Pioneer VSX-531D (Test)

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prosconsDer VSX-531D  ist mit 380 Euro rund 100 Euro günstiger als vergleichbare Modelle wie Yamaha RX-V483 und Onkyo TX-RZ474, was sich naturgemäß in der Ausstattung und damit der Punktewertung widerspiegelt.

Interessenten sollten übrigens beim Kauf genau auf die Gerätebezeichnung achten, denn den Einsteiger gibt es in zwei Varianten: Neben dem VSX-531 verkauft Pioneer auch das hier getestete Modell VSX-531D mit zusätzlich eingebautem DAB+ Tuner. Bis auf den Preis ist dies aber auch schon der einzige Unterschied zwischen den beiden Modellen – den VSX-531 gibt es 30 Euro günstiger.

Ausstattung und Technik

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Der große Signal­lieferant des VSX531D ist überraschend leicht. Die gedrängten und vielen kleinen Tasten erschweren die Bedienung.

Kompromisse sind bei 380 Euro vorprogrammiert, denn Ausstattung kostet und im Niedrigpreis-Segment ist der Konkurrenzkampf besonders hoch. Trotzdem sucht man Verarbeitungsmängel am nur in Schwarz erhältlichen Gehäuse vergebens. Die Kunststoff-Front imitiert geschickt Aluminium, die Regler drehen satt und das Display ist gut ablesbar – wenn auch auf die nötigsten Informationen reduziert. Zudem lässt sich die Pegelanzeige nicht in Dezibel einstellen. Der Blick auf die Rückseite fällt ernüchternd aus: Sicherlich an der falschen Stelle wurde bei den Boxenterminals gespart; so kann man den Center und die Surround-Lautsprecher nur an kleine Klemmterminals stöpseln – Bananas erlauben ausschließlich die Schraubklemmen für die beiden Hauptlautsprecher.   

4 HDMI-Eingänge und 1 HDMI-Ausgang (inklusive ARC) mögen für kleine Geräteparks ausreichend sein, knapper könnte es mit nur je einem Toslink- und Koax-Digitaleingang werden. Auch die 3 Cinch-Buchsen liegen am Minimum und eine Phono-Platine fehlt ganz. Selbst die Vernetzungsmöglichkeiten fallen begrenzt aus, steht neben Bluetooth doch nur eine USB-Buchse zur Verfügung. AirPlay und Multiroom-Funktionen, aber auch Wi-Fi sowie Ethernet bietet der VSX-531D dagegen nicht, womit der Sprung ins Internet zu Streaming-Portalen beziehungsweise ins lokale Netzwerk verwehrt bleibt. Auch die Bedienung per „Remote“-App ist nicht möglich, folglich muss man mit der regulären Fernbedienung vorlieb-nehmen. Diese bietet verglichen mit den kompakteren Gebern der größeren Receiver-Modelle zwar mehr Direkttasten, doch die sind kleiner und enger platziert und erleichtern damit nicht die Bedienung; zudem fehlt eine Beleuchtung.

Visuelle Rückmeldung über getätigte Befehle bekommt man beim VSX-531D meist nur über das Geräte-Display, eine sichtbare Onscreen-Anzeige am Bildschirm gibt es nur für das Grundmenü und wenige Ausnahmen (z.B. USB-Wiedergabe), nicht aber für Volume, Tondecoder, Klangschaltungen oder Eingangswahl. Daher sollte das Gerät stets in Sicht- beziehungsweise Lesereichweite stehen. Die grafiklose Aufmachung des Grundmenüs mit weißer Schrift auf schwarzem Hintergrund erinnert zudem an die Anfangszeiten der grafischen Menüführung – hier hätte sich Pioneer ruhig etwas mehr Mühe geben können.

Ausgedünnt: Zu 4 HDMI-Eingängen und 1 HDMI-Ausgang gesellen sich nur 3 Stereo-Cinch- und 2 Digitalein­gänge. Ärgerlich: Für den Center und die Surround-Boxen gibt es nur Klemmterminals; ein Phono-Eingang fehlt.

Ausgedünnt: Zu 4 HDMI-Eingängen und 1 HDMI-Ausgang gesellen sich nur 3 Stereo-Cinch- und 2 Digitalein­gänge. Ärgerlich: Für den Center und die Surround-Boxen gibt es nur Klemmterminals; ein Phono-Eingang fehlt.

5 Endstufen, kein Multiroom

Der Pioneer arbeitet mit 5 integrierten Verstärkern. Pre-outs gibt es ausschließlich für einen Subwoofer, Multiroom-Funktionen sind auch bei 2.1- bzw. 3.1-Setups nicht möglich. Selbstredend beherrscht der VSX-531D keine 3D-Tonformate, statt Dolby Atmos und DTS:X sind die guten alten HD-Decoder der beiden Tonspezialisten sowie die Upmixer Dolby ProLogic II und DTS Neo:6 an Bord. Zusätzlich spendierte Pioneer 10 Klangprogramme, darunter einen Kopfhörer-Surround-Modus sowie 2 stromsparende Eco-Modi. An Klangschaltungen stehen unter anderem Loudness, DRC sowie eine Phasensteuerung („Phase Control“) zum Ausgleich von Laufzeitunterschieden in der Basswiedergabe zwischen Subwoofer und den restlichen Schallwandlern bereit.

