Blu-ray-Laufwerke am PC

Zum Ansehen von HD-Filmen gibt es Blu-ray-Spieler. Und fürs Abspeichern von HDTV
braucht man einen Blu-ray-Brenner im PC.

Seit Anfang des Jahres herrscht Klarheit: Wer Filme in HDTV-Qualität abspeichern will, braucht dazu Blu-ray-Disc – und einen Computer. Egal, ob es sich um HD-Mitschnitte aus dem Fernsehen handelt, um Downloads aus dem Internet oder eigene Aufnahmen mit einem HDV- oder AVCHD-Camcorder. Natürlich gibt es auch andere Speichermedien, etwa Festplatten oder Speicherkarten. Doch dann braucht man für die Wiedergabe entweder einen PC in der Anlage oder einen speziellen Player.
Brennt man sie dagegen auf einen Blu-ray-Rohling, kann man sie auf jedem Blu-ray-Spieler abspielen – auch bei Freunden.
Noch ist der Markt dabei, sich zu sortieren. Eklatante Preisunterschiede sind normal und leider auch diverse unerklärliche Schwachpunkte bei manchen Produkten oder Lösungen. audiovision gibt eine Orientierung, auf was es beim Laufwerkskauf ankommt.


Aus der Gemeinschaftsproduktion von Philips und Lite-on in Taiwan kommt
das Modell LH-2B1S, ein Zweifach-Brenner.

1. Die Bautypen

Der Oberbegriff Blu-ray-Drives vereint zwei verschiedene Laufwerkstypen: Die normalen Laufwerke, die als Brenner ausgelegt sind, und die so genannten Combos, die Blu-ray nur wiedergeben, aber DVDs und CDs brennen können. Reine Blu-ray-Playback-Lösungen, die gar keine Discs bespielen, gibt es mittlerweile kaum noch.
Unter den Brennern gilt es zwischen den Half-Height-Drives und den externen Laufwerken zu unterscheiden. Half Height ist das Standard-Maß für jede Art von PC-Komponente, die Anschlüsse sind genormt (S-ATA/IDE). Wer den Einbau scheut oder aus anderen Gründen das normale Laufwerk im Rechner lassen will, kann zum externen Typ greifen. Dank USB 2.0 ist der Anschluss kein Problem mehr, in Einzelfällen findet sich eine Firewire-Buchse, wie sie an Mac-Rechnern gängig ist.
Die Combo-Drives – auch BD-ROM genannt – sind allesamt zum Einbau gedacht, wobei es eine Besonderheit gibt: Von Sony-NEC Optiarc existiert ein Slim-Laufwerk zum Einbau in Notebooks. Externe Wiedergabe-Laufwerke werden nicht gebaut.


Das Slimline-Laufwerk BC-5500A wird von Sony-NEC Optiarc hergestellt.

2. Unterstützte Disc-Formate

Bei der aktuellen Generation haben sich gewisse Standards durchgesetzt, über die man nicht mehr reden muss: So lassen sich alle Arten von DVD-Rohlingen brennen und abspielen, auch im Dual-Layer-Verfahren; zu erwähnende Ausnahme ist DVD-RAM, die nicht von allen Laufwerken unterstützt wird. Das spielt eine Rolle, wenn man Aufnahmen von anderen DVD-RAM-Geräten weiterverarbeiten will, etwa von einem DVD-Recorder der Marke Panasonic.
Daneben findet sich in etlichen Laufwerken die Fähigkeit zur HD-DVD-Wiedergabe. Das sind dann Produkte, die mit Komponenten von HLDS arbeiten, dem Joint-Venture von Hitachi und LG. Das Brennen von HD-DVDs ist dagegen mit keinem Laufwerk möglich.
Ganz am Anfang konnten einige Laufwerke CDs weder beschreiben noch abspielen, was an der komplizierten Mechanik der Schreib-Leseköpfe liegt. Bis auf einzelne Modelle von Pioneer (Version BDR-101) sind die aber nicht mehr auf dem Markt.
Da es bei den Blu-ray-Discs nur vier Varianten gibt, nämlich beschreibbar und löschbar, einfach und doppelschichtig (25 oder 50 GB), ist die Kompatibilität relativ gut. Trotzdem gibt es Exemplare, die Dual-Layer-BDs nicht verarbeiten. Die Wiedergabe von Dual-Layer-Disc ist immer gewährleistet.
Ein Sonderfall sind die LTH-Scheiben (Low-to-high), die über eine neue Materialstruktur verfügen. Sie lassen sich günstiger als bisherige Discs herstellen, die meisten Brenner können sie jedoch nicht verarbeiten; diese Fähigkeit ist oft per Update nachzurüsten, doch die gebrannten Scheiben laufen nicht in allen Playern. Die PS3 kann es immerhin mit der aktuellen Firmware. .


