Samsung UBD-M9500 (Test)

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Übersichtlich: Die Fernbedienung liegt gut in der Hand und nimmt das Curved-Design des Players auf. Direkttasten für einen Wechsel der Ton- und Untertitelspuren gibt es nicht.

prosconsSamsung hält bei seinem neuen UHD-Blu-ray-Flaggschiff am
Curved-Design fest. Doch wie ist es um die inneren Werte des 450 Euro teuren UBD-M9500 bestellt?   

Auch wenn die Produktbezeichnung anderes vermuten lässt, ist der von uns getestete M9500 der eigentliche Nachfolger des K8500, nicht der 100 Euro günstigere M8500.

Ausstattung und Bedienung

Äußerlich unterscheidet sich der M9500 nur auf den zweiten Blick vom Vorjahresmodell, das sich wiederum kaum von den 100 Euro teuren Full-HD-Modellen der J5000er-Serie (Test in 6-2015) abhebt. Den Korpus dominieren schwarzes Plastik und dünnes Blech (entsprechend bringt der Player gerade mal 1,9 Kilogramm auf die Waage) sowie schiefe Winkel und stürzende Linien. Hier orientiert man sich an den hauseigenen Curved-Fernsehern. 

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Abgespeckt: Wie fast alle großen Hersteller hat sich auch Samsung von analogen AV-Anschlüssen verabschiedet. Seltsam: Obwohl wir ein deutsches Gerät samt hiesiger Steckernorm hatten, kennzeichnet der Aufkleber unseren M9500 als US-Modell mit Ländercode 1 (DVD) beziehungsweise A (Blu-ray) aus.

Trotz eines 450-Euro-Preisschilds waren vollwertige Standfüße im Budget nicht drin. Vorne steht der UHD-Player auf zwei Gummipuffern, hinten auf blankem Blech. Ungeachtet der Plastikschublade arbeitet das Laufwerk solide und produziert weder Pfeiftöne noch hochtourige Geräusche. In leiser Umgebung kann aber das dezente Rauschen des rückseitigen Lüfters hörbar werden. Wie der Vorgänger beschränkt sich das Anschluss-Terminal neben dem HDMI-Ausgang (jetzt nach 2.0b-Norm) auf einen Toslink- und einen separaten HDMI-Tonausgang sowie die Netzwerkbuchse. Selbstredend nimmt der Samsung Daten auch per WLAN entgegen, und das sogar in der flotten Variante 802.11ac. Mit 3D-Blu-rays kann er leider nichts mehr anfangen. 

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Umgesiedelt: Die USB-Buchse findet sich jetzt nicht mehr auf der Front hinter eine Klappe, sondern frei zugänglich an der rechten Seite.

Jetzt mit Display

Einige kleine, aber feine Verbesserungen gegenüber dem Vorjahresmodell wollen wir nicht unerwähnt lassen. So ist die USB-Buchse nicht mehr an der Front unter einer Abdeckklappe platziert, sondern frei zugänglich auf die rechte Gehäuseseite gewandert – das nervige Freifriemeln entfällt (hier sollte sich Sony ein Beispiel nehmen). Zudem verfügt der M9500 im Gegensatz zum Vorgänger über ein gut ablesbares, wenn auch nicht sonderlich breites Display, das den Benutzer nach Einschalten des Player mit „Hello“ begrüßt (unabhängig von der Sprachauswahl). Wenn es eng wird, wechselt der Displaymodus zu einer Laufschrift. Auf eine Anzeige der Spielzeit am Gerät muss man allerdings verzichten.

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Persönliche Note: Wenn man den Player einschaltet, wird man mit einem „Hello“ begrüßt. Die Laufzeit wird allerdings nicht angezeigt.

Als echte Neuerung spielt der UBD-M9500 360-Grad-Videos ab und besitzt die Möglichkeit, Bluetooth-Kopfhörer mit dem Player zu koppeln. Dieses Feature muss im Ton-Menü allerdings erst aktiviert werden.

