Heimkino-Mediaplayer mit Festplatte

Externe Festplatten spielen Filme, Musik und Fotos – manchmal
sogar ohne Computer. Selbst hochauflösendes Video und effiziente
Codecs wie H.264 werden unterstützt.


Leidet Ihr Computer auch unter chronischem Speicherplatzmangel, weil die Festplatte zu viele Fotos, Musik und Videos enthält? Dann ist eine externe Festplatte die einfachste Lösung. Angeschlossen per USB oder Firewire steht der zusätzliche Speicher innerhalb weniger Sekunden zur Verfügung, auf Windows oder Mac.
Besonders pfiffige Exemplare spielen Mediendateien auch ohne die Hilfe eines Computers. Dafür statten die Hersteller die Laufwerke mit Anschlüssen für die Bild- und Tonausgabe aus und bauen einen zusätzlichen Chip – meist aus dem Hause Sigma Designs – für die Decodierung der Multimediadaten ein. Galten solche Geräte noch vor einem Jahr als Geheimtipp, so haben sie 2008 den Massenmarkt erreicht. Große Marken wie Philips, Emtec und Packard Bell bieten inzwischen eigene Modelle an.
Gegenüber anderen Lösungen zum Abspielen von Multimedia-Dateien bieten solche Festplatten handfeste Vorteile. Wer seine Filme bislang auf DVD speicherte, der spart den Brenn­vorgang und kopiert die Filme nur noch via USB auf die Festplatte. Das Laufwerk ist zwar nicht so transportabel wie eine DVD-Scheibe, passt aber in jeden Rucksack, wenn der Videoabend bei Freunden stattfindet. Im Vergleich mit einem Media-Center sind die Multi­mediafestplatten allerdings weniger flexibel, denn sie unterstützen weniger Bild- und Tonformate – verständlich, denn das nachträgliche Installieren von Codecs ist nicht möglich. Dafür sind sie preiswerter, sowohl bei der Anschaffung als auch in puncto Stromverbrauch.
Wir haben zwei Geräte ausprobiert: den Philips SPE9010CC und den Dvico TVix HD-M5100. Während Philips seine Geräte nur mit Festplatte anbietet, können Bastler das TVix auch ohne Speicher erwerben und eine eigene Platte mit Serial-ATA-Anschluss einbauen. Neben den vorgestellten Modellen von Dvico und Philips gibt es weitere Geräte am Markt. Unsere Tabelle (rechts) vergleicht die wichtigsten Merkmale.

  
Zwei Beispiele: Die Philips-Festplatte kann nur PAL-Auflösung, die TVix spielt auch HD-Formate.
 
    Alternativen kommen von LaCinema, Freecom und Emtec.

1. Wiedergabemöglichkeiten

Über die Abspielfähigkeiten entscheidet der Signalprozessor. Dabei ist die TVix-Box mit dem Chip Sigma De­signs EM8623 im Vorteil, denn dieser Chip erkennt viele Video­formate, darunter Exoten wie Matroska, bei Video­codes auch H.264 oder VC-1. Dabei stellt die Auflösung kein Hindernis dar, denn die TVix-Box spielt Videos bis zu 1.920 x 1.080 Pixel. Selbst die Aufnahmen eines AVCHD-Camcorders im MHS-Dateicontainer bereiten der Box keine Probleme. Die Multimedia-Festplatte von Philips beherrscht dagegen kein HD. Schluss ist bei maximaler PAL-Auflösung (720 x 576) und auch die Zahl der unterstützten Dateiformate und Codecs ist geringer.


Alles dran: Die Rückseite des
TVix HD-M5100 verfügt
über alle nötigen Bild-
und Tonanschlüsse.

2. Anschlussvarianten

Die AV-Anschlüsse spiegeln die Fähigkeiten der Medienspieler wieder. Da Philips bei Video maximal PAL-Auflösung ausgibt, sind nur Anschlüsse für FBAS und S-Video vorhanden. Ärgerlich ist die Verwendung einer speziellen Anschlussbuchse, denn so braucht es zur Verbindung mit dem restlichen Equipment immer den mitgelieferten Adapter. TVix protzt dagegen mit einer Vielzahl an Bild- und Tonausgängen, darunter auch HDMI und YUV. Beide Ausgänge ermöglichen die Darstellung von 1080 Bildzeilen sowohl interlaced als auch progressiv. Dabei kann die Ausgabe mit der Bildrate der Videodatei erfolgen, die TVix-Box wechselt dann zwischen 60, 50 oder 24 Hertz. Zum Kontakt mit dem Computer nutzen beide Laufwerke die USB-2.0-Schnittstelle. Daten sind damit schnell auf die Multimedia-Festplatte kopiert. Im Test war eine Videodatei von knapp einem Gigabyte in 70 Sekunden übertragen.


Quellenwahl: TViX spielt Medien von der internen
Festplatte und per Netzwerkverbindung.

3. Bedienung

Der Startvorgang benötigt bei beiden Geräten rund fünfzehn Sekunden. Danach kann die Medienauswahl per Fernbedienung beginnen. Am TVix-Gehäuse befinden sich außerdem einige Tasten, die einfache Bedienungsschritte erlauben. Das Display informiert lediglich über Timecode und Wiedergabemodus, zur Auswahl von Filmen, Musik und Fotos benutzen sowohl Tvix als auch Philips den Bildschirm. Beide Geräte zeigen die Dateistruktur auf dem Laufwerk an, die Navigation erfolgt durch Auswählen von Ordnern und Dateien. Eine Suche mit Dateitags wie Künstler oder Titel ist nicht vorgesehen.
Während der Wiedergabe stehen die gewohnten Steuerfunktionen zur Verfügung. Das Bildspulen ist bei beiden Geräten möglich, allerdings genehmigt sich der Philips einige Bedenksekunden, bevor der Zeitraffer startet. Auch ist der Sprung zu einem Zeitpunkt möglich. Nicht vorgesehen ist dagegen das Setzen von Kapitelmarken.


Einfach: Für jede Mediengattung zeigt das Hauptmenü von Philips einen Ordner.



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