Blu-ray-Test: Rocky - The Complete Saga
Bislang mussten sich "Rocky"-Fans mit dem ersten und letzten Teil auf Blu-ray begnügen. Damit ist jetzt Schluss, denn die "Complete Saga", die Fox am 23. Oktober veröffentlicht, enthält alle sechs "Rocky"-Filme in einer Box. Einzeln sind die Teile 2 bis 5 (noch) nicht erhältlich. Angesichts des attraktiven Preises von 70 Euro ist man versucht, gleich zuzuschlagen. Doch Vorsicht, die technische Umsetzung reizt das Blu-ray-Medium bei weitem nicht aus.
Die Bildqualität
Wieviel man aus alten Filmen mittels aufwändiger Restauration herausholen kann, hat MGM mit der James-Bond-Reihe vorgemacht. Bei "Rocky" betrieb das traditionsreiche Filmstudio leider weniger Aufwand. So leidet das 30 Jahre alte Original unter grobem Dauergrießeln, Helligkeitsschwankungen, Verschmutzungen sowie einer oft schwachen Detail- und Kantenschärfe. Auch der MPEG2-Codec mit einer Durchschnittsrate von 16 MBit/s (Fox hat die Blu-ray-Disc von 2007 in die Box gepackt) ist nicht qualitätsfördernd.
Teil 2 sieht besser aus. Grobes Rauschen beschränkt sich auf einige wenige Szenen, auch wirkt das Bild schärfer, detailreicher, plastischer und einfach klarer. Doch wer gehofft hat, mit den Teilen 3, 4 und 5 gehe es optisch weiter bergauf, wird enttäuscht. Das Gegenteil ist der Fall. "Rocky 3", "Rocky 4" und "Rocky 5" sehen schlechter aus als "Rocky 2". Statt feinem Filmkorn gibt es vermatschtes Videorauschen; Schärfe und Detailzeichnung schwanken zwischen 'unfassbar schwach' (fast alle Innenaufnahmen) und 'geht gerade noch' (meist Außenaufnahmen). Mag man die Bildqualität auf einem 40-Zoll-TV als akzeptabel empfinden, dürften Besitzer einer Drei-Meter-Leinwand angesichts der gebotenen Qualität nur den Kopf schütteln. "Rocky Balboa" sieht erwartungsgemäß am besten aus, auch wenn die Optik mittels kalter Farbtöne, harter Kontraste und Grießeleinlagen auf schmuddelig getrimmt wurde.
Die Tonqualität
Einzig bei Bill Contis legendärer Filmmusik löst sich die Akustikkulisse vom Center, ansonsten klingt der 5.1-Upmix von "Rocky" wie Mono – was nicht weiter verwundert, denn "Rocky" wurde in Mono gedreht. Ein Phänomen, das wir nicht nur beim ersten "Rocky"-Film feststellten: Der deutsche Ton wirkt tiefer als das Original. Dies merkt man nicht nur beim Score, auch Stallones Synchronstimme wirkt behäbiger als auf DVD. Teil 2 drehte man bereits in Surround, entsprechend klingt der 5.1-Upmix harmonischer und weiträumiger. Dialoge sind auf den Center fixiert (kein Übersprechen) und das Stereopanorama weist an den passenden Stellen eine ordentliche Direktionalität auf. Am besten gefällt Bill Contis Score, der die Rears nicht nur für Hall nutzt (Vor- und Abspann). Seltsam: Einige Passagen sind nur in Englisch (43:31, 44:25, 71:36). "Rocky 3" ist ein Kuriosum: Obwohl in Surround gedreht, wurde der Film nur in Mono synchronisiert. Entsprechend kommt der 5.1-Upmix dumpf und undifferenziert daher. Bei "Rocky 4" und "Rocky 5" lagen wieder Surround-Master zugrunde – und die zahlreichen Songs von "Living in America" über "No Easy Way Out" bis "Hearts on Fire" und "Go For It" punkten mit einem soliden Hochtonbereich und ordentlicher Direktionalität. Auch bieten Teil 4 und 5 erstmals so etwas wie erwähnenswerten Bass. "Rocky Balboa" verfügt über eine moderne 5.1-Abmischung mit allem, was dazugehört.

In sechs Filmen ging Rocky Balboa (Sylvester Stallone) nur
einmal k.o. – gegen Clubber Lang (Mr. T.) in "Rocky 3".
Das Bonusmaterial
Wer auf Bild-in-Bild-Spuren oder
Retro-Dokus der Teile 2 bis 5 gehofft hat, wird enttäuscht. Denn mit
Ausnahme eines interaktiven Spiels (Bild), bei dem man unter anderem
filmspezifische Fragen beantworten muss, sind die Extras von der
"Rocky"-Doppel-DVD
bzw. der "Rocky Balboa"-Blu-ray bekannt. Das wäre ja noch okay, hätte
man nicht die drei Audiokommentare (darunter ein hervorragender Track
von Sylvester Stallone) des ersten "Rocky"-Films gestrichen.
Fairerweise
muss man sagen, dass die vorhandenen Boni (ca. 3 Stunden) fast alle
über eine hohe Informationstiefe verfügen: angefangen von der
75-minütigen "Rocky"-Retro-Doku bis hin zu Beiträgen über das Make-up,
die Musik und die Steadicam-Kamera, die in "Rocky" erstmals zum Einsatz
kam. ce

Einziges neues Extra: ein Frage-und-Antwort-Spiel.

