James Cameron hat Angst vor schnellem Video-on-Demand

vom 21.04.11 | 10:04

James Cameron hat Angst vor schnellem Video-on-DemandWeil Spielfilme in Nordamerika ab Donnerstag beim Pay-TV-Riesen DirecTV noch schneller als bislang im Anschluss an den Kinostart im heimischen Wohnzimmer abrufbar sind, haben sich weitere, einflussreiche Kritiker zu Wort gemeldet.

Nach Angaben der "Financial Times" ("FT", Donnerstagsausgabe) haben sich die Hollywood-Stars James Cameron, Michael Bay und Kathryn Bigelow gegen ein zu kurzes Auswertungsfenster ausgesprochen. "Man kann darüber den ganzen Tag diskutieren, wir kommen aber nicht an der Tatsache vorbei, dass sich vor allem Kinobetreiber in ihrer Existenz bedroht sehen", zitierte die "FT" den "Avatar"-Regisseur Cameron.

Das Kino sei der Ursprung des ganzen Geschäfts. "Wenn sich die Betreiber Sorgen machen, mache ich mir auch Sorgen. Wir sollten ihnen zuhören", erklärte der Filmemacher.

30 US-Dollar wird die Filmausleihe kosten, als erster Streifen kommt "Just Go Woth It" mit Adam Sandler und Jennifer Aniston in wenigen Stunden auf die Bildschirme der US-Kunden. Der Service nennt sich bei DirecTV "Home Premiere". Die Studios Warner Bros., Sony Pictures, 20th Century Fox und Universal beteiligen sich an dem Projekt, weil sie sich mehr Einnahmen erhoffen.

Die Zeitspanne, bis der geneigte Kunde seinen brandneuen Spielfilm auf dem Flachbildfernseher oder Beamer im Heimkino sehen kann, ist trotz der hohen Gebühr eher lang: Zwei Monate nach dem Start auf der Leinwand sind die Streifen per Video-on-Demand abrufbar. Der Service bietet nur eine kurze Nutzungsdauer der Filme über maximal 48 Stunden, eine Archivierung ist nicht vorgesehen.

Mit AMC Entertainment hatte sich die zweitgrößte Kinokette Nordamerikas gewehrt, Spielfilme so kurz nach Start auf der großen Leinwand im heimischen Wohnzimmer zugänglich zu machen. Auch die National Association of Theatre Owners, der neben AMC auch Regal und Odeon angeschlossen sind, sprachen sich gegen das Vorhaben aus. Ein zu zeitnaher Video-on-Demand-Service bedroht nach Ansicht der Kritiker die fein austarierte Balance in der Vermarktungskette.


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