Internet im Wohnzimmer – Seite 2

5. Mit dem TV-Kabel

Relativ neu in Europa ist die Ethernet-Verteilung über das TV-Kabel, das von der Antenne beziehungsweise aus dem Keller kommt – Ethernet über Coax oder kurz Coaxnet genannt. Wie bei der Stromleitung wird hier ein Signal quasi huckepack auf die bestehenden Leitungen moduliert. Dabei sollen sich, so die Anbieter, die unterschiedlichen Daten nicht gegenseitig stören, so dass der TV-Empfang neben der Breitbandverkabelung weiter funktioniert.

Vom Prinzip her sind die Vorteile mit Powerline vergleichbar. Allerdings ist die Technik noch nicht so lange auf dem Markt, um alle eventuellen Störungen schon beseitigt zu haben. Man sollte beim Kauf daher eine gewisse Vorsicht walten lassen. Preise und Datenraten von Coaxnet stimmen mit der Übertragung per Stromnetz überein. Die Technik ist im so genannten MoCA-Konsortium standardisiert, als Multimedia over Coax. Dennoch ist nicht sicher, dass Geräte unterschiedlicher Anbieter problemlos miteinander funktionieren.


Von Allnet kommt dieser Adapter, der Breitbandsignale über das Koax-Netz im Haus verteilt. 

6. Fazit

Natürlich kann man ein Home Cinema auch ohne Breitbandverbindung betreiben. Irgendwann allerdings, das kann man schon heute sagen, erwischt es jeden. Insofern ist es sinnvoll, sich rechtzeitig darauf vorzubereiten und die Optionen zu kennen.
Spätestens dann, wenn man ein Gerät für das fällige Firmware-Update nicht mehr von allen Kabel befreien, danach ins Arbeitszimmer oder gar zum Händler schleppen muss, stellt man fest, dass sich die ganze Mühe gelohnt hat.


Zusatzinfo: Router, Hub oder Switch

Kernstück jedes häuslichen Netzwerks ist ein Router. Er verteilt alle Datenpakete gemäß ihrer Bestimmung auf die jeweiligen Leitungen, so dass sie schnell und sicher zu den Geräten gelangen. Er greift also aktiv ins Geschehen ein und sorgt so dafür, dass die gerade nicht benötigten Leitungen frei für andere Zwecke bleiben.
Als Hub wird dagegen meist ein Verteiler bezeichnet, der ohne eigene Intelligenz einfach die Datenströme verteilt, so dass sich ein Endgerät die benötigten Daten heraussuchen muss; sie sind daher günstiger als Router. Damit geht natürlich die verfügbare Bandbreite deutlich in den Keller, wenn mehr als ein Nutzer aktiv ist.
Unter Switch versteht man einen intelligenten Hub, der weiß, welche Geräte an welchem Ausgang hängen, und entsprechend die Bandbreiten besser nutzt. Allerdings
gehen die Bezeichnungen Hub und Switch etwas durcheinander. In der Regel wird man einen Router direkt dort einsetzen, wo die DSL-Leitung ankommt. Von dort gehen Leitungen jeder Art zu den Geräten, sei es der PC im Arbeitszimmer oder zur AV-Anlage im Wohnzimmer. Wenn dort jeweils mehr als ein Anschluss benötigt wird, kann man meistens ohne Probleme einen einfachen und preiswerten Hub verwenden – man hat ja auch nur einen Bildschirm und benötigt daher die Bandbreite auch nur einmal.


Dieser Artikel ist in der audiovision 2-2009 erschienen.
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