Vodafone-TV: IPTV mit Sky-Empfang - offene Box für alles
Der Telekommunikationskonzern Vodafone hat am Donnerstag seine Pläne für einen Einstieg ins Internet-Fernsehen in diesem Jahr konkretisiert. Auf diesem Gebiet will das Unternehmehen der Telekom mit dessen "Entertain"-Bouquet Konkurrenz machen - mit einem ausgeklügelten Konzept.
"Unser Angebot ist einfach und offen, kein geschlossenes System nur eines Herstellers. Unsere Box vereint alle Empfangssignale, Sie bekommen Ihre Programme über Satellit, Kabel und DSL-Leitung", sagte Vodafone-Chef Friedrich Joussen der "Berliner Morgenpost" (Donnerstagsausgabe). Die bestehenden Fernseh-Technologien würden "integriert und mit IPTV angereichert". Deswegen werde "Vodafone TV" flächendeckend verfügbar sein und nicht nur dort, wo VDSL oder Kabel mit großer Bandbreite und teuer bereit stünden, erklärte der Manager.
Konkrete technische Angaben, wie das Media-Gateway funktionieren soll, blieb Joussen ebenso schuldig wie eine angepeilte Kundenzahl. "Wir gehen erst zum Weihnachtsgeschäft an den Markt. Wir werden uns aber nicht mit einigen Hunderttausend Nutzern zufrieden geben. 'Vodafone TV' ist für die breite Masse angelegt", sagte er der Zeitung. Auch Angaben zu den Kosten machte Joussen noch nicht, will aber einen "Mehrwert für den Kunden und dadurch Differenzierung" bieten.
Bundesliga-Rechte nicht angepeilt
Dazu gehören die Bundesliga-Rechte nicht. "Ich glaube das eher nicht. Wir bauen eine offene Plattform, die für alle Inhalte-Anbieter interessant sein soll - auch für Pay-TV-Angebote. Unsere Box ist bereits so entwickelt, dass sie Sky-Programme empfangen könnte", erklärte Joussen. Als reine Kundenbindungsmaßnahme sieht er das IPTV nicht: "Es muss auf jeden Fall ein eigenes Geschäft werden und sich selber tragen."
Anders als das seit 2007 bestehende Angebot der Deutschen Telekom lässt sich Vodafone TV bereits mit einer DSL-Leitung von zwei Megabit pro Sekunde nutzen, erklärte Joussen am Donnerstagabend vor der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin. Die DSL-Kunden können zwischen verschiedenen Paketen mit unterschiedlichen Sendern wählen. Die Preise stehen noch aus - das gilt auch für den Bezug von On-Demand-Spielfilmen aus einer Online-Videothek. Damit erfülle Vodafone den Kundenwunsch, "sein eigener Programmdirektor zu sein", erklärte Joussen.
Die Deutsche Telekom hat für ihr Fernsehangebot mit der Bezeichnung "T-Home Entertain" bisher 1,2 Millionen Kunden gewonnen - dort werden unter anderem die hochauflösenden Sender von ARD und ZDF, sowie Anixe-HD eingespeist, die HD-Programme von ProSiebenSat.1 und RTL zur Zeit aber noch nicht. In der für den Empfang notwendigen Settop-Box sind zwar DVB-T-Tuner verbaut, diese wurden aber trotz gegenteiliger Ankündigung bis heute nicht durch ein Software-Update aktiviert. "Alice" verweist aktuell nur auf knapp 60.000 IPTV-Abonnenten.
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Kommentare zu diesem Artikel (einloggen zum Schreiben):
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Kommentar #3 vom 06.06.2011, 15:42
3
Kommentar #2 vom 05.12.2010, 01:11
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Kommentar #1 vom 05.09.2010, 02:43