JVC: 4k oder 3D zum Selberdrehen
Wo es nicht so sehr auf Standards und komplette Systeme ankommt, kann man schon mal einen Vorstoß wagen. So spielen möglicherweise Videofilmer die Vorreiter beim Trend zu höheren Auflösungen, speziell in Sachen 4k (3.840 x 2.160 Pixel). Und gleichzeitig kann man eventuell 3D mit zweimal voller HD-Auflösung aufzeichnen, wenn JVC seine Ankündigungen in die Tat umsetzt.
Jedenfalls hat die Firma, bei 4k wie 3D durchaus aktiv, einen Bildprozessor für Camcorder entwickelt, der genau diese beiden Möglichkeiten bietet. Wobei die erste Anwendung wahrscheinlich eine 3D-Kamera mit zwei Optiken und zwei Sensoren sein wird.
Denn bei 4k beherrscht der Chip namens JCY0246 zwar das Auslesen eines Bildsensors mit entsprechend hoher Pixelzahl bei 60 Hertz, doch die Codierung in H.264 beschränkt sich auf Full-HD mit 60 Hertz. 3D bleibt dabei eine Option, inklusive der Verarbeitung im Multiview Video Coding (MVC), wie sie für Blu-ray verwendet wird. Wenn eine Aufnahmefrequenz von 24 Bildern pro Sekunde gewählt wird, könnten mit Kameras dieser Art echte 3D-Filmscheiben erzeugt werden.
Eine 4k-Kamera zu bauen ist schon deswegen schwieriger, weil für die Videokompression notwendige Verfahren noch nicht standardisiert sind, zudem bräuchte ein solcher Prozessor zu viel Strom für ein tragbares Gerät. Alternativ lassen sich aber mit dem JVC-Chip 60 Standbilder pro Sekunde in 4k-Auflösung anfertigen, allerdings nur JPG-komprimiert. Entsprechend hoch dürfte dann die Datenrate ausfallen, was wahrscheinlich die Aufnahmezeit auf wenige Sekunden begrenzt.
Was 3D angeht, liegt JVC jedenfalls im Trend: Auch Sony hat einen Doppelsensor-Camcorder in petto, mit dem sich zwei parallele Videostreams aufnehmen lassen. Die Side-by-Side-Variante mit Vorsatzoptik, die Panasonic auf der IFA zeigte, scheint also schon wieder überholt zu sein.
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