Schleppende 3DTV-Einführung hat Vorteile: Kosten verteilt
Die zähe Einführung von 3D-fähigen Fernsehgeräten und die noch immer mangelhafte Anzahl entsprechender Inhalte im TV kann für manche Anbieter nach Auffassung von Auguren ein Segen sein.
Die Beratungsgesellschaft Detecon legte am Montag eine neue Studie mit dem Titel "3-D TV - The Next Challenge for TV Platform Providers?" vor, die an dieser Stelle nach einer Anmeldung abrufbar ist. Die Autoren gehen davon aus, dass das dreidimensionale Fernsehen in den nächsten zwei Jahren noch keine maßgebliche Rolle spielt, danach aber an Fahrt gewinnt.
Die zeitliche Verzögerung können Plattform-Betreiber für ihre Zwecke nutzen. 3DTV in voller Auflösung stellt aufgrund der schieren Datenmenge noch höhere Anforderungen an die Netzinfrastruktur als hochauflösende Kanäle bislang. Die Kapazitäten müssen dafür noch einmal erweitert werden. Vor allem Kabelnetzbetreiber und IPTV-Anbieter wie die Deutsche Telekom dürften damit ab 2012 zu kämpfen haben. Ein Ausbau ist unvermeidlich, sofern sich das dreidimensionale Fernsehen tatsächlich zum Renner entwickelt.
Keine hektische Investitionen
Bis dahin sollen Netzbetreiber die bisherige HD-Struktur nutzen und nicht zu viel investieren, raten die Experten. Das gehe zwar zu Lasten der Qualität, hektische Ausgaben fürs Aufrüsten des Netzes, den Bandbreiten-Ausbau oder die Erweiterung von Speicherkapazitäten - beispielsweise für Video-on-Demand-Services - ist demnach noch nicht dringend geboten.
Detecon empfiehlt einen Drei-Stufen-Plan: Prüfung der aktuellen 3DTV-Kapazitäten, Konsultationen mit Settop-Boxen-Herstellern, danach eine Positionierung und Vermarktung der eigenen Plattform als "3D-Ready", ab 2012 dann eine Definition der zu erwartenden Investitionen.
Das räumliche Fernsehen ist aktuell zwar im Kino ein Renner, im heimischen Wohnzimmer noch nicht. Schuld daran dürften vor allem die lästigen Brillen sein. Erst in zwei drei Jahren soll es Multi-View-TV-Geräte geben, die derlei Hilfsmittel nicht voraussetzen. Nur 150.000 3DTVs werden in Deutschland bis Ende Dezember verkauft.
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