Experte: 3D bleibt Nischenprodukt - Arte-Zuschauer besorgt
Der Hype um das dreidimensionale Fernsehen, das auch mit der am Freitag gestarteten Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin weiter angefacht wird, stößt bei Technik-Experten auf Unverständnis.
"3D-Fernsehen wird bei den großen Sendern noch sehr lange ein absolutes Nischenprodukt bleiben", sagte Rainer Schäfer dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" (kommende Ausgabe). Schäfer fungiert als Geschäftsfeldleiter Fernsehen beim Institut für Rundfunktechnik (IRT), das hauptsächlich von ARD und ZDF getragen wird.
Ein Grund dafür ist der fehlende Inhalt. So wurden in den vergangenen hundert Jahren gerade mal einige hundert 3D-Filme produziert, ein Großteil davon dürfte heute kaum mehr im Programm vermarktbar sein. "Da kommen jedes Jahr zwar ein paar Kinoproduktionen dazu, doch mit denen allein kann man kein Vollprogramm gestalten", sagte Schäfer.
Auch widerspreche die derzeit noch meist notwendige Spezialbrille dem Sehverhalten. "Fernsehen ist häufig ein Nebenbei-Medium. Sich gezielt eine Brille aufzusetzen, um den Film sehen zu können, dürfte für viele eine Hemmschwelle darstellen", glaubt der Fachmann. Chancen räumt der Ingenieur derzeit nur Bezahl- oder Nischensendern ein, vor allem im Sportbereich. Als der Kultursender Arte am vergangenen Samstag zwei Filme in 3D ausstrahlte, gab es laut "Spiegel" besorgte Nachfragen beim Sender, ob das Bild "jetzt immer so komisch aussehen" werde.
In dieser Woche hatte bereits die Software-Initiative Deutschland (SID) Verbrauchern geraten, sich auf absehbare Zeit keine 3D-Fernsehgeräte zuzulegen. Der Hype sei "völlig überzogen und nur von kurzer Dauer", urteilte der Verband. Das dreidimensionale Fernsehen und Flat-TVs mit Internet-Anschluss gehören zu den großen Themen der Funkausstellung in diesem Jahr.
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