows Home Server daher zusätzlich mit der Server-Software von Twonky Vision aus. Diese ist konform zu den Richtlinien der Digital Living Network Alliance (DLNA), die Kompatibilität zwischen den verbundenen Geräten sicherstellen – auch zur PS3 von Sony oder den Pioneer-Blu-ray-Playern. Wer Verbindungsprobleme feststellt und DLNA-kompatible Geräte besitzt, kann ebenfalls diesen Weg gehen und den Twonky Vision Server installieren (30 Euro).

4. Fazit 

Der Windows Home Server ist eine komfortable Ergänzung für alle Nutzer eines gerätereichen Heimnetzwerks. Das System arbeitet unauffällig, und das ist ein riesiger Pluspunkt. Wer auf Backup- und Fernzugriffs-Funktion verzichten kann, der mag in Netzwerkfestplatten eine günstigere Alternative finden. Negativ ist der hohe Stromverbrauch im Dauerbetrieb.

Zusatzinfo: Die ersten Windows Home Server

Chiligreen Home Master DH, ab 570 Euro
Ein Intel Celeron 420 und 1GB RAM bilden das Grundgerüst, bis zu drei Festplatten speichern die Daten.

Fujitsu-Siemens Scaleo Home Server
, 600 Euro
Das kompakte Gehäuse nimmt vier Festplatten auf und verfügt mit USB, Gigabit-Ethernet und S-ATA nur über die nötigsten Schnittstellen. Zudem ist das Server-Tool Twonky Vision installiert.

HP Media Smart
, Preis noch offen
Erst nächstes Jahr wird der Home Server von Hewlett Packard erscheinen. Bislang ist es das einzige Gerät, das iTunes unterstützen soll.

Leo Piranha Entertainment Line Home Server, 800 Euro
Der Server-Cubus bietet zwei mal 250 GB und die üblichen Computer-Schnittstellen.

Maxdata Belinea o.center, 500 Euro
Das o.center bietet Platz für maximal vier interne Festplatten. Noch mehr Speicher dockt via USB-Bus an.

Medion Home Server, 600 Euro
Der kompakte Server soll spezielle Funktionen zum Stromsparen bieten und verfügt über den zusätzlichen DLNA-Server Packet Video Connect.

Tarox Connect Windows Home Server 5000, 1.000 Euro
Der bislang teuerste Home Server (Bild unten) bietet aktuelle PC-Technik mit einem Intel Dual-Core Prozessor und zwei Festplatten mit je 500GB.

Zusatzinfo: Der Do-it-yourself Windows Home Server

Mangels verfügbarer Test-Samples haben wir uns an die Installation eines eigenen Windows Home Servers gemacht. Als Grundlage diente der Packard Bell iDesign 5610 mit einem mit 2,6 GHz getakteten Pentium4-Prozessor. Die Installation erfolgt von einem DVD-Medium und ist nach rund einer Stunde abgeschlossen. In dieser Zeit gilt es einige Fragen zu beantworten, darunter den mehrfachen und unmissverständlichen Hinweis, dass alle Daten auf der Festplatte verloren gehen. Probleme traten während und nach der Installation keine auf.
Zum Abschluss der Installation war noch die Eingabe aller Nutzernamen im Netzwerk nötig. Bereits diese Aufgabe muss nicht mehr am Home Server erfolgen, sondern kann von einem beliebigen Windows-Rechner im Netzwerk geschehen.
Dafür bedarf es der Installation der zuständigen Eingabe-Software (Konsole) von einer zweiten Installations-CD. Danach ist der Server aus der Ferne steuerbar und verrichtet seinen Dienst ohne weitere Probleme. Als kniffelig stellte sich noch die Einrichtung des Internet-Zugriffs heraus. Trotz Router mit UPnP-Unterstützung gelang die automatische Einrichtung nicht. Erst mit manueller Freischaltung von drei Ports kam der Erfolg und Zugriff von außen.

Zusatzinfo: Weblinks

www.home-server-blog.de
Blog in deutscher Sprache, der die Entwicklung des Windows Home Server kommentiert und hilfreiche Tipps parat hält.
http://blogs.technet.com/homeserver/
Der Blog des Entwickler-Teams des Windows Home Server bei Microsoft. Erste Anlaufstelle für Neuerungen und offizielle Informationen (Englisch).
www.twonkyvision.com
Anbieter des UPnP-Serverprogramms Twonky Vision.


Dieser Artikel ist in der audiovision 1-2008 erschienen.
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