Fakten-Check: Verfilmte Selbstversuche
Wenn Joaquin Phoenix für eine Dokumentation ein Jahr auf durchgeknallten Rapper macht, ist das ungewöhnlich, aber nicht einzigartig. Immer wieder setzen sich Filmschaffende seltsamen Umständen aus.
Um zu klären "Warum Amis so fett sind?", ernährte sich Morgan Spurlock 30 Tage lang nur von McDonalds-Produkten – und hielt das Ergebnis in "Super Size Me" auf Video fest. Einen ähnlichen Fress-Test vollführte "Extra"-Reporter Jenke von Wilmsdorff. In weiteren Selbstexperimenten versuchte er sich als Schlagersänger, Hotelbutler und Krabbenfischer (mehr auf www.jenke.tv).
Die bekanntesten Dokus dieser Art stammen von Günter Wallraff. In "Ganz unten" (1986) verkleidete sich der Schriftsteller als türkischer Arbeiter und heuerte bei verschiedenen Firmen an – mit teils erschreckenden und menschenverachtenden Ergebnissen. In "Undercover" (2008) schlüpfte er mit versteckter Kamera in etliche Rollen und zeigte so aus erster Hand und unverfälscht die Missstände des Leiharbeitssystems auf. In "Schwarz auf Weiß" (2009) mischte sich Wallraff als geschminkter Afrikaner mit versteckten Kameras unters Volk und präsentiert uns den alltäglichen Rassismus.
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