"HD+": 305.000 Abos - 63 Prozent zahlen nach Gratis-Phase

vom 24.11.11 | 14:14

"HD+": 305.000 Abonnenten - 63 Prozent zahlen nach Gratis-Phase Der Satellitenbetreiber SES Astra hat am Donnerstag finale Zahlen für seine umstrittene "HD+"-Plattform vorgelegt, über die derzeit zwölf private und mit Werbung unterbrochene Sender verschlüsselt samt Aufnahme-, Archivierungs- und Time-Shifting-Restriktionen versehene TV-Sender ausgestrahlt werden. 305.000 Abonnenten hat die Tochter HD plus GmbH seit dem Start vor zwei Jahren gewonnen.

Ende Oktober bezogen insgesamt 1,86 Millionen Haushalte "HD+", der überwiegende Anteil schaut noch kostenfrei. Von den 482.113 Kunden, deren zwölfmonatige Gratisphase zwischen dem 1. November und dem 31. Oktober endete, haben 305.481 verlängert, 176.632 entschieden sich dagegen, teilte SES Astra mit. Die sogenannte Conversion-Rate liegt damit bei 63 Prozent aller Haushalte, gab im Vergleich zu den letzten Zahlen nach (66 Prozent). In ihrer Bilanz hatte die Konzernmutter SES nur schwammige Angaben gemacht und von einer Quote "deutlich über 50 Prozent" gesprochen. Gut zwei Millionen Digital-Receiver mit "HD+"-Logo sind im Markt, 66 Modelle verfügbar. Bei 1,56 Millionen Haushalten steht die "HD+"-Verlängerung innerhalb der nächsten zwölf Monate an. Ob die Conversion-Rate weiter absinkt, bleibt abzuwarten.

HD plus Chef Wilfried Urner geht indes davon aus, dass bereits im nächsten Jahr die Grenze von einer Million zahlender " HD+"-Kunden überschritten wird und glaubt auch nicht daran, dass die Quote der Zahler maßgeblich bröckelt: "Eine Umwandlungsquote von fast zwei Dritteln beim Wechsel aus einer kostenfreien Testphase in eine Bezahlphase ist im gesamten Medienbereich einmalig und liegt damit deutlich über unseren Erwartungen", erklärte er. "HD+" habe den "Lakmus-Test als Massenprodukt" endgültig bestanden, rührte der Manager die Werbetrommel und bezeichnete die Plattform als "besonders kundenfreundliches Angebotsmodell".

Urner bezieht sich dabei offenbar nur auf die Möglichkeit, "HD+" ohne Abonnement und Vertragsverpflichtungen jährlich zu zahlen. Denn "kundenfreundlich" sind die Einschränkungen der ausgestrahlten Sender sicher nicht - so lassen sich Spielfilme oder Serien beispielsweise nicht auf externe Speichermedien archivieren, Werbesprünge sind in Aufnahmen nicht erlaubt, auch das Time-Shifting wird zeitlich eingeschränkt. Beliebig weitere Restriktionen sind jederzeit aktivierbar, dass sie zurückgenommen werden, ist kaum zu erwarten. SES Astra und die beteiligten Privatsender RTL, Sat.1, ProSieben, Vox, Kabel1, N24, Tele5, Sport1, RTL2, Sixx, Nickelodeon und Comedy-Central dürften die aktuellen Zahlen vielmehr als Bestätigung sehen - obwohl bislang nur 305.000 Zahler generiert wurden.

Erstaunlich klingt auch eine repräsentative Umfrage von TNS-Infratest: 97 Prozent der "HD+"-Haushalte sind mit der Bildqualität demnach "sehr zufrieden" oder "zufrieden". Die meisten Inhalte der Kanäle werden noch hochskaliert ausgestrahlt und haben mit echtem HDTV nichts zu tun. Die nach wie vor mangelhafte Quote der hochauflösenden Sendungen sorgt immer wieder für scharfe Kritik in einschlägigen Online-Foren - schließlich kostet das Angebot 50 Euro im Jahr. 80 Prozent sind mit der Anzahl der verfügbaren Programme einverstanden. Mit Blick auf das Preis-Leistungsverhältnis halten 78 Prozent der von TNS-Infratest befragten Kunden "HD+" für ein "faires Angebot". An der Umfrage hatten sich 1.049 Personen ab 18 Jahren in Haushalten mit Satellitenempfang beteiligt. Etwa zwei Drittel der Bundesbürger kann mit dem Begriff "HD+" inzwischen etwas anfangen.

Am Donnerstag gab die HD plus GmbH außerdem den offiziellen Startschuss für "HD+ SmartTV" - ein interaktives TV-Portal auf Basis des HbbTV-Standards. Nur spezielle Digital-Receiver können dies nutzen. Angeboten werden wie üblich Inhalte wie Nachrichten, Sport und Wetter. Sechs Receiver-Hersteller haben entsprechende Geräte für das Weihnachtsgeschäft im Markt oder planen die Auslieferung Anfang kommenden Jahres.

 

 

 




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