Gericht legt Latte für Befreiung von Rundfunkgebühr tiefer
Das Bundesverfassungsgericht macht es finanziell nicht auf Rosen gebetteten Menschen in Deutschland künftig einfacher, sich von der ARD/ZDF-Rundfunkgebühr befreien zu lassen. Gleich zwei Verfahren wurden im Sinne der Gebührenzahler entschieden.
Zuschauer müssen demnach immer dann nichts bezahlen, wenn nach Abzug der Rundfunkgebühren weniger oder nur unwesentlich mehr Geld in der Haushaltskasse verbleibt als es das Existenzminimum vorsieht. Eine Mitteilung zum Urteil ist an dieser Stelle abrufbar.
Die Richter stützten sich auf den allgemeinen Gleichheitssatz im Grundgesetz, weil der Empfänger eines Zuschlages zum Arbeitslosengeld II gegenüber eines Empfängers ohne Zuschlag in diesem Zusammenhang benachteiligt und schlechter gestellt ist. Mit anderen Worten: Ein Sozialleistungsempfänger genießt einen Vorteil, weil er auf den dem Regelsatz entsprechenden Teil seines Einkommens nicht zurückgreifen muss, um einen Teil der Rundfunkgebühren zu entrichten.
Eine Klägerin (Verfahren 1 BvR 665/10) hatte vor dem Verfassungsgericht moniert, dass ihr befristeter finanzieller Zuschlag zum Lebensunterhalt teilweise geringer war als die zu zahlenden Rundfunkgebühren. Der Rundfunkgebührenstaatsvertrag sieht eine Befreiung von den Rundfunkgebühr generell nur für diejenigen Empfänger von Sozialleistungen, die keinen solchen Zuschlag erhalten. Die zuständige Rundfunkanstalt lehnte daher die Anträge auf Befreiung von der Rundfunkgebührenpflicht ab.
Der Beschwerdeführer in einem weiteren Verfahren (1 BvR 665/10) bezog Einkünfte aus Altersrente und Wohngeld, die nach Abzug der Wohnkosten nur geringfügig über dem Existenzminimum lagen. Er konnte die Rundfunkgebühr deshalb nicht vollstänfig aufbringen. Auch hier lehnte die Rundfunkanstalt eine Befreiung ab. Zu Unrecht, wie die Verfassungsrichter meinen.
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