3D besser als HDR?

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Hallo Test-Team der audiovision. Ich habe heute mal wieder einen 3D-Film („Passengers“) geschaut und muss sagen, dass mir ob des enormen Tiefeneffekts wieder einmal der Schnabel offen stehengeblieben ist. So etwas ist mir bei 4K und HDR bislang nicht passiert.

Diese neue Technik, die uns die Industrie förmlich aufdrückt, empfinde ich eher als einen Rückschritt in die Gründerzeit des aufkommenden Farbfernsehens: Völlig überstrahlte Farben, Helligkeits- und Kontrastwerte, die nur in einem sonnendurchfluteten Raum überhaupt erträglich sind. Wer bitte schaut sich unter solchen Bedingungen Filme an, insbesondere Weltraumfilme mit dem Schwarz der Tiefe des Alls. Angesichts der Unbequemlichkeit der zuletzt doch federleichten 3D-Brillen gescheiterten Technik, würde ich gern mal wissen, warum bezüglich genau dieses Problems VR-Brillen angeblich uneingeschränkte Akzeptanz finden?

Liebe Industrie, veralbert Euch doch selber und lasst dem Kunden liebgewonnene Goodies. 3D nicht weiter zu unterstützen, da wir jetzt alle HDR brauchen, halte ich für eine völlig falsche Entscheidung. 3D ist ein echter eigenständiger Effekt, HDR ist 🙁

Rainer Trott, per E-Mail

audiovision: Nach ihren Ausführungen haben wir uns gerade noch einmal die 3D-Blu-ray von „Passengers“ angeschaut und können uneingeschränkt beipflichten: Der 3D-Effekt bei diesem Titel ist wirklich eindrucksvoll.

Mit ihrer Einschätzung, dass High Dynamic Range (HDR) nur in einem sonnendurchfluteten Raum erträglich ist, können wir hingegen nicht konform gehen. Bei einer entsprechend sorgfältigen Encodierung vermittelt ein HDR-Bild aufgrund des erweiterten Farbraums und der feineren Helligkeitsabstufungen ein mitunter deutlich realistischeres Filmerlebnis – also das genaue Gegenteil von „völlig überstrahlten Farben“. Auch ist es in der Regel so, dass ein HDR-Bild insgesamt meist dunkler ist als ein SDR-Bild.

Trotz unserer HDR-Faszination, die sich mit Dolby Vision und Samsungs HDR10+ sogar noch steigern könnte, sind wir traurig, dass sich fast alle TV-Hersteller und viele Inhalte-Anbieter (unter anderem Sky) von 3D verabschieden oder sich schon verabschiedet haben.   

Auch die Kino-Front bröckelt.  IMAX wird in Zukunft in den USA weniger Filme in 3D zeigen, gab Anfang August CEO Greg Foster in einer Pressekonferenz bekannt. Grund sei das schwindende Interesse der Zuschauer an dreidimensionalen Vorführungen. Vielleicht kann 3D-Enthusiast James Cameron mit „Avatar 2“ der Technik neues Leben einhauchen, auch weil er den 3D-Effekt ohne Brille realisieren will.

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2 Kommentare

  1. Dem kann Ich nur zustimmen! 3D würde ich niemals gegen HDR eintauschen wollen!!! HDR würde Ich nur dann nutzen wollen, wenn es die möglichkeit gebe 3D mit einzubinden, so gesehen 3D+4k.

  2. Ich möchte hier auch als großer 3D Liebhaber sehr wohl für diese Wiedergabe Technik plädieren. Aber:
    Seid geraumer Zeit habe ich einen 203er OPPO der 4K wie auch, super, 3D wiedergeben kann.
    Deshalb bin ich nicht mehr generell gegen sondern plädiere für ein wenn schon nicht in einem so doch guten nebeneinander. In beiden Verfahren kann Heimkino absolut ein Erlebnis sein. Gute Einstellung der Heimtechnik vorausgesetzt ist für mich beides absolut super, auch nebeneinander.

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