Blu-ray-Test: Smokin' Aces
"Was um Gottes Willen war denn das?" Dies dürfte sich die Mehrzahl der Zuschauer am Ende dieser kruden Mischung aus "Pulp Fiction", "Reservoir Dogs", "Natural Born Killers", "Snatch" und "Schnappt Shorty" fragen. Denn Regisseur Joe Carnahan vermischt schräge Charaktere, überzeichnet-durchgeknallte Action, bizarr-deftige Dialoge mit einer immer ernster werdenden Story, die in einer finalen Einstellung gipfelt, bei der man sich fragend (siehe erster Satz) am Kopf kratzt. Die schlichte und einzige Antwort: Das war unterhaltsam – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Der im Sterben liegende Mafiaboss Primo Sparazza setzt auf den Las-Vegas-Entertainer Buddy "Aces" Israel ein Kopfgeld von einer Million Dollar aus. Umgehend strömen skrupellose Hitmen aus allen Himmelsrichtungen ins Hotel-Casino von Lake Tahoe, wo sich das Objekt der Begierde in der Penthouse-Suite aufhält. Unter anderem haben es zwei lesbische Scharfschützinnen, ein Trio irischer Neonazis, die so aussehen, als wären sie gerade vom "Mad Max"-Casting gekommen, und drei abgeschlaffte Kopfgeldjäger auf den dauerzugedröhnten und von Luxus-Nutten umringten Aces abgesehen. Doch der genießt den Schutz des FBI, da er als Kronzeuge gegen das organisierte Verbrechen aussagen soll. Und wie es der Zufall will, treffen böse Buben und Gesetzeshüter (u.a. Ray Liotta, Andy Garcia, Ryan Reynolds) zeitgleich im idyllischen Ferienparadies Lake Tahoe ein. Feuer frei!
Mit Ausnahme des lustigen und nicht ganz nüchternen Audiokommentars sind die Extras leider größtenteils für die Tonne. Die spannenden U-Control-Features der HD-DVD (Test in audiovision 10-2007) wurden aus nicht ersichtlichen Gründen ersatzlos gestrichen. cs
Bildqualität: Die Detail- und Kantenschärfe ist für einen vier Jahre alten Film nicht optimal. Dies liegt in erster Linie daran, dass der Cinemascope-Transfer mittels Farb- und Kontrastfilter so stark manipuliert wurde, dass man sich optisch oft eher in einem Musikvideo auf MTV wähnt. Gelegentliches Grießeln ist Stilmittel. Verschmutzungen gibt es kaum.
Tonqualität: Die Musik tönt überaus räumlich und dynamisch aus allen Lautsprechern. Bei den zahlreichen Feuergefechten hätten wir uns hingegen mehr Direktionalität und weniger Bass gewünscht. Die Dialoge bleiben bei aller Hektik immer gut verständlich.
Extras: Audiokommentar mit Autor/Regisseur Joe Carnahan und Cutter Robert Frazen, vier entfallene Szenen (9:37), verpatzte Szenen (9:30), "Cowboy Ende" (1:06), "Die Aufstellung" (13:28), "Die dicke Kanone" (11:55), "Jag sie in die Luft: Stunts und Effekte" (4:54)
Fazit: Obwohl stilistisch und inhaltlich nur ein zusammengeklautes 'Best-of' Quentin Tarantino, Guy Ritchie & Co., ist der auf cool getrimmte Gangster-Auflauf unterhaltsam – nicht zuletzt dank der prominenten Besetzung (Ben Affleck, Alicia Keys, Ray Liotta, Andy Garcia). Allerdings passt das dramatische Finale nicht zur comichaften Action-Inszenierung.

FBI-Agent Messner (Ryan Reynolds) ...

... hat es auf zwei lesbische Scharfschützinnen (Alicia Keys, Taraji P. Henson) abgesehen.
| Die Wertung | |
| Film |
4 von 6 Punkten |
| Bildqualität |
4 von 6 Punkten |
| Tonqualität |
4 von 6 Punkten |
| Bonusmaterial |
3 von 6 Punkten |
| Die technischen Daten |
|
| Anbieter |
Universal |
| Originaltitel |
Smokin' Aces |
| Laufzeit |
108 |
| FSK |
ab 16 Jahren |
| Bildformat | 2,35:1 (1080/24p) |
| Ton Deutsch |
DTS 5.1 |
| Ton Englisch |
DTS-HD Master Audio 5.1 |
| Erhältlich | ja |
Dieser und viele weitere Blu-ray- und DVD-Tests sind in der audiovision 3/2010 erschienen.
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