Der Pioneer BDR-202 gehört zu den wenigen Modellen, die
keine Dual-Layer-BDs beschreiben können.

3. Geschwindigkeit

Eingeführt wurden Blu-ray-Brenner in den meis­ten Fällen mit zweifacher Brenngeschwindigkeit (2x), was für eine Datenrate von 72 MBit/s steht. Zweifaches Tempo bedeutet, dass eine Single-Layer-Scheibe in 45 Minuten randvoll gebrannt sein sollte. Neuerdings gilt bereits vierfache Geschwindigkeit (144 MBit/s) als erstrebenswert, teilweise sind schon Sechsfach-Drives im Angebot. Das Maxi-Tempo gilt dann aber nur für einschichtige BD-R-Rohlinge, während 50-GB-Discs und wiederbeschreibbare RE-Scheiben gemächlicher gebrannt werden.
Wie bei CD und DVD ist die nutzbare Geschwindigkeit auch von den Rohlingen abhängig. 4x-Scheiben sind seit einiger Zeit auf dem Markt, meist ohne Mehrkosten. Doch die tatsächlichen Werte hängen von anderen Dingen ab: Manchmal wird nicht erreicht, was auf der Verpackung steht, in anderen Fällen lässt sich die Geschwindigkeit per Firmware-Update steigern.
Unserer Erfahrung nach ist es aber nicht sinnvoll, beim Brennen den Bestwert zu suchen. Angesichts hoher Rohlingpreise sollte man es langsam angehen und den Laufwerken Zeit lassen. Das verbessert die Wahrscheinlichkeit, dass die Disc fehlerfrei abspielbar ist.


Wie den Brennern sind auch den Rohlingen Geschwindigkeitsklassen
zugeordnet, hier eine Vierfach-Disc von Panasonic. 

4. Die Brenn-Software

In aller Regel liegt bei einem Laufwerk auch eine Brennsoftware mit in der Packung. Es handelt sich dabei immer um Software-Kombinationen, denn neben dem Abspielen von Blu-ray (und gelegentlich HD-DVD) muss auch DVD-Wiedergabe möglich sein. Für Blu-ray ist ein regelmäßiges Update notwendig, sonst gilt die AACS-Lizenz nicht mehr; nicht bei allen Anbietern ist garantiert, dass die Updates kostenlos sind.
Bei Combos fehlt der Brennsoftware die Fähigkeit, Blu-rays zu erzeugen. Das Freischalten der Blu-ray-Funktion kostet Aufpreis. Am weit verbreitetsten ist die Software Cyberlink BD-Solution. Auch Roxio (mit Toast) oder Nero sind brauchbare Lösungen. Allerdings können die Programme oft nicht mehr als das Übertragen der Daten auf die Scheiben. Eine echte Film-Blu-ray, die auf Standalone-Playern läuft, wird dabei nicht erzeugt. Eine Alternative sind Schnittprogramme für Videofilmer. Sie haben oft den Vorteil, dass sie flexibler sind im Import, also diverse Formate akzeptieren. Alle Programme haben allerdings gemeinsam, dass sie die Daten neu berechnen. Das direkte Abspeichern von Filmdateien ist zwar möglich, aber dann hat die Blu-ray-Disc kein korrektes Authoring (Formate BD-AV oder BD-MV). Eine PS3 spielt auch nicht umcodierte Daten ab, normale Blu-ray-Player dagegen nicht.


Im Paket immer enthalten ist ein Software-Kit für das Brennen und die Wiedergabe von Blu-ray-Discs
und DVDs; bei LG ist das die BD-Solution von Cyberlink.



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