PS3: Sony einigt sich mit Hacker Hotz, Klage fallengelassen
Der Playstation3-Hersteller Sony Computer Entertainment hat sich nach juristischen Drohgebärden mit dem Hacker George Hotz alias "Geohot" doch noch geeinigt. US-Medien wie "Wired" zitierten am Montagnachmittag (Ortszeit) aus einer Vereinbarung der Streithähne, wonach Sony seine Klage zurückzieht, wenn Hotz im Gegenzug keine weiteren Informationen mehr darüber veröffentlicht, die die Sicherheitsintegrität der Spielekonsole unterlaufen. Die Einigung ist an dieser Stelle abrufbar. Der zuständige Richter muss dem Vorhaben noch zustimmen, das aber ist nur eine Formalie.
Sony hatte im Vorfeld der nun erfolgten Einigung eine große juristische Keule geschwungen, die neben der Klage gegen "Geohot" auch in Hausdurchsuchungen und der Herausgabe von IP-Adressen bei Internet-Providern gipfelte.
Geknackte PS3-Geräte erlauben zwar die Verwendung nicht autorisierter oder raubkopierter Software und verstoßen damit gegen die System-Software-Lizenzvereinbarung und die Nutzungsbedingungen.
Allerdings trug Sony einen nicht unerheblichen Anteil an der Entwicklung selbst bei. Das Unternenmen änderte im vergangenen Jahr seine Playstation3-Strategie und zog sich damit den Zorn von Konsumenten und Entwickern zu: So wurde die Möglichkeit der Konsole, ein Linux-Betriebssystem zu installieren, wieder abgeschaltet - obwohl der Konzern gerade mit diesem Feature zur Einführung der Konsole heftig die Werbetrommel gerührt hatte. Für Tausende Kunden war Linux ein Hauptgrund, das Gerät zu einem vergleichsweise hohen Preis von damals rund 600 Euro zu kaufen.
War zunächst nur die neue, billigere Konsolengeneration Playstation3 Slim von dem Schritt betroffen, knipste Sony später per aktualisierter Firmware auch bei der Ur-Konsole die Funktion "Install Other OS" aus. Diese Option wiederzuleben, war Ziel der am Ende erfolgreichen Hack-Angriffe. Dass auch raubkopierte Spiele gezockt werden können, war dabei ein Kollateralschaden. Der Wirbel um Hotz zog für Sony zumindest einen teilweisen Image-Schaden nach sich. Auch die Prozessaussichten waren nach Expertenansicht eher ungewiss. Die Vereinbarung mit Hotz dürfte dem japanischen Konzern also durchaus gelegen kommen. Der Hacker selbst wollte sich nicht zu den Details äußern und verwies in "Wired" auf eine unterzeichnete Verschwiegenheitsklausel.
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