Sony: 4k mit Potenzial
Beim Barte des Piraten: 4k ist besser als Full-HD, wenn man ganz genau hinschaut. Aber sonst halten sich die Unterschiede in Grenzen. Das ist das Fazit der ersten europäischen Präsentation des Projektors VPL-VW1000, zu der Sony in München eingeladen hatte. Denn natürlich muss die Frage beantwortet werden, um wie viel mehr ein Gerät mit 4.096 x 2.160 Pixeln besser ist als ein handelsübliches Topmodell, in diesem Fall ein Sony VPL-VW95. Der kostet schließlich nur ein Drittel des ersten 4k-Modells, dessen Euro-Preis mit 19.000 angegeben wird.
Doch Sony-Manager Kin Loong Chit kann an diesem Tag keine echten 4k-Bilder bieten. Denn noch gibt es keine Quelle. Zeitnah zum Marktstart des Projektors soll es ein Update der Sony PS3 geben, so dass sie Standbilder in vierfacher HD-Auflösung ausgeben kann. Da der VW1000 auch den Farbraum Adobe RGB beherrscht, könnte das manchen gut betuchten Fotografen zum Kauf verleiten.
Bewegtbilder in 4k kann der neue Sony verarbeiten, solange sie sich im Rahmen des aktuellen HDMI-Standards bewegen: also 4.096 x 2.160 mit 24 Hertz, 3.840 x 2.160 zusätzlich mit 25 und 30 Hertz. Und wenn irgendwann Quellen mit höheren Bildwechselfrequenzen kommen? Chit verspricht, dass man dafür gerüstet sei. Die Input-Boards ließen sich nämlich austauschen, so dass ein kommender neuer HDMI-Standard nachgerüstet werden könnte.
Das Vorserien-Exemplar des VPL-VW1000 kann auch noch kein 3D, statt 2.000 Ansi-Lumen bringt es nur rund 1.300 auf die Leinwand. Doch Chit kommt es im direkten Vergleich vor allem darauf an zu zeigen, dass 4k auch bei Zuspielung von einer normalen Blu-ray-Disc Vorteile hat. Drei Bereiche sind es, auf die es dabei besonders ankommt:
– Der neue SXRD-Chip hat eine Pixelgröße von nur vier Mikron und zudem keine Totzonen dazwischen, so dass es hier kein Streulicht gibt; das verbessert den Kontrast auf den Rekordwert von 1.000.000:1.
– eine hochwertige Optik, die selbst an den Rändern keine Verzerrungen oder Farbverschiebungen aufweist.
– "Reality Creation" heißt das Upscaling-Verfahren, das fehlende Pixel nicht einfach interpoliert, sondern zusätzliche Informationen hinzufügt.
In der Tat, der neue Sony kann überzeugen. Auf Spielfilme in 4k werden wir allerdings noch etwas länger warten müssen.

Die beiden HDMI-Buchsen (links) können 4k verarbeiten, aber nur mit maximal 30 Hertz;
spätere Versionen sollen nachrüstbar sein.

Sehr wichtig für die Bildqualität des VW1000 ist der verbesserte Kontrast, bedingt
durch die Ansteuerung ohne Lücken.
Besser im Detail
Jack Sparrow alias Johnny Depp bringt es an den Tag: Im Standbild aus "Fluch der Karibik" ist zu erkennen, dass die Barthaare deutlicher gezeichnet sind, auch Hautporen erkennt man im 4k-Bild des Sony VW1000 besser als im Full-HD-Bild des VW95 auf der Leinwand daneben. Auch in anderen Details kann man klarere Kanten und sauberere Durchzeichnung erkennen.

Wo im Bild des VPL-VW95 feine Details verblassen …

… sind sie beim VW1000 kräftiger herausgearbeitet.
Wie weit das allerdings tatsächlich auf die vierfache Auflösung und die Berechnung künstlicher Realität zurückzuführen ist, muss offen bleiben. Denn die Details sind vor allem klarer, weil die Helligkeitsunterschiede deutlicher sind. Das kann auch vom verbesserten Kontrast an Schwarzweiß-Übergängen kommen, bedingt durch die glattere Struktur des Spiegelchips.
Um die feinen Details wirklich zu erkennen, muss man schon recht nahe heranrücken. Augenfälliger ist der insgesamt verbesserte Kontrast, auch wenn die Einstellung der Iris-Regelung noch nicht endgültig war. Für ein abschließendes Urteil braucht es ein Testgerät im Labor.
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