Aus für Analog-TV via Satellit im Frühjahr 2012

vom 15.12.09 | 10:31

Das Ende der Verbreitung von analogen TV-Signalen über Satellit rückt immer näher: Die Landesmedienanstalten machten sich am Montag für eine entsprechende Abschaltung der Signale zum 30. April 2012 stark. Dies sei das Ergebnis von Gesprächen, die der Digitalbeauftragte der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK), Hans Hege, mit den TV-Veranstaltern und anderen Marktteilnehmern geführt habe, teilten die Landesmedienanstalten mit.

Nach dem Digitalisierungsbericht 2009 empfangen schon mehr als 70 Prozent der Satellitenhaushalte ihre Programme digital. Da das derzeitige digitale Fernsehangebot in Standard-Qualität (SD) auch in Zukunft unverschlüsselt empfangen werden könne und die Programmvielfalt im Digitalen größer sei, werde der Digitalisierungsgrad in den kommenden Jahren weiter steigen, hieß es.

Klarheit für alle Beteiligten
"Ein konkretes Abschaltdatum, ab dem es keine analogen Programmangebote über Satellit mehr gibt, schafft Klarheit für alle Beteiligten", so Thomas Langheinrich, Vorsitzender der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK). Zuschauer und Geräteindustrie könnten sich damit rechtzeitig auf die Umstellung vorbereiten. Aufgabe sei es jetzt, ein Kommunikationskonzept zu entwickeln, das von allen Veranstaltern mit getragen werde. Vorbild könne dabei die erfolgreiche Praxis bei der Umstellung des terrestrischen Fernsehens auf DVB-T sein.

"Von der vollständigen Digitalisierung der Satellitenübertragung erhoffen wir uns auch einen Durchbruch bei der Nutzung der digitalen Kabelübertragung", erklärte der ZAK-Digitalbeauftragte Hans Hege. Mit steigenden digitalen Reichweiten erhöhten sich auch die Chancen für die Finanzierung neuer Angebote.

Auch der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) hat am Montag in seinem Fachbereich Fernsehen und Multimedia einen Analog-Digital-Fahrplan verabschiedet und in Berlin vorgestellt. In dem Sechs-Punkte-Papier begrüßt der Verband auch den Vorschlag der Landesmedienanstalten. Mit dem Ziel einer schnellen Digitalisierung solle die Politik bis Ende 2010 zudem für das Kabel ein Migrationskonzept aufstellen und dabei die Interessen der betroffenen TV-Veranstalter berücksichtigen, teilte der VPRT mit.

Parallele Ausstrahlung ist zu teuer
"Ein festes Abschaltdatum schafft Planungssicherheit für Zuschauer, Endgeräteindustrie und Sender. Der VPRT unterstützt daher den Vorschlag der Landesmedienanstalten zum Satelliten", sagte Verbandspräsident Jürgen Doetz. Er betonte, dass eine parallele Ausstrahlung von analogen und digitalen Programmen im so genannten Simulcast-Betrieb für die betroffenen Programmveranstalter dauerhaft nicht zu finanzieren sei. Für die ausschließlich digitalen Programme sei die Steigerung der digitalen Nutzung in den Haushalten zudem unerlässlich.

Die öffentlich-rechtlichen TV-Sender ARD und ZDF werden im ersten Quartal 2012 die Ausstrahlung ihrer Programme in analoger Form über Satellit beenden.

 

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