Da für "Rocky" die Blu-ray von 2007 recycelt wurde, bekommt
man nur den alten MPEG2-Codec mit niedriger Rate.

Für "Rocky 2" (Bild) und Teil 3 bis 5 verwendete man hingegen
den modernen AVC/MPEG4-Codec mit einer hohen Rate.
Bildqualität: Die Bildqualität der ersten fünf "Rocky"-Filme enttäuscht auf ganzer Linie. Grobes Rauschen, viele Verschmutzungen sowie eine Schärfe und Detailzeichnung auf DVD-Niveau ersticken jedes HD-Feeling im Keim. "Rocky Balboa" bietet hingegen gutes bis sehr gutes HD-Niveau.
Tonqualität: Angesichts des Ausgangsmaterials sind die deutschen 5.1-Upmixe ordentlich. Im Vergleich zum Original fällt bei den älteren Filmen aber der muffige Hochtonbereich auf. "Rocky Balboa" bietet hingegen alle Vorzüge einer modernen 5.1-Abmischung.
Extras: Bonus-Disc: Quiz, "3 Runden mit Trainer-Legende Lou Duva" (4:34), Interview mit Bert Sugar (6:49), "Die Gegner“ (16:12), "Im Ring" (75:46), "Steadicam" (17:28), "Make Up!" (15:11), "Notizbuch eines Komponisten" (11:28), "Der Ring der Wahrheit" (9:37), "Hinter den Kulissen mit Regisseur John Avildsen" (12:25), "Hommage an Burgess Meredith und James Crabe" (11:12), Erzählungen von Sylvester Stallone (28:54), TV-Auftritt von Sylvester Stallone im Jahr 1976 (17:19).
"Rocky Balboa"-Disc: Regiekommentar, "Der lange Weg" (27:03), "Die Entstehung von Rocky Balboa" (17:47), "Realität im Ring" (15:38), "Schaffung des Computer-Kampfes (5:08), entfallene Szenen (23:07).
Fazit: Auch wenn die Qualität der Filme schwankt, gehört die Reihe über einen drittklassigen Berufsboxer, der zum Champion aufsteigt, zum Pflichtprogramm für jeden testosterongesteuerten Cineasten.
| Die Wertung | Bild | Ton |
| Rocky 1 |
2 von 6 Punkten |
3 von 6 Punkten |
| Rocky 2 | 3 von 6 Punkten | 3 von 6 Punkten |
| Rocky 3 | 2 von 6 Punkten | 2 von 6 Punkten |
| Rocky 4 | 2 von 6 Punkten |
3 von 6 Punkten |
| Rocky 5 |
2 von 6 Punkten | 3 von 6 Punkten |
| Rocky 6 |
4 von 6 Punkten | 4 von 6 Punkten |
|
|
||
| Film |
5 von 6 Punkten | |
| Extras |
4 von 6 Punkten | |
| Die technischen Daten |
||
| Anbieter |
Fox |
|
| Originaltitel |
Rocky - The Complete Collection |
|
| FSK |
ab 16 Jahren |
|
| Bildformat | 1,85:1 (1080/24p) | |
| Ton Deutsch |
DTS 5.1 | |
| Ton Englisch |
DTS-HD Master Audio 5.1 | |
| Erhältlich | ja |
Dieser und viele weitere Blu-ray- und DVD-Tests sind in der audiovision 11/2009 erschienen.
Teilen
Das könnte Sie auch interessieren:
Mehr als zweieinhalb Millionen Menschen sahen Lady Gagas "Monster Ball Tour" in über
Den ganzen Beitrag lesen 
Für die "Progress Live"- Tour standen Gary Barlow, Howard Donald, Jason Orange, Mark Owen und Robbie Williams erstmals seit 1995 gemeinsam auf der Live-Bühne. Die Tournee durch 30 europäische Stadien wurde zur erfolgreichsten in der britischen Musikgeschichte.
Den ganzen Beitrag lesen 
"Von allen 3D-Szenen ist das eine der besonders aggressiven" gibt Kameramann Shelly Johnson zu Beginn eines unterhaltsamen Audiokommentars zu Protokoll. Dabei bezieht er sich aber nicht auf eine aufwändige Actionszene, sondern auf das computeranimierte Paramount-Logo.
Den ganzen Beitrag lesen 
Im Herbst 2008 kündigte Joaquin Phoenix ("Walk the Line") seinen Rückzug aus dem Filmgeschäft an, um sich als Hip-Hop-Musiker neu zu erfinden. Casey Affleck porträtiert seinen Schauspielkollegen und Schwager ein Jahr lang bei dessen Eskapaden und zeigt ein Panorama von gespielten Entgleisungen und Fehltritten: unter anderem grandios scheiternde Live-Auftritte, entsetzte Agenten, irritierte Kollegen wie Ben Stiller, der Phoenix zu einer Rolle in "Greenberg" überreden will, ein grotesker Versuch, P. Diddy als Produzenten zu gewinnen, Phoenix beim Koksen, Phoenix mit Prostituierten und mehr.
Den ganzen Beitrag lesen 
Um die anstehende Hochzeit zu bezahlen und seinem zukünftigen Schwiegervater aus finanziellen Schwierigkeiten zu helfen, beschließt Ben (Joe Hursley) als Striptease-Tänzer Geld zu verdienen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und Peinlichkeiten wird schnell klar, dass er ein bisher verborgenes Talent hat. Kurzweilige Sexkomödie von "Wayne's World"-Regisseurin Penelope Spheeris mit prominenten Nebendarstellern (Mimi Rogers, Christopher McDonald).
Den ganzen Beitrag lesen 
Anwalt Mike Weiss (Chris Evans) vertritt eine HIV-positive Krankenschwester, die sich an einer kontaminierten Spritze infiziert hat. Bei seinen Ermittlungen kommt er illegalen Machenschaften der Pharmaindustrie auf die Spur. Der "Captain America"-Mime zeigt in diesem packenden, auf einer wahren Geschichte basierenden Justizdrama, was er wirklich draufhat. Ein starkes Stück Independent-Kino.
Den ganzen Beitrag lesen 
Ein schweigsamer Martial-Arts-Mönch (Hongkong-Star Chow Yun-Fat) und ein großmäuliger Taschendieb (Seann William Scott) versuchen eine geheimnisvolle Schriftrolle, die den Schlüssel zu unbegrenzter Macht enthält, vor Alt-Nazis zu schützen. Nette Actionkomödie mit coolem Cast.
Den ganzen Beitrag lesen 
weitere News zu Blu-ray-Test


