Japan: TV-Hersteller leiden unter fehlender Konkurrenz
Das ist mal ein Musterfall für Volkswirtschaftler: Wie man durch Marktabschottung sich selber schadet, demonstrierte in den letzten Jahren die japanische TV-Industrie. Zwar ist ihr Heimatmarkt nicht ganz frei von Kontkurrenz aus dem Ausland, aber es sind vor allem die Handelsstrukturen, die fremden Anbietern den Zutritt erschweren. So bleiben in Japan Sony und Panasonic, Sharp und Toshiba weitgehend unter sich, kleinere Marken sind zum Beispiel Mitsubishi und Hitachi, die sich weltweit fast überall aus dem TV-Geschäft zurückgezogen haben. Billiganbieter aus Taiwan oder China schaffen es wegen der hohen Vorfinanzierung im Handel kaum in die Läden. Das Ergebnis ist, dass die japanischen Anbieter bisher alle viel zu große Modellpaletten hatten, mit deutlich zu geringen Stückzahlen und folglich zu hohen Kosten pro Modellvariante.
Erst jetzt, aufgrund massivster Verluste bei den drei großen Anbietern Panasonic, Sony und Sharp, ändert sich die Strategie – zumindest teilweise. Auch die Japaner lassen nun die Billig-Produkte von Taiwan oder China fertigen, von OEM-Produzenten wie Compal, Amtran, TPV oder Foxconn. Besonders radikal fiel der Schwenk bei Sharp aus, wo man die eigene Produktion aller TV-Panels unterhalb von 60 Zoll eingestellt hat. Der bisherige Präsident Mikio Katayama hat die Wende noch mitvollzogen, auf seine letzte Amtszeit die Verluste verbucht und den Job an Takashi Okuda übergeben.
Und noch ein weiteres Musterbeispiel für schädliche Eingriffe: Im Jahr 2010 gab es massive Kaufanreize durch den Staat für stromsparende Geräte, die vor allem von TV-Käufern rege in Anspruch genommen wurden. Dass der Markt im Jahr darauf fast auf die Hälfte zusammenbrach, muss nicht verwundern. Exportieren konnten die Japaner die überschüssigen Geräte aber nicht mehr, sie waren zu teuer.

Der neue Sharp-Präsident Takashi Okuda muss eine neue Strategie umsetzen.
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