Dolby: 3D-Sound mit Atmos

vom 19.06.12 | 10:16

Dolby: 3D-Sound mit Atmos Es wäre ja auch ein Wunder gewesen, wenn Dolby nur zusieht, wie die Konkurrenz 3D-Tonsysteme entwickelt. Die Antwort der Firma, die gerade Kodak als Ikone der amerikanischen Filmbranche ablöst, heißt schlicht und einfach Atmos. Wie Atmosphäre, was im Filmton das Hintergrundgeräusch bezeichnet.

Um die Kompatibilität mit heutigen Kinos zu wahren, besteht der Ton in einer Digital Cinema Package (DCP) aus einem normalen 5.1- oder 7.1-Soundtrack und einem eigenen Datenpaket im Atmos-Verfahren. Das wird in konventionellen Anlagen ignoriert, während ein System mit dem speziellen Atmos-Decoder auf diese Daten zugreift. Innerhalb des Atmos-Verfahrens sind bis zu 128 Spuren möglich, die entweder als Beds ausgelegt sein können, was einem normalen Kanal entspricht, oder als Objekt. Das sind Geräusche, die bestimmten Ereignissen oder Gegenständen zugeordnet sind, sich aber frei positionieren lassen. Wo sie hingehören, das verraten Meta­daten, so dass das Geräusch immer an einem bestimmten Punkt im Raum platziert werden kann. Die Kombination aus Bed und Objekten ergibt dann den kompletten Soundtrack.

Dolby: 3D-Sound mit Atmos
Das bisherige Kodak-Theater, Schauplatz der Oscar-Verleihungen, wird künftig den
Dolby-Schriftzug tragen und als erstes Kino mit der neuen Atmos-Technik ausgerüstet.

Dolby: 3D-Sound mit Atmos
Erstmals vorgeführt wurde das 3D-Soundsystem auf der Cinemacon-Messe
in Las Vegas – mit einer stattlichen Zahl Lautsprecher an der Decke.


Dabei ist allerdings vorgesehen, dass der finale Mix erst im Kino erzeugt wird. Je nach Position und Anzahl der Lautsprecher rendert der Decoder den Ton, zum Beispiel auch auf fünf Lautsprecher hinter der Leinwand, wie in vielen Kinos vorhanden. Zusätzlich empfiehlt Dolby für Atmos zwei zusätzliche Reihen von Boxen über den Köpfen, weitere Lautsprecher vorne an den Seiten und zwei Subwoofer hinten.

Dolby TrueHD wird aufgewertet

Das TrueHD-Verfahren von Dolby hat bisher auf Blu-ray den Kürzeren gezogen gegen das andere verlustfrei komprimierende System DTS-HD Master Audio. Jetzt wird es aufgewertet, so dass die Soundtracks zuhause besser klingen können als bisher. Das Werkzeug dazu ist ein Upsampling-Prozess, der den Filmton von 48 auf 96 kHz hochrechnet. Das alleine bringt wenig, aber die höhere Auflösung erleichtert bei der Wiedergabe eventuelle Korrekturen, etwa im Frequenzgang durch eine Raum­einmessung. Damit aber keine Fehler beim Hochrechnen passieren, verwendet Dolby nun ein Verfahren von Meridian, das Verzerrungen maskieren und damit unhörbar machen soll. Damit, so behaupten die Dolby-Techniker, verlagert sich der Rechenaufwand vom AV-Receiver auf den Encoder im Studio, der das besser beherrscht.

Dolby: 3D-Sound mit Atmos
Die Maskierungstechnik von Meridian soll das Pre-Ringing unhörbar
machen und damit das Hochskalieren auf 96 kHz verbessern.




 

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