Sharp: Hersteller profitieren von 3D - wenig Flat-TVs
Das dreidimensionale Fernsehen gehört auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin zu den unbestrittenen Topthemen für Branche und Verbraucher. Die Unterhaltungselektronik-Hersteller erhoffen sich einen Umsatzschub.
Während auch die großen Hollywood-Studios händeringend nach neuen Einnahmequellen suchten, würden von der neuen 3D-Technik aber vor allem auch die Hardware-Hersteller profitieren, sagte Frank Bolten, Vorstandsmitglied der gfu und Deutschland-Chef von Sharp am Mittwoch. "Die Technik ist leicht und schnell einzubauen." Und der Verbraucher erhalte auf "einfachem und günstigem Weg" einen Zusatznutzen.
Die Preise der Flachbildfernseher befinden sich seit geraumer Zeit im Sinkflug. "Es wäre schön, wenn die Preise sich nun wieder stabilisieren würden." In den kommenden beiden Jahren werde eine große Zahl der Fernsehgeräte auch im mittleren Preissegment 3D-fähig sein, sagte Bolten. Wie sich 3D-Fernsehen aber tatsächlich im Markt durchsetzt, werde extrem von der Qualität und der Menge der Inhalte abhängen. "3D ist nicht gleich die neue Form des Fernsehens, niemand will die Tagesschau in 3D sehen."
Nur 59.000 3D-Fernseher in Westeuropa im ersten Halbjahr verkauft
In der ersten Hälfte dieses Jahres seien in Westeuropa insgesamt nur magere 59.000 3D-fähige Fernseher verkauft worden - allerdings sind erst seit März erste Geräte im Handel. Dem gegenüber stehen nach Aussage von Bolten 1,9 Millionen Geräte, die einen Zugang zum Internet haben. Das Internet werde das Fernsehen weit mehr verändern als 3D, sagte Bolten. Der neue Standard HbbTV mache "den Weg frei" für interaktive Inhalte. Das werde erstmals auch Unternehmen von außerhalb der Fernsehbranche ermöglichen, Programminhalte anzubieten. Ob es wirklich so kommt, bleibt abzuwarten. Auch die Multimedia Home Plattform (MHP) scheiterte grandios, weil die Konsumenten nicht zugriffen.
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