BBC will sich nicht auf 3D-Verfahren fürs TV festlegen
Das Wort der British Broadcasting Corporation (BBC) hat bei Europas Fernsehverantwortlichen Gewicht. Aktuell aber laviert sich der öffentlich-rechtliche Entscheidung noch für das kommende 3D-Standardverfahren im Fernsehen herum - aus gutem Grund.
Wie der für die technische TV-Ausstrahlung verantwortliche Manager Graham Plumb dem britischen Branchendienst "New Television Insider" am Mittwoch sagte, hat sich die BBC noch nicht festgelegt. Möglich sei sogar, dass über Satellit ein anderes Verfahren zum Einsatz komme als in der digital-terrestrischen Variante. Das liegt an den unterschiedlichen Voraussetzungen und Bandbreiten. Aktuell haben sich Bezahlsender wie BSkyB, die bereits einen 3D-Kanal ausstrahlen, für das Side-By-Side-Verfahren entschieden. Grund: Die bereits ausgelieferten Settop-Boxen können auch weiter genutzt werden. Problem: Die volle Auflösung steht wie bei der Top-and-Bottom-Technik nicht mehr zur Verfügung.
Frühe Entscheidung birgt Nachteile
Auch BBC-Technologe Andy Quested will sich nicht zu früh entscheiden. Zwar hätte in einer Umfrage der European Broadcasting Union (EBU), in der auch ARD und ZDF Mitglied sind, die Hälfte der Sender für Side-by-Side votiert, ein Drittel wollte sich aber nicht festlegen und stattdessen auf die Empfehlungen des DVB-Forums warten. "Wir haben da keine Eile", erklärte Andy Quested im "New Television Insider". Tatsächlich sind dreidimensionale Inhalte noch Mangelware, ein Boom - so er denn überhaupt kommt - dürfte erst in den nächsten Jahren nachhaltig einsetzen. Kritische Stimmen hatten bereits in der Vergangenheit vor dem Hype gewarnt.
Die Herausforderung für die Sender besteht bei einem anhaltenden Erfolg von 3D darin, auch für digital terrestrische Ausstrahlungen ein Verfahren zu finden, mit dem die Zuschauer zufrieden sind - trotz wesentlich knapperer Ressourcen als im Kabel, per IPTV oder Satellit. Frühestens bis 2012 könnte eine Entscheidung fallen.
Das ist auch gut so: Wohin Schnellschüsse führen, hat bereits die Einführung des HD-Fernsehens gezeigt. Dort setzen die EBU-Mitglieder noch immer auf 720p, obwohl auch 1.080p inzwischen problemlos möglich wäre und Satellitenbetreiber wie SES Astra oder Eutelsat aufgrund ausgelasteter Transponder erfreuen würde.
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Kommentar #1 vom 05.09.2010, 02:58