Piraten: Alternative zum Kopierschutz gesucht
Nichts macht in einer AV-Anlage mehr Ärger als der Kopierschutz und das Rechtemanagement.Sie unterbrechen scheinbar ohne Grund Bild und Ton, verhindern die Benutzung eines Gerätes in Ludwigshafen, das in Mainz problemlos funktioniert.
Dass die Piratenpartei dieses Problem lösen will, ist nicht überraschend, gehört die freie Verfügbarkeit digitaler Inhalte doch zum Kernprogramm der neuen Partei.
Schwierig allerdings ist die Vorstellung, wie man den Kopierschutz abschaffen wollte. Im Parteiprogramm steht zwar, man lehne ihn generell ab. Aber könnte man ihn verbieten? Und würde man damit nicht nur die Verbreitung proprietärer Systeme mit Soft- und Hardware aus einer Hand fördern, bei der alles rundum versiegelt ist?
Hollywood-Produzenten werden es jedenfalls nicht gerne sehen, dass man ihre Werke als "freie Güter" einstuft, die durch Kopierschutz oder andere Zugangsbeschränkungen "künstlich verknappt" würden, so das Parteiprogramm. Kinokassen und Verleihgebühren, so erläutert Parteisprecherin Anita Möllering auf Nachfrage, stünden dagegen auf einer völlig anderen Rechtsgrundlage und werden daher akzeptiert. Das Internet aber sei "Privatsphäre des Nutzers", so Möllering, in der man keine Einschränkungen akzeptieren könne. Das Abfilmen eines Blockbusters im Kino würde schließlich schon durch die Hausordnung verboten, an die man durch den Kauf der Eintrittskarte gebunden sei.
Sofort unterschreiben würde jeder Filmliebhaber die Forderung der Piraten, Kopien für den privaten, nichtkommerziellen Gebrauch zu erlauben. Das freilich ist schon jetzt der Fall, auch wenn die Filmindustrie gern etwas anderes behauptet; nur die Weiterverbreitung ist strafbar. Unklar ist allerdings, ob die Piraten die Pflicht fordern, ein Werk offen und frei kopierbar anzubieten.
Kostenlos muss es jedenfalls nicht sein, sagt die Sprecherin: Geistige Schöpferkraft solle eine "angemessene Honorierung" finden.
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