Streit um Energierichtlinie für Flat-TVs
Der finanziell schwer angeschlagene US-Bundesstaat Kalifornien war schon öfter Vorreiter bei umweltfreundlichen Erlassen. Jetzt soll es stromhungrigen Großbildfernsehern an den Kragen gehen, der Aufschrei in der Unterhaltungselektronikindustrie ist groß.
Insgesamt 18 Regeln stellte die California Energy Commission (CEC) auf, um in Zukunft den Energieverbrauch von Flat-TVs in vernünftige Bahnen zu lenken - tatsächlich verbrauchen heutige moderne Fernseher zwar pro Zoll Diagonale wesentlich weniger Strom als noch im vergangenen Jahrtausend, gleichzeitig ist die schiere Bildschirmgröße aber derart angestiegen, dass Flachbildmodelle inzwischen für deutlich gestiegene Energiekosten in den Haushalten sorgen. Kalifornische Konsumenten sollen deshalb in Zukunft nur noch ausgewählte Modelle erwerben dürfen, so zumindest sehen es die Regularien der Administration unter dem republikanischen Gouverneur und ehemaligem Leinwandkönig Arnold Schwarzenegger ("Terminator") vor.
Der mächtige Verband Consumer Electronics Association (CEA), der unter anderem die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas veranstaltet, wehrt sich gegen die Planspiele. An diesem Montag trommelt die Lobby-Organisation ihre insgesamt 2.000 Mitglieder zusammen, um gemeinsam zu beraten, wie das Vorhaben verhindert werden kann. Die CEA argumentiert unter anderem damit, dass sich die Zahlen der California Energy Commission auf einer völlig veralteten und fehlerhaften Datenbasis basiert. Wären die Regeln bereits 2001 in Kraft getreten, die Millionen Plasma- und LCD-Modelle stünden nicht in US-amerikanischen Wohnzimmern, hieß es in einer Mitteilung des Verbandes. Die CEA forderte den kalifornischen Staat zur Kooperation auf.
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