Samsung kündigt OLED-TV an
Der südkoreanische Unterhaltungselektronikspezialist Samsung kündigt für diese Woche seinen eigenen OLED-TV an. Dabei wird auch erstmals der finale Name des TVs genannt. So wird das 55 Zoll OLED-Flaggschiff künftig unter der Bezeichnung ES9500 laufen.
Anders als LG ist Samsungs OLED ein "echter" RGBler, bei dem sämtliche RGB-Schichten von sich aus leuchten, während bei LGs OLED die organische Schicht weiß ist. Bei LG besteht ein Pixel aus 4 Subpixeln, RGB + Weiß und per "Color Refiner" wird die Optimierung hinsichtlich der Farbe betrieben.
Der "native" Kontrast liegt bei den OLEDs bei rund 100.000:1 und der dynamische ist mit seinen 100.000.000:1 nahezu unendlich. Mit einer Reaktionsgeschwindigkeit von unter 0.1ms ist er schneller als ein LCD jemals sein wird. Dazu kommt ein überragender Schwarzwert, ein erweiterter Farbraum und ein sehr breiter Blickwinkel. Gleichzusetzen mit dem eines Plasmas.
Bleibt zu hoffen, dass Samsung den Alterungsprozess der Leuchtschichten in den Griff bekommt, denn Blau altert am schnellsten. Unter Umständen kann es so zu unschönem Farbstich kommen.
Samsungs OLED-TV ist mit allerhand Smart-TV-Spielereien versehen. Bietet Zugriff auf Internet-Inhalte, Apps, Streaming-Angebote sowie die Anbindung von mobilen Geräten. Zudem setzt Samsung beim ES9500 auf eine Bedienung per Sprache und Geste. Intern werkelt ein Dual-Core, der das Ausführen von mehreren Anwendungen gleichzeitig ermöglicht. Per "Dual View Feature" können Nutzer mit ihren 3D-Brillen zwei Bilder parallel auf einem Bildschirm zu betrachten, ähnlich eines Splitscreens beim daddeln. Allerdings in voller Pracht auf dem Schirm angezeigt.
Wenn Samsung ihn diese Woche vorstellt, hätte man seinem ärgsten Wiedersacher LG, der auf der CES im Januar in Las Vegas ebenfalls ein 55 Zoller vorstellte, eines ausgewischt. Denn der koreanische Konkurrent will seinen OLED-TV erst am Rande der Filmfestspiele in Cannes, die vom zwischen dem 16. und 27. Mai stattfinden, präsentieren. Als Datum schwebt der 23. Mai im Raum. Allerdings sprach man bei LG von Massenproduktion.
Der Samsung-Manager kündigte an, das OLED-Modell werde in etwa doppelt so teuer sein wie ein herkömmliches LCD-Gerät der gleichen Größe. Zehn Millionen Won (rund 6700 Euro) sollen für den ES9500 berappt werden. Genaue Preise und Verfügbarkeiten nannte Kim Hyun Suk aber nicht. Nur das Samsung ab der zweiten Jahreshälfte mit ihm durchstarten werde. Wahrscheinlich ist wohl der Start zur kommenden Olympiade in London. (ki)
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