DVD-Test: The Marine
Die Hauptrolle eines Actionfilms mit einem Profiringer zu besetzen ging in der Vergangenheit mal gut (Dwayne "The Rock" Johnson), mal schlecht (Goldberg), meist aber gar nicht (Hulk Hogan, Kane). Im Falle von World-Wrestling-Entertainment-Star John Cena geht die Sache gut. Dies liegt allerdings weniger am ausgefeilten Mienenspiel des 120-Kilo-Brockens denn an der konsequent auf 80er-Jahre getrimmten Inszenierung. Und zu solch einem Action-Revival gehören nun mal debile Dialoge, XXL-Logiklöcher, Explosionen, nicht enden wollende Zeitlupensequenzen, unfreiwillige Komik, Explosionen, coole One-Liner und Explosionen.
Das stark einsturzgefährdete Handlungsgerüst gleicht einer Mischung aus "Rambo", "Phantomkommando" und "Invasion U.S.A." – ohne allerdings die Brutalität der Vorbilder zu 'erreichen'. Sprich, es gibt weder knackige Genickbrüche noch abgetrennte Gliedmaßen oder sich in der Gegend verteilende Hirnmasse.
Obwohl er durch eine Befehlsverweigerung Menschenleben gerettet hat, wird US-Elitesoldat John Triton (John Cena) aus der Armee geworfen. Doch auch in heimischen Gefilden bietet sich dem Ex-Marine schon bald die Gelegenheit Krieg zu spielen. Denn bei der Fahrt in den wohlverdienten Urlaub nehmen Gangsterboss Rome (cool: Robert Patrick) samt bauchfreier Gespielin und strunzdoofen Schergen Tritons Frau als Geisel.
Noch dünner als die Handlung sind die Extras der DVD. Neben PR-Featurettes und Selbstbeweihräucherungen aller Beteiligten sieht man unter anderem wie John Cena in Australien Golf spielt oder Jetski fährt. Der Film erschien zeitgleich auf Blu-ray-Disc.
Bildqualität: Trotz warmer Farbgebung und einem steilen Kontrastumfang (überstrahlende helle Flächen inklusive) ist die Schärfe des 1,85:1-Transfers gut, allerdings wünscht man sich während der zahlreichen Außenaufnahmen mehr Details. Verschmutzungen gibt es keine und das gelegentlich Rauschen zieht keine digitalen Artefakte nach sich.
Tonqualität: Ohne Rücksicht auf Verluste knallt die 5.1-Abmischung ordentlich rein. Egal ob Explosionen oder Schießereien – alles kommt mit hoher Dynamik und viel Bass beim Zuschauer an. Das Sound-Design klingt allerdings nicht so ausgefeilt und detailreich wie bei Actionfilmen aus der ersten Reihe ("Spider-Man 3", "Stirb Langsam 4"). Der englische Ton hat 448 KBit/s, der deutsche nur 384 KBit/s. Dicke vier Punkte.
Extras: "Enthüllt: Das Making-of von The Marine" (11:29), "Weltpremiere in Camp Pendleton (2:39), "Der Champ ist hier" (6:00), "Die Chain Gang" (5:08), "Grundausbildung" (1:57), "Dienstfrei in Down Under" (2:26), zehn WWE-Promotion-Featurettes (14:41).
Fazit: Auf 80er-Jahre getrimmter Actioner mit allem, was dazugehört (wenig Handlung, viel Radau), in dem sich Hollywood-Neuling und Wrestling-Superstar John Cena überraschend gut schlägt.

Um seine Frau (Kelly Carlson) zu retten...
...springt John Triton (John Cena) von einer Explosion zur nächsten.
| Die Wertung | |
| Film |
4 von 6 Punkten |
| Bildqualität |
4 von 6 Punkten |
| Tonqualität |
4 von 6 Punkten |
| Bonusmaterial |
2 von 6 Punkten |
| Die technischen Daten |
|
| Anbieter |
Fox |
| Originaltitel |
The Marine |
| Laufzeit |
88 Minuten |
| FSK |
ab 16 Jahren |
| Bildformat | 1,85:1 (anamorph) |
| Ton Deutsch |
Dolby Digital 5.1 |
| Ton Englisch |
Dolby Digital 5.1 |
| Erhältlich | ja |
Diesen und zahlreiche weitere Blu-ray- und DVD-Tests finden Sie in der audiovision 11-2007.
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Kommentar #1 vom 11.03.2010, 11:09