Blu-ray-Test: Noble Son
"Als ich das Drehbuch las, hatte ich keine Ahnung was auf den nächsten Seiten passieren würde". Mit diesem Statement im Making-of bringt Schauspielerin Mary Steenburgen den größten Reiz von "Nobel Son" auf den Punkt. Reiz Nummer 2 der schwarzen Krimikomödie, die vor Plot-Twists nur so strotzt: ein Staraufgebot, das man bei einer Independent-Produktion nicht alle Tage sieht. So geben sich neben Mary Steenburgen unter anderem Alan Rickman, Bill Pullman, Eliza Dushku, Danny DeVito, Ted "Cheers" Danson und "Ghostbuster" Ernie Hudson die Ehre.
Professor Eli Michaelson (herrlich: Alan Rickman) ist als Wissenschaftler ein Genie und als Mensch ein Schwein. Just an dem Tag, an dem er für Ersteres den Chemie-Nobelpreis in Empfang nimmt, wird sein Sohn gekidnappt. Die Entführer verlangen zwei Millionen Dollar Lösegeld – genau die Summe des Nobelpreisgelds. Eli glaubt an einen schlechten Scherz, doch kurz darauf bekommt er ein Körperteil seines Sohnes per Post.
Im Gegensatz zum Film enttäuschen die Extras. So will das Making-of den Zuschauer in erster Linie zum Kinobesuch bewegen, der maue Audiokommentar von Cast & Crew (leider ohne Rickman) bietet meist banale Aussagen wie "Diese Szene haben wir am neunten Tag gedreht" – und hinter der Slideshow verbirgt sich nur eine Aneinanderreihung von Bildern aus dem Film. Ein cooles Goodie, das wir uns öfter wünschen, wollen wir aber nicht verschweigen: der komplette Soundtrack (siehe Bild oben). Aufgrund des eigenwilligen Authorings wird bei manchen Blu-ray-Playern (u.a. Panasonic) die Laufzeit des Films nicht angezeigt. (cs)
Bildqualität: Dank satter Farben und einem kräftigen Kontrast kommt der Cinemascope-Transfer fast durchgehend scharf und knackig daher. Allerdings zeugen Flimmern in feinen Strukturen (u.a. Bill Pullmanns Jacket) und Doppelkonturen an Hell/Dunkel-Kanten vom Einsatz elektronischer Schärfefilter. Die in ihrer Stärke variierende Körnung wird meist authentisch reproduziert. Trotz nicht mehr zeitgemäßem MPEG2-Videocodec gibt es keine sichtbaren Kompressionsartefakte. Dicke vier Punkte.
Tonqualität: Surroundeffekte kann man an einer Hand abzählen, dafür verteilt sich der kräftige Score detailreich über die vorderen Boxen. Auch hektische Schnittfolgen und sonstige Kameramätzchen werden tonal gut ergänzt. Allerdings kommen beim deutschen Ton auf den Center gehörende Effekte, wie wenn Alan Rickman seine Tasche auf den Boden wirft (105:40), aus den Hauptlautsprechern. Diverse Songs leiden ebenfalls unter diesem Fehler. Der O-Ton klingt korrekt.
Extras: Audiokommentar, Making-of (13:01), entfallene Szenen (9:31), Soundtrack (58:20), Fotogalerie, Trailer.
Fazit: Wunderbar schwarze Kriminalkomödie mit toller Besetzung und cleverer Handlung. Eine echter Geheimtipp!

Auf der Blu-ray befindet sich der komplette Soundtrack.

Eli Michaelson (Alan Rickman) frühstückt mit der Familie.
| Die Wertung | |
| Film |
5 von 6 Punkten |
| Bildqualität |
4 von 6 Punkten |
| Tonqualität |
3 von 6 Punkten |
| Bonusmaterial |
2 von 6 Punkten |
| Die technischen Daten |
|
| Anbieter |
MIG |
| Originaltitel |
Nobel Son |
| Laufzeit |
111 |
| FSK |
ab 16 Jahren |
| Bildformat | 2,35:1 (1080/24p) |
| Ton Deutsch |
DTS-HD Master Audio 5.1 |
| Ton Englisch |
DTS-HD Master Audio 5.1 |
| Erhältlich | ja |
Dieser und viele weitere Blu-ray- und DVD-Tests sind in der audiovision 2/2010 erschienen.
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