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Der VSX-531D hat 2 ECO-Modi zur Stromreduzierung, die für die Musik- und Filmwiedergabe angepasst sind.

Die Lautsprecherkonfiguration ist auf das Nötigste reduziert und wenig praxisnah. So darf man  etwa die Boxenabstände nur in viel zu hohen 10-Zentimeter-Schritten einstellen; das macht manuelles Boxenrücken fast unvermeidlich. Auch die 1-Dezibel-Einheiten bei der Pegeljustage könnten feiner ausfallen. Nur einmal zentral darf man die Crossover-Frequenz zwischen Subwoofer und Satelliten in 5 Schritten zwischen 50 und 200 Hertz wählen. Klangjustagen erlauben lediglich die Treble- und Bass-Tasten auf der Fernbedienung,  alternativ übernimmt Pioneers Einmess-Automatik MCACC das Ruder; diese berücksichtigt nur einen Messort und ermittelt nur eine Zielkurve. 

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„Home Menu“: Das Design gewinnt keinen Preis, viele Einstellungen gibt es aber auch nicht zu tätigen.

Video und Multimedia

Die 4 HDMI-Eingänge und der alleinige HDMI-Ausgang schleifen 4K-Signale bis 60 Hertz samt HDCP 2.2, 4:4:4-Farbraum sowie HDR-10 durch. Das war es aber auch schon an Video-Features, denn Bilder skalieren oder via Equalizer manipulieren kann der Receiver nicht. Praktisch ist das AV-Sync-Delay, das den Ton um bis zu 500 Millisekunden verzögert.

Musik gelangt zum internen Media-Player via Bluetooth oder die vordere USB-Buchse, Letztere akzeptiert Dateien in den Formaten MP3, WMA und AAC. Streaming-Dienste und Webradio bleiben aufgrund der fehlenden Online-Anbindung außen vor, Digital- und Analogradio empfängt der VSX-531D über sein DAB/FM-Modul.

Der Pioneer VSX-531D ist einer der wenigen AV-Receiver, die Digitalradio an Bord haben. DAB+ soll langfristig den analogen UKW-Rundfunk ablösen und zeichnet sich durch etliche Vorteile aus:

Der Klang ist trotz Datenkompression UKW überlegen. Weder rauschen die digital ausgestrahlten Sender, noch treten Klangartefakte auf.

Der Empfang setzt im Unterschied zu anderen Rundfunkverbreitungswegen wie Satellit (DVB-S) und Internet keine technische Infrastruktur voraus. In der Hälfte des Bundesgebiets genügt zum Empfang eine Zimmerantenne. Wo sie nicht ausreicht, helfen Außenantennen, die auf den Empfang des Frequenzbandes III (zwischen 174 und 230 MHz) ausgelegt sein sollten.

Die Senderauswahl ist größer als bei UKW und umfasst je nach Gebiet mit 30 bis 50 Sendern alle relevanten nationalen und lokalen Stationen.

Tonqualität

Bei der Leistungsmessung knickte der Pioneer im 5.1-Betrieb stark ein und lieferte nur knapp 20 Watt – sowohl an 4-Ohm- als auch 6-Ohm-Last. Bei Stereo kletterten die Kraftreserven dagegen auf solide 68 (4 Ohm) bzw. 101 Watt (6 Ohm).

Im regulären Betrieb machte sich die 5.1-Leistungsschwäche aber kaum bemerkbar, Steely Dans 5.1-Mix von „Janie Runaway“ schallte beschwingt, dynamisch und präzise aus den Boxen. Dennoch spielen größere Receiver hier mehr auf den Punkt, straffer und musikalischer. Die „Phase Control“-Schaltung verpasste dem Sound einen kräftigen Bassschub – fast schon zu viel des Guten. Allerdings sorgte der sattere Grundton für mehr Wärme und entspannteres Hören. Die EQ-Zielkurve der MCACC-Einmessung klang uns zu hell und blieb deaktiviert. Das Effektfeuerwerk zu Beginn von „Transformers 3“ brachte der kleine Pioneer präzise und räumlich zu Gehör, konnte bei hohen Pegeln aber nicht mit der kontrollierten Souveränität erwachsener Boliden konkurrieren.

Im „Pure Direct-Modus“ bei Stereo-Betrieb spielte der VSX-531D angenehm neutral, druckvoll und Pioneer-typisch mit feiner Hochtonauflösung, die jedes Detail herausschälte.

 

Der Testbericht Pioneer VSX-531D (Gesamtwertung: 51, Preis/UVP: 380 Euro) ist in audiovision Ausgabe 7-2017 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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