Sony und JVC: Full-HD in 3D-Camcordern
Der erste 3D-Camcorder von Panasonic war eine Einfach-Lösung: Dank Vorsatzlinse bringt das Modell SDT750 zwei Bilder auf einen Chip, so dass ein einfaches Side-by-side-Signal entsteht – allerdings mit einer Auflösung auf Standard-Niveau. Zur CES zeigten Sony und JVC Kameras für die private 3D-Produktion, die beide mit zwei Optiken, zwei Sensoren und zweimal Full-HD-Aufzeichnung arbeiten.
Während ambitionierte Videoamateure damit glücklich werden, werfen die Camcorder Probleme sowohl in Sachen HDMI wie bei Blu-ray auf. Denn die 3D-Standards für die Verkabelung und die Speicherung sind im Wesentlichen auf Hollywood-Filme zugeschnitten. So zeichnet die JVC-Kamera GS-TD1 zweimal 1080/50i auf und verarbeitet die Daten intern zu MVC, also dem Multiview-Codec, der auf Blu-ray verwendet wird. Allerdings sind auf Disc keine Interlaced-Formate zulässig, nur 1080/24p und 720/50/60p sind erlaubt. Wer also die Bilder im Originalformat auf Disc brennt, erzeugt eine Daten-BD, die auf aktuellen 3D-Playern nicht abspielbar ist. Für eine konforme 3D-Scheibe müsste das Material auf einen der Standards umgerechnet werden, was aber von keinem Programm angeboten wird. Als Alternative besteht die Möglichkeit, ein Side-by-side-Bild aufzunehmen. Das kann jedes 3D-Display darstellen.

Der JVC-Camcorder GS-TD1 (unten) wirft einige
Probleme in Sachen Blu-ray- und HDMI-Standards auf,
das 4k-Modell (oben) ist noch ein Prototyp.

Ein weiteres Problem betrifft die HDMI-Schnittstelle. Da 1080/50i nicht
zu den Pflicht-Normen für 3D gehört – das sind 1080/24p, 720p und
Side-by-side/Top-bottom – muss der JVC-Camcorder die Bilder auf 720p
wandeln. Die einzige Ausnahme: Wenn das optionale Format 1080/50i
unterstützt wird, lässt sich das 3D-Bild im Original zuspielen. Sony
speichert anders als JVC nicht im MVC-Verfahren, sondern offenbar als
Doppel-Datenstrom. Die Schwierigkeiten sind aber identisch. JVC überraschte zudem mit einem 4k-Camcorder in kompakter Form, der aber noch nicht in Serie geht.
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