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Abgespeckt: Die stationären Bedienelemente wurden auf die Auswurf-Taste und den Power-Button reduziert. Der Vorgänger hatte auch noch „Play“ und „Stop“.

Die schlanke Fernbedienung liegt hervorragend in der Hand und die leicht gummierten Tasten geben eine gute Rückmeldung. Im Vergleich zu den meisten Gebern der Konkurrenz fällt die Anzahl der Tasten allerdings geringer aus. Das kommt der Übersichtlichkeit zugute, einen direkten Wechsel der Ton- oder Untertitelspuren dürfte manch einer aber vermissen. Zumindest gibt es jetzt verschiedene Tasten für den siebenstufigen (vier hätten es unserer Meinung nach auch getan) Vorlauf und den Kapitelsprung. Womit wir bei einer Paradedisziplin des koreanischen Scheibendrehers wären: dem Navigationstempo. Hier macht dem UBD-M9500 keiner etwas vor, selbst doppelt so teure Player sind nicht so flott unterwegs. Entsprechend geht das Wechseln zwischen den verschiedenen Vorlaufgeschwindigkeiten praktisch ohne Verzögerung vonstatten, auch sonst ist der Samsung von der ganz schnellen Truppe. Auch öffnet sich die Lade bereits nach knapp 5 Sekunden, und das ganz ohne stromfressenden Schnellstart-Modus.    

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Will man die neue Bluetooth-Funktionalität nutzen, um zum Beispiel Audiodaten an einen Kopfhörer zu senden, muss man im Ton-Menü die Tonausgabe entsprechend umstellen.

Ansonsten lässt sich der 4K-Player wie ein Smart-TV nutzen. In gewohnter Samsung-Optik verzweigt das übersichtliche Menü flink zum Media-player, den Apps oder greift auf den Web-Browser oder einen DLNA-Server sowie per Screen Mirroring auf Smartphone-Inhalte zu. Neben Amazon, YouTube und Netflix bietet der M9500 auch Zugriff auf den Sport-Streamingdienst DAZN, und das ist noch längst nicht alles.

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Echte UHD-Qualität: Die YouTube-App spielt Ultra-HD-Videos in voller Auflösung ab, sofern die Internetbandbreite ausreicht.

Tausende Filme, Serien und Dokumentationen auf Knopfdruck – Internet und Online-Videotheken machen es möglich. Hier kann der UBD-M9500 aus dem Vollen schöpfen. So waren zum Testzeitpunkt knapp 100 Apps verfügbar, die schmuck und übersichtlich präsentiert werden. Allerdings wollen davon rund 90 erst installiert werden, wofür man ein kostenloses Samsung-Konto erstellen muss. Nicht wirklich tragisch, aber etwas nervig ist es schon – zumal hiervon nicht nur Exoten wie „iChurch Networks“ oder „Shalom TV“ betroffen sind, sondern auch Netflix. Apropos Netflix, ab Werk sind unter anderem die Streaming-Konkurrenten Maxdome, Sky, Videoload und Amazon Video installiert, für Musikfreunde stehen sofort Deezer und die Berliner Philharmoniker zum Abruf bereit.

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Die Streaming-Angebote von Maxdome, Sky, Videoload und Amazon Video sind sofort nutzbar.

Auch YouTube bekommt man ohne Umschweife, auf Wunsch sogar in 4K und HDR und mit korrekter 24p-Darstellung bei entsprechendem Material. Vorausgesetzt die „Film-Bildfrequenz (24p/25p)“ steht auf „Auto“. Informationen zu den YouTube-Clips bekommt man übrigens nicht wie bei der Disc-Wiedergabe durch Drücken der „Tools“-Taste, sondern per rundem Bestätigungs-Button im Steuerkreuz. Nach nochmaliger Betätigung verschwinden die Informationen seltsamerweise nicht wieder, sondern der Clip wird pausiert.