Den anerkannt flachen Klang vieler moderner Fernsehschirme will Boston Acoustics mit dem System SoundWareXS Digital Cinema (Preis: 500 Euro) verbessern.
Ein neues Verfahren soll das Kopieren von geschützten HD-Inhalten auf SD-Karten möglich machen, etwa von Blu-ray-Disc. Die "Next Generation Secure Memory"-Initiative soll eine individuelle Kennung für jedes Medium enthalten, so wie das bei modernen Systemen von CI+ bis AACS gefordet wird.
Wenn Joaquin Phoenix für eine Dokumentation ein Jahr auf durchgeknallten Rapper macht, ist das ungewöhnlich, aber nicht einzigartig. Immer wieder setzen sich Filmschaffende seltsamen Umständen aus.
Zusammen mit Prozessoren der Sandy-Bridge-Generation hat Intel im letzten Jahr eine neue Version seiner Technologie Wireless Display eingeführt, kurz WiDi genannt.
Am heutigen Donnerstag eröffnet im Düsseldorfer Medienhafen in der UCI KINOWELT der erste "iSens"-Kinosaal Deutschlands. Das „iSens"-Konzept verspricht Kino in neuer audiovisueller Dimension, ein neuentickeltes 3D-Soundsystem mit 23.1-Ton soll eine bisher ungekannte räumlich-akustische Wahrnehmung erzielen.


Pioneers neues 3D-Receiver-Flaggschiff SC-LX 85 verwöhnt anspruchsvolle Musikhörer mit bestem Klang, verfügt über enorme Leistungsreserven und punktet mit umfangreicher Ausstattung.
Magnats elegante Quantum 800-Serie besticht mit edler Verarbeitung. Ihre neuen, keramikbeschichteten Treiber für besonders hochauflösenden Klang sind ein Glanzlicht.
Der neue VPL-HW 30 ES von Sony macht was her: Der relativ günstige 3D-Projektor basiert auf der bewährten SXRD-Technik des VW 90 und brilliert mit beeindruckend natürlichen Farben.
Die Bildqualität eines TVs hängt nicht nur vom Gerät selbst, sondern auch von seiner Bildeinstellung ab. Mit unserem kostenlosen Universaltestbild können Sie Helligkeit, Kontrast, Bildschärfe und Farben schnell optimieren.







Für den Surround-Sound der Zukunft will Audyssey Fernseh- und Kopfhörerton kombinieren. Wir schauen, wie das System funktioniert
Die Umstellung auf digitale Projektion ist noch nicht abgeschlossen, da drängen bereits neue Technologien in die Kinosäle.
Wie viele Kanäle wird Filmton in Zukunft haben? Ganz egal, sagt Alan Kraemer von SRS – und führt vor, was er damit meint.
Kommentare zu diesem Artikel (einloggen zum Schreiben):
Kommentar schreiben3
Kommentar #3 vom 06.12.2010, 05:21
3
Kommentar #2 vom 27.03.2010, 07:54
3
Kommentar #1 vom 31.12.2009, 09:52