100 & 200 Hertz bei LCD-Fernsehern - Seite 3
10. Toshiba: Active Vision M100/HD
Derzeit ist Toshibas Active-Vision-System in zwei Versionen zu finden, nämlich als M100 und als M100HD. Die einfachere Ausführung steckt in WXGA-Panels (768 Zeilen), während die andere Full-HD-Schirmen vorbehalten ist. Bei M100 lässt sich die Zwischenbildberechnung (Motion Interpolation) nur an- und ausschalten, eine saubere 24p-Darstellung ist dabei nicht möglich. M100HD verfügt über eine Filmmode-Erkennung, wobei in der Stufe "sanft" Zwischenbilder eingefügt werden, 24p-Signale kommen hier auf 120 Hertz. In "Normal"-Position erfolgt eine korrekte 24p-Wiedergabe entsprechend dem Originalsignal, bei Einstellung auf "Aus" bleibt man bei zweimal 60 Hertz mit entsprechend unsauberem Ablauf (3:2 Pulldown).
Für 2009 sind noch M200HD und M200HD pro geplant. Die einfachere Variante erzielt die Holdzeiten durch ein mit halber Frequenz blinkendes Backlight, während die Pro-Version echte 200 Zwischenbilder errechnet. Nach ersten Unterlagen kann man die Hintergrundbeleuchtung zwischen 75 und 25 Prozent regeln, verbunden mit entsprechenden Einbußen in der Helligkeit. Geräte mit M200HD kommen ab Mai auf den deutschen Markt.
11. Fazit
100 oder gar 200 Hertz bringen einen deutlichen Fortschritt für die Bewegungsdarstellung bei LCD-Fernsehern. Doch die Wege dahin unterscheiden sich beträchtlich, ebenso die dafür benutzten Ausdrücke, sowohl in der Kennzeichnung wie in der Bedienung.
Auch wenn sich viele Lösungen recht ähnlich sind, kommt es doch immer auf den Einzelfall an. Eine generelle Empfehlung zur Einstellung kann man seriöserweise nicht geben, daher führt die AV-Redaktion das bei jedem Testgerät separat auf.
Zusatzinfo: Stichwörter: Basiswissen zu 100-Hz-LCD
Filmmode-Erkennung
Für eine saubere Wiedergabe von Spielfilmen ist entscheidende Voraussetzung, dass die Elektronik eines TV-Schirms erkennt, dass die Quelle mit 24 Bildern pro Sekunde aufgenommen wurde – zumindest dann, wenn kein 24p-Signal direkt eingespielt wird. Dazu benötigt man eine Filmmode-Schaltung, die das Bild auf die typischen Wiederholungen analysiert: das erste Bild dreimal, das zweite zweimal (3:2) bei 60 Hertz, doppelte Wiederholung (2:2) bei Filmwiedergabe mit 50 Hertz. Ohne diese Erkennung wird die Darstellung fehlerhaft, weil eine Interpolation zwischen identischen Bildern keinen Zwischenschritt ergibt. Im zweiten Prozess kann dann entschieden werden, wie das Bild zu sehen sein soll. Das kann schlichte Wiederholung sein, was dem Original am nächsten kommt, oder die Errechnung von Zwischenbildern, womit das typische Ruckeln des Kinobildes beseitigt wird.
Smooth frame
Eine Variante der 100-Hz-Technik, die Störungen durch die Zwischenbildberechnung vermeidet, heißt Smooth frame, also das Einfügen eines unscharfen Bildes. Durch simple Filterung nimmt man dem Bild die scharfen Kanten, so dass sich die für das Auge wahrnehmbare Kontur auf die Hold-Zeit eines 100-Hertz-Systems verkürzt. Durch das unscharfe Zwischenbild sind allerdings die Bewegungen nicht so knackig wie bei echter Berechnung einer neuen Bildphase. Bei vielen Herstellern versteckt sich hinter Einstellvarianten wie "mild", "weich" oder "gering" die Smooth-frame-Technik.
Overscan
Das Abschneiden von Rändern des Bildes wird Overscan genannt und ist ein Überbleibsel aus den Tagen von analoger Übertragung und von Röhrenbildschirmen. Heutzutage ist Overscan weitgehend verzichtbar. Bei 100-Hz-Technik allerdings kann er dafür genutzt werden, die Ränder korrekt zu berechnen, wo sonst Störungen kaum zu vermeiden wären – etwa bei sich ins Bild schiebenden Objekten. Daher war der Overscan teilweise nicht abschaltbar, was heute aber nicht mehr die Regel ist. In vielen Fällen ist eine Eins-zu-eins-Darstellung aller Pixel nur möglich, wenn es sich um ein Full-HD-Gerät und um passende 1080i/p-Signale handelt. Bei anderen Kombinationen aus Geräte- und Bild-Auflösung ist der Overscan dagegen oft nicht abzustellen, weil hier ohnehin umgerechnet werden muss. Die Abschaltung nennt sich auch Unskaliert, Vollpixel, Direct Pixel, Dot-by-dot oder Pixel-to-pixel. Für die Erteilung des Logos "HD-ready 1080p" ist die Overscan-Abschaltbarkeit Voraussetzung.
Dieser Artikel ist in der audiovision 5-2008 erschienen.
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