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Die meisten Apps wie „BBC News“ müssen installiert werden, wofür man ein Samsung-Konto benötigt.

Die Auswahl an Sport-Apps fällt mit 5 zwar nicht übermäßig üppig aus, dafür ist DAZN dabei (sogar installiert). Der Streaming-Platzhirsch, der sich gerne als „Netflix des Sports“ präsentiert, überträgt ab 2018 unter anderem die Champions League.

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Bereits ab Werk verfügbar: Die App des Sport-Streaming-Giganten DAZN.

An Mediatheken gibt es ohne Umschweife ARD, ProSieben, ProSieben Maxx, Sixx, SAT.1, kabel eins, SAT.1 Gold und Red Bull; Arte und BBC News können auf Wunsch installiert werden. Ein Platzproblem dürfte es hier nicht geben, benötigt eine App um die 15 Megabyte, rund 850 Megabyte waren bei unserem Testgerät noch frei.

Vorbildlich: Die Navigation durch den App-Dschungel geht genauso flott vonstatten wie bei der Disc-Wiedergabe.

Bei der Disc-Wiedergabe gibt sich der Samsung relativ auskunftsfreudig. So zeigt er nicht nur an, welche AV-Daten sich auf der Disc befinden, sondern auch, was an den jeweiligen HDMI-Ausgängen ausgegeben wird. Die Bitraten behält er leider für sich, auch bei den Tonformaten könnte er mehr ins Detail gehen. Diese Einblendung, die immerhin rund ein Viertel des Bildes verdeckt, wird übrigens auch bei jedem Kapitelsprung für fast 10 Sekunden angezeigt – ob man will oder nicht.

Der Media-Player

Via USB überzeugt die pixelexakte Auflösung der UHD-Fotoschau. Per Tools-Taste lassen sich für die Diaschau 10 Überblendeffekte sowie 3-stufig die Geschwindigkeit einstellen, wobei der Bildwechsel bei „schnell“ recht flott erfolgt. Bildregler zur Fotomanipulation sind aber keine vorhanden. Die Zoom-Funktion vergrößert Details zwei- bis vierfach, zudem lassen sich Bilder in 90°-Schritten im oder gegen den Uhrzeigersinn drehen. Auf Wunsch kann man sich auch Informationen zu Metadaten oder zur Foto-Auflösung anzeigen lassen.

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Nach Betätigung der „Tools“-Taste kommt man ins Extras-Menüs, wo man unter anderem die Audio- und Untertitelspuren ändern kann.

Ärgerlich: Der Samsung spielt zwar alle Videos eines Ordners der Reihe nach ab, stört den Ablauf aber zu Beginn jedes Clips für einige Sekunden mit einer nicht abschaltbaren OSD-Einblendung. An Musik spielt der Samsung alle gängigen Formate (ALAC, FLAC, AIFF, WAV) inklusive hochauflösender Files (192kHz / 24Bit) ab. Schön: Während der Wiedergabe eines Titels wird rechts auf dem Bildschirm eine Liste aller abspielbaren Audio-Dateien im Ordner präsentiert. Ferner gibt es eine Zufallswiedergabe sowie eine Wiederholfunktion für einen oder alle Titel im Ordner.

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Unter dem Punkt „Information“ im „Extras“-Menü erhält man Details zu den Audio- und Videopara­metern der Disc sowie die Anzeige der Laufzeit.

Bild- und Tonqualität

DVDs und Blu-rays skaliert der Samsung besonders fein in UHD-Auflösung hoch. Selbst UHD-Fernseher zeigen via HDMI oft stärkere Rippel in immer feineren FHD-Testbildlinien, die der Südkoreaner nicht kennt. Das neue Top-Modell bietet die drei Modi „Dynamisch“, „Standard“ und „Film“, die sich in Bezug auf die Farbtemperatur überraschend wenig voneinander unterscheiden. Wie der Name vermuten lässt, zieht „Dynamisch“ den Kontrast etwas hoch und betont im hochfrequenten Bereich feine Strukturen. Vor allem im sonnendurchfluteten Wohnzimmer kann die plakativere Optik besser wirken. Im dunklen Raum empfehlen wir aber „Film“ oder „Standard“.

