Gema: 3,47 Euro pro Blu-ray-Rohling
Kaum zu glauben: Schon dass ein Blu-ray-Rohling, mit dem man eine HDTV-Sendung aufzeichnet und abspeichert, zusätzlich zum Herstellungspreis 3,47 Euro Urheberrechtsgebühren kosten soll, mutet wie ein schlechter Witz an. Dass dieser Preis aber nur für die 25-GB-Disc gilt, während auf die zweilagige Scheibe mit 50 GB keine Abgaben erhoben werden, ist wirklich eine Lachnummer.
Aber die Beträge sind offiziell berechnet, im Bundesanzeiger veröffentlicht und damit nach Ansicht der Gema-Zentrale in München rechtskräftig. Der Informationskreis Aufnahmemedien, in dem sich die Hersteller zusammengeschlossen haben, hält das allerdings für rechtswidrig. Und der Blick in aktuelle Angebote zeigt, dass bei Preisen von drei bis fünf Euro pro Rohling offenbar niemand diese Abgabe zahlt – auf die auch noch Mehrwertsteuer fällig wird.
Zustandegekommen ist der Betrag nach Erhebungen aus dem Jahr 2008, bei denen die Marktpreise und das Nutzerverhalten ausgewertet werden (offenbar sah man für 50-GB-Rohlinge keinen Markt). Man müsse, so Gema-Sprecherin Gaby Schilcher, die Gebühren schließlich vorher berechnen, da ein nachträgliches Festsetzen nicht möglich sei. Der Informationskreis der Hersteller hat nun als Schiedsstelle das Deutsche Patent- und Markenamt angerufen. Bei Speicherkarten und USB-Sticks hatte man sich vorher auf zehn Cent pro Stück geeinigt, eine DVD-R kostet 17 Cent. Und eine 250-GB-Festplatte: null Cent.

Gema-Boss Harald Heker möchte von Blu-ray-Käufern das
20-fache der Abgabe im Vergleich zu DVDs.

Eine Zehnerspindel BD-R-Rohlinge würde durch die Gema-Forderung rund 40 Euro zusätzlich kosten.
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