Projektoren & TVs unsichtbar machen

Je größer der Fernseher, desto mehr fällt er auf, wenn er nicht benutzt wird. Abhilfe gibt es in verschiedenen Formen.

Das ist der Traum im Wohnraum: Auf Knopfdruck schließen sich die Vorhänge, die Lichter dimmen sich, die Musik des Vorspanns ertönt, und wo vorher nichts zu erkennen war, leuchtet nun das Bild. So perfekt geht es nicht immer, denn Räumlichkeiten und finanzieller Spielraum geben es selten her.
Aber das Problem ist nicht von der Hand zu weisen. Sobald ein Zimmer nicht ausschließlich als Kino dient, stört der Schirm, wenn er nicht eingeschaltet ist. Früher konnte man ihn noch in einer Schrankwand verstecken, doch da gingen die Diagonalen nicht über 70 Zentimeter hinaus. Heute, da die Untergrenze für echtes Filmerlebnis bei einem Meter liegt, dominiert die dunkle Bildfläche einen Wohnraum wesentlich stärker – vor allem, weil die Sitzgruppe in diese Richtung weist.
Schon aus diesem Grund verzichten viele TV-Käufer auf Bildschirmgrößen, wie sie eigentlich für Raumdimensionen und Sitzabstand sinnvoll wären, und kaufen zu klein – echtes Kinofeeling ist dann kaum möglich. Schließlich soll das heimische Wohnzimmer ja nicht so aussehen, als ob sich hier alles ums Fernsehen dreht. Für diesen Zwiespalt gibt es aber eine Reihe von Lösungen, für Projektion genauso wie für große Plasma- und LCD-Fernseher. Wir zeigen Ihnen auf den nächten Seiten die wichtigsten Möglichkeiten, das Großbild zu verstecken. (lö)






Von Future Automation kommen speziell angefertige Panels, die einen Schirm
innerhalb von Sekunden verschwinden lassen.

1. Projektor in der Decke

Ob man einen Projektor überhaupt verstecken muss, darüber mag man streiten. Schließlich ist das Gerät selbst wesentlich kleiner als das Bild und außerdem nicht mitten im Blickfeld, sondern meistens oben unter der Decke. Und manchmal kann man ein helles Gehäuse wählen, so dass die Auffälligkeit gemindert wird.
Wenn der Projektor aber verschwinden soll, ist die erste Option die Decke. Um das Gerät zum Vorschein kommen zu lassen, gibt es zwei Möglichkeiten: entweder mit einem Lift oder über Umlenkspiegel. Lifts sind mechanisch komplizierter, weil sie das Gewicht des Geräts bewegen müssen, Spiegel dagegen optisch anspruchsvoller, da nur hochwertige Oberflächenspiegel das Bild nicht verschlechtern – sie haben allerdings den Vorteil, dass der Projektor dadurch ständig vor Rauch oder Schmutz geschützt ist und sein Laufgeräusch deutlich gedämpft wird. Andererseits braucht das Gerät in der Decke ein ausreichendes Luftvolumen, um nicht zu überhitzen; bei Einsatz eines Lifts hat man dieses Problem nicht.
In beiden Fällen braucht man jedoch Luft nach oben, die in vielen Häusern nicht gegeben ist. Mindestens die Höhe des Geräts selbst, plus Raum für Einbau und Mechanik, muss man rechnen, also 20 bis 30 Zentimeter. In Altbauten mit Raumhöhen von drei Metern und mehr bietet sich das Einziehen einer Zwischendecke als Lösung an, womit man nicht nur die Heizkosten reduzieren, sondern auch Platz für Kabel und eventuell sogar Lautsprecher schaffen kann (siehe audiovision 1-2009). Falls über dem Kino-Wohnraum ein Dachboden ist, kann man dort einen Kasten installieren, wenn die Öffnung nach unten nicht die Isolierung zerstört.
Verschlossen wird die Projektoröffnung in der Regel mit einer Gipsplatte, die sich wie der Rest der Decke streichen lässt. Meistens wird ein Rahmen rings um die Platte notwendig, damit kein Spalt offen bleibt. Billig ist solch eine Lösung aber nicht: Schon ein Projektorlift kostet je nach Tragfähigkeit und Hubhöhe zwischen 1.500 und 2.000 Euro, Installationsaufwand nicht mitgerechnet.


Auch so kann man einen Projektor verstecken, wie die Firma Dellegno
demonstriert; das Mittelteil öffnet sich nach unten.


Deckenspiegel belassen den Projektor an seiner Position, wo er leise
und geschützt arbeiten kann (Bild: Spalluto).


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audiovision - Ausgabe 02/12

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