Blu-ray-Test: Wolfman
Wenn die Produzenten vom Regisseur Kürzungen verlangen, um die kommerziellen Chancen eines Film zu erhöhen, bedeutet das nichts Gutes. Denn 'schlechte kommerzielle Chancen' ist nur eine andere Formulierung für 'es passiert zu wenig', sprich der Film langweilt die breite Masse. So geschehen beim 150-Millionen-Dollar teuren "Wolfman", der fürs Kino von zwei Stunden auf 100 Minuten gestrafft wurde.
Doch wer gedacht bzw. gehofft hat, jetzt sei das Remake des gleichnamigen Horrorklassikers so etwas wie "Van Helsing", nur mit besseren Schauspielern (Oscar-Preisträger Benicio Del Toro und Anthony Hopkins in den Hauptrollen), den müssen wir enttäuschen. Sowohl in der 100-Minuten-Kinofassung als auch im 120-Minuten-Extended-Cut, die sich beide auf der Blu-ray befinden, setzt "Wolfman" die Schwerpunkte auf Story, Charakterzeichnung und ganz viel Atmosphäre.
Die Story
Ende des 19. Jahrhunderts: Als sein Bruder Ben unter mysteriösen Umständen verschwindet, kehrt der gefeierte Theaterschauspieler Lawrence Talbot (Benicio Del Toro) widerwillig auf den Landsitz seines Vaters (Anthony Hopkins) zurück. Mit Bens schöner Verlobten (Emily Blunt) sucht Lawrence nach dem Vermissten. Dabei stößt er auf die Spur einer blutrünstigen Bestie, die in Vollmondnächten auf Menschenjagd geht. Auch ein Inspektor von Scotland Yard (Hugo "Matrix" Weaving) will die mysteriöse Mordserie aufklären. Doch je näher Lawrence der teuflischen Kreatur kommt, desto tiefer gerät er in einen Strudel aus Wahnsinn und Mordlust.
Das Bonusmaterial
Obwohl das Kinoeinspiel mit 140 Millionen hinter den Erwartungen zurückblieb ("Van Helsing" brachte es auf 300 Millionen), kann sich die Sonderausstattung der Blu-ray sehen lassen. Den Großteil des Bonusmaterials findet man übrigens nur auf der HD-Version, angefangen mit der Möglichkeit, sich das Original von 1941 via BD-Live-Zugang anzuschauen (leider nur in SD-Qualität). Filmbegleitend stehen zwei Bild-in-Bild-Spuren zur Verfügung. Auf Spur 1 halten der legendäre Make-up-Künstler Rick Baker, die Effektproduzentin oder der Kameramann den Film an und analysieren Szenen oder erklären technische Vorgehensweisen. Spur 2 ist eine Mischung aus englischen Textinformationen über die Historie und den Mythos des Werwolfs sowie einem Szenenvergleich zwischen Original und Remake.
Dazu gesellen sich vier Production-Featurettes mit einer Gesamtlaufzeit von knapp 50 Minuten. In Wiederkehr des Wolfman diskutieren Cast und Crew ihre Ziele und Gründe für die Wiederbelebung der "Wolfman"-Franchise. In Der Schöpfer des Untiers erläutert Make-up-Künstler Rick Baker seine lebenslange Faszination mit der Figur des Werwolfs. Geheimnisse der Verwandlung zeigt, wie normale Stuntszenen mit visuellen Computereffekten ergänzt wurden. Wieviel Arbeit in die Choreographie besagter Stuntszenen ging, erfährt man in Der entfesselte Wolfsman.
Abgerundet wird das Bonusmaterial von entfallenen Szenen und zwei alternativen Enden. Warum es die Szenen nicht in den Film geschafft haben, erfährt man leider nicht.

Die Bild-in-Bild-Spur versorgt den Zuschauer unter anderem mit Textinformationen...
... und eniem Vergleich zum Original von 1941
| Die Wertung | |
| Film |
4 von 6 Punkten |
| Bildqualität |
4 von 6 Punkten |
| Tonqualität |
5 von 6 Punkten |
| Bonusmaterial |
4 von 6 Punkten |
| Die technischen Daten |
|
| Anbieter |
Universal |
| Originaltitel |
Wolfman |
| Laufzeit |
102 bzw. 119 Minuten |
| FSK |
ab 16 Jahren |
| Bildformat | 1,85:1 (1080/24p) |
| Ton Deutsch |
DTSl 5.1 |
| Ton Englisch |
DTS-HD Master Audio 5.1 |
| BD-Live | ja |
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