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Bei den Auflösungen kann man von 480p bis 2160p wählen. Eine Interlaced-Ausgabe ist nicht vorgesehen, ebensowenig die Ausgabe der nativen Auflösung.

Zwischen den aktuellen UHD-Playern gibt es bei der Blu-ray-Wiedergabe in Bezug auf die Bildqualität praktisch keine sichtbaren Unterschiede – solange man den Videofrequenzgang nicht manuell modifiziert. Diesbezüglich hat der M9500 leider nicht nur weniger Möglichkeiten als die Konkurrenz, sondern auch weniger als der Vorgänger. Bot der K8500 noch 20-stufige Regler für Kontrast, Helligkeit, Farbe, Farbton, Rauschen und Bildschärfe, regelt der M9500 im „Benutzer“-Modus bei Bedarf nur Schärfe, Rauschen und Helligkeit – und das zum Teil nur 10-stufig. Dafür kann man den Gamma-Wert für die HDR/SDR-Konvertierung nun anpassen, aller-dings nur in 3 Stufen.

Mit einer Dynamikbereichsanpassung zur Optimierung des HDR-Bildes an das HDR-Display beziehungsweise die Lichtverhältnisse im Wohnzimmer kann der M9500 hingegen nicht dienen, auch Dolby Vision bleibt außen vor. Zumindest Letzteres überrascht nicht, will Samsung doch auch an der TV-Front nichts von dem HDR-10-Konkurrenzformat wissen. Den 24p-Ausgabe-Modus für 60i-Material, die der K8500 noch beherrschte, konnten wir beim M9500 nicht mehr finden.    

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Falls Lip-Sync-Probleme auftreten, lässst sich die Audio-Verzögerung zum Display um bis zu 240 Milli­sekunden verzögern.

Den Ton überträgt eine separate zweite HDMI-Buchse, die ein Schwarzbild im Format 720p ausgibt. Hier agiert der Samsung als digitaler Datenlieferant und regelt nur die Tonverzögerung nach. Sie wirkt im Einstellbereich zwischen 0 bis 240  Millisekunden über HDMI und Toslink.

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Für eine höchstmögliche Kompatibilität lässt sich der Originalton in einen DTS- oder Dolby-Digital-Bitstream umcodieren.

An den HDMI-Buchsen gibt der Samsung die objektbasierten 3D-Tonformate Dolby Atmos und DTS:X in Bitstream-Form aus. DTS-HD Master Audio und Dolby TrueHD können auf Wunsch ins PCM-Format gewandelt werden. Als Besonderheit kann der jeweilige Originalton in Dolby Digital oder DTS umcodiert werden – sowohl über den HDMI- als auch über den optischen Ausgang. Dies kann zum Beispiel bei Soundbars sinnvoll sein, die kein DTS unter-stützen. Auf Wunsch kann man den Dynamik-umfang reduzieren, das klappt allerdings nur bei Dolby-encodierten Tonspuren.                              

bewertung

Der Testbericht Samsung UBD-M9500 (Gesamtwertung: 81, Preis/UVP: 450 Euro) ist in audiovision Ausgabe 9-2017 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

81 sehr gut

Samsungs M9500 ist nicht nur enorm flott und verfügt über einen hohen Bedienkomfort, sondern liefert bei Blu-rays wie UHD-Blu-rays auch eine tolle Bildqualität. Auf Dolby Vision und ein HDR-Feintuning muss man allerdings verzichten. Das App-Angebot begeistert, was man von der Material­anmutung nicht gerade behaupten kann.
Christoph Steinecke

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