Monitore für die Vorschau

Manchmal kann es sich als recht praktisch erweisen, einen zweiten, kleinen Bildschirm in der Anlage zu haben – aber einen zu finden ist schwieriger als man denkt.

Ohne Bild geht nichts im Kino. Wer auf seiner Anlage öfter Musik hört, wird den großen Bildschirm nicht immer anwerfen wollen. Sei es, weil er nicht auf eine leere Fläche starren will, sei es, um Strom zu sparen oder die Beamer-Lampe zu schonen.
Bei CDs kann man auf einen Bildschirm verzichten, denn sie starten mit einem Knopfdruck. Bei DVD-Audio, SA-CDs oder einer Musik-DVD sieht es schon schlechter aus. Oft braucht man doch ein Menü, zumindest dann, wenn man noch etwas in den Einstellungen der Anlage verändern will. Dann also doch das Großbild einschalten?
Anderes Szenario: Wenn man sich einen Film zusammen mit Gästen ansieht, möchte man einen Ablauf wie im Kino – also ohne nervige Warneinblendungen, die nicht übersprungen werden dürfen, ohne Suchen in Menüs nach der richtigen Sprach- und Untertitel-Einstellung. Alles soll in dem Augenblick startbereit sein, in dem der Film beginnt.
In beiden Fällen wäre es nützlich, einen Vorschau-Monitor zu haben. Und natürlich muss er dann ausgehen, wenn er nicht mehr gebraucht wird. Die Suche nach einem passenden Gerät gestaltet sich allerdings nicht so einfach.


Das Einmess-Menü des Pioneer SC-LX90 verlangt nach einem eher großen Schirm.

1. Die Verkabelung

Wenn es beim Vorschau-Monitor nur um die Bedienung des Players geht – und auch nur einer in der Anlage vorhanden ist – kann man das Display direkt an einen Videoausgang des Abspielgeräts anschließen. Diese Lösung hat den Vorteil, dass man über den Receiver/Verstärker ein anderes Programm laufen lassen kann, während man noch mit Such- oder Einstell-Arbeiten beschäftigt ist. Nachteilig ist, dass auf diesem Schirm keine Bildschirm-Menüs vom Decoder oder Verstärker zu sehen sind. Dafür braucht man dann das Großbild.
Nimmt man dagegen den Cinch-Ausgang für Monitore am AV-Receiver, kann man auf alle Quellen einen Blick werfen, ebenso auf die Einstellmenüs des Geräts selbst. Was dann nicht geht, ist eine Vorschau, während ein anderes Bild auf dem großen Schirm zu sehen ist. Einige wenige AV-Zentralen haben auch eine Multiroom-Funktion für Video, das ist dann die einzige Möglichkeit für diese Einsatzvariante.
Dazu kommt, dass es von Gerät zu Gerät variiert, wie die Signale durchgeschleift werden. Während ein Umsetzen auf höherwertige Signalvarianten fast immer funktioniert, ist eine Wandlung in minderwertige Formen meist nicht vorgesehen. Was als HDMI eingespeist wird, kommt nicht über Cinch wieder heraus. Dann muss man zusätzlich zu den Signalen fürs Großbild Leitungen für den Vorschaumonitor verlegen. Um die Menüs vom AV-Receiver anzuzeigen und den Player getrennt vom großen Bildschirm steuern zu können, wären also zwei Videoeingänge sinnvoll. Das macht es aber nochmal schwieriger, das richtige Produkt zu finden.


Philips hat einen schicken Mini-Fernseher, doch der PVD1079 kostet fast 350 Euro.

2. Kleiner Fernseher

Erste Wahl für einen Zweitbildschirm ist ein kleiner Fernseher, weil man erwartet, dass er Videosignale versteht. Das ist richtig, solange es sich um ein halbwegs modernes Gerät auf LCD-Basis handelt. Ältere Röhrengeräte haben unter Umständen Probleme mit 60-Hertz-Signalen, wie sie häufig auf DVD-Audio-Scheiben zu finden sind. Auch Blu-ray-Player liefern bei den meisten Musikscheiben keine 50-Hertz-Bilder.
Bei der Suche nach geeigneten Geräten stellt man fest, dass sie selten geworden sind. Standgeräte mit weniger als 15 Zoll Durchmesser sind nahezu ausgestorben. Wenn man doch etwas findet, ist es meist alles andere als güns­tig. Eine der Ausnahmen ist die Firma Xomax, die ihre Produkte vorwiegend über Amazon- und Ebay-Händler vertreibt. Dort sieht man sogar Angebote mit neun und zehn Zoll-Diagonalen (23 und 25cm), von 170 Euro aufwärts, plus Versand.
Ein echtes Schmuckstück ist der Philips PVD1079, ebenfalls zehn Zoll groß und 350 Euro teuer. Er hat aber natürlich zu viel Ausstattung an Bord, um ihn nur als Zweitbildschirm einzusetzen – vom DVB-T-Tuner über einen SD-Kartenslot bis zur DivX-Wiedergabe. Ältere Versionen wie der PVD1075 sind günstiger zu bekommen. Trotzdem sind kleine stationäre Fernseher sehr teuer im Vergleich zu deutlich größeren Bildschirmen. 19 oder 20 Zoll inklusive TV-Empfang kosten oft nicht mehr als 250 oder 300 Euro, doch eigentlich ist ein solcher Schirm zu groß für viele Anlagen. Aber es wäre eine Überlegung wert, eventuell doch eine Nummer größer einzusteigen.


Eine seltene Erscheinung ist der Xomax XM-TVB90 mit neun Zoll Diagonale.

3. Mobile Fernseher

Eine Alternative sind mobile Geräte, die meistens für DVB-T-Empfang ausgelegt sind. Sie sind in Größen um zehn Zoll zu bekommen, sogar sieben Zoll (18 cm) findet man. Ein interessantes Gerät ist der X4-Tech Zelo T10. Er hat ein Breitbild-Panel und mit 800 x 480 Pixeln sogar eine brauchbare Auflösung. Dank getrenntem Video- und S-Video-Eingang lässt er sich vielseitig in die Anlage einbinden, bei einem PC sogar zusätzlich über VGA. Mit der Fernbedienung kann man ihn auch schnell um- oder ausschalten. Außerdem ist im Lieferumfang bereits ein Akku enthalten, so dass es eigentlich an nichts fehlen sollte.
Wer möchte, kann den X4-Tech sogar als DVB-Tuner nutzen, denn er hat einen Videoausgang. Mit rund 280 Euro ist er kein Schnäppchen für seine Größe, doch er macht sich auch außerhalb des Kinos nützlich, sei es als Monitor im Auto oder als mobiler Fernseher.


Von X4-Tech kommen eine ganze Reihe praktischer Monitore zwischen sieben und zehn Zoll Diagonale.



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