Druck auf Kabel Deutschland - Verschlüsselung aufgeben

vom 16.12.11 | 13:42

Medienhüter setzen Kabel Deutschland unter Druck - Verschlüsselung aufgebenNach dem Zugeständnis von Unitymedia, nach der Übernahme des Netzbetreibers Kabel-BW auf eine verbraucherfeindliche Verschlüsselung von Free-TV-Programmen in Hessen und Nordrhein-Westfalen zu verzichten, gerät mit Kabel Deutschland nun auch der größte deutsche Anbieter unter Druck.

Die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) appellierte am Donnerstagnachmittag an den Konzern, den sinnfreien Smartcard-Zwang bei SD-Sendern ebenfalls zu beenden: "Die Grundverschlüsselung im digitalen Kabel hat bisher verhindert, dass Kabelkunden mit modernen Flachbildfernsehern private Free-TV-Programme problemlos und ohne Zusatzkosten empfangen können. Die Kabel Deutschland sollte im Interesse ihrer Kunden den Irrweg der Grundverschlüsselung endlich aufgeben", sagte NLM-Chef Andreas Fischer.

Tatsächlich gilt die Codierung der Sender als ein Haupthindernis bei der schnellen Digitalisierung des Kabelsignals. Noch immer nutzen rund zwei Drittel aller Kunden das analoge Pendant. Kein Wunder: Dafür sind keine speziellen Receiver erforderlich, das Kabel wird einfach in den Fernseher gestöpseltm außerdem gibt es keine Zusatzkosten für Smartcards, wenn in einem Haushalt - wie inzwischen üblich - gleich mehrere Fernseher stehen. Die Gefahr von Aufzeichnungsrestriktionen ist ebenfalls nicht gegeben.

Auch kleine Veranstalter ohne analoge Kabelreichweite seien auf eine unverschlüsselte Digitaleinspeisung angewiesen, erklärte Fischer. Kabel Deutschland versorgt knapp neun Millionen Kunden in 13 Bundesländern. Bislang machte das Unternehmen keine Anstalten, auf die Verschlüsselung verzichten zu wollen.

Über Satelliten wie Astra oder Eutelsat werden SD-Sender frei empfangbar ausgestrahlt. Für kommerzielle HD-Kanäle von Anbietern wie ProSiebenSat.1 oder RTL allerdings halten die Programmveranstalter die Hände auf - beispielsweise über kostenpflichtige Zusatzpakete im Kabel oder über die "HD+"-Plattform, die derzeit 12 Kanäle transportiert. Eine wolhltuende Ausnahme bilden Sender wie Das Erste HD, ZDF HD, Arte-HD, Servus-TV HD, Anixe-HD und die britische hochauflösenden Programme von ITV, Channel4 und BBC via Astra 28,2° Ost. Im nächsten Jahr kommen nach der Analogabschaltung weitere öffentlich-rechtliche HD-Kanäle auf Astra 19,2° Ost hinzu.

 

 




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