"HD+"-Nachrüstung für alte Settop-Boxen droht zu scheitern
Die vom Satellitenbetreiber SES Astra in Aussicht gestellten Legacy-CAMs, die auch ältere Receiver mit Common-Interface-Einschub für den Empfang der hochauflösenden Ausstrahlungen von RTL und ProSiebenSat.1 auf der "HD+"-Plattform öffnen sollten, stehen scheinbar vor dem endgültigen Scheitern.
Bereits im August hatte unsere Schwesterzeitschrift SAT+KABEL über eine Verschiebung der ursprünglich für Ende 2009 angekündigten Auslieferung der Nachrüst-Module berichtet. Diese sollten jetzt erst im ersten Quartal 2010 zur Verfügung stehen. Wie mehrere Hersteller gegenüber der SAT+KABEL äußerten, ist derzeit mehr als fraglich, ob entsprechende Hardware überhaupt realisiert wird. Schuld seien überhöhte Mindestabnahmemengen seitens SES Astra und seinen Technikpartnern sowie Vorgaben der Privatsender bezüglich weiterer technischer Restriktionen. Von dem ursprünglichen Vorhaben, herstellerspezifische Module zu produzieren, hatte sich der Betreiber schon vor mehreren Wochen stillschweigend verabschiedet.
Bereits im Juni hatten Technisat und Humax offensiv den Vorwurf gekontert, bereits im Markt befindliche Satelliten-Empfänger könnten keine "HD+"-Ausstrahlungen empfangen. "Dies ist eine Fehlinformation", hatte Technisat in einer Pressemitteilung wörtlich geschrieben und verkündet, "dass zeitnah zum Start der neuen Programme eine größere Stückzahl an sogenannten Legacy-Empfangsmodulen verfügbar ist". Inzwischen hat der Hersteller die Pressemitteilung kommentarlos aus seinem Archiv entfernt.
Nach derzeitigem Stand bleibt der Humax HD-Fox der einzige "Altreceiver", der "HD+"-Sendungen empfangen kann. Möglich wird dies durch ein seit Ende Oktober bereitgestelltes Firmware-Update für den integrierten Kartenleser (audiovision berichtete). Für Besitzer anderer Geräte bleibt nur die kostspielige Anschaffung "HD+"-zertifizierter Neugeräte, falls sich die Informationen aus der Branche bestätigen.
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