Yamaha RX-A3060 (Test)

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Mit dem RX-A3050 (Test in Ausgabe 9-2015) stellte Yamaha die Weichen für die digitale Heimkino-Zukunft und verpasste seinem Receiver-Schwergewicht neben den beiden 3D-Tonformaten Dolby Atmos und DTS:X auch den aktuellen HDMI-Standard für die 4K/60p-Bildwiedergabe samt HDR-10 und HDCP2.2; obendrauf packte Yamaha das hauseigene Multiroom-System „MusicCast“. All das beherrscht der Nachfolger RX-A3060 natürlich, dazu noch einiges mehr – allerdings werden viele der Verbesserungen erst auf den zweiten oder gar dritten Blick ersichtlich.

Neu im RX-A3060 ist etwa ein dritter DSP-Chip für mehr Rechenleistung, der es erlaubt, Yamahas ausgeklügelte „Cinema DSP HD3“-Raumklang-Programme auch auf nativen Dolby-Atmos- und DTS:X-Ton anzuwenden, dies war bisher nur bei regulärem HD-Ton möglich. Zum 30. Geburtstag von Yamahas DSP-Technik (siehe Kasten „30 Jahre Yamaha DSP“) haben die Japaner ihrem Flaggschiff auch ein neues Klangprogramm namens „Enhanced“ spendiert, das speziell für die 3D-Tonformate entwickelt wurde. Optimiert haben die Ingenieure auch die Rechenleistung des Einmess-Systems „YPAO R.S.C.“, das nun mit 64 statt 32 Bit arbeitet. Zudem wurde an Stellschrauben des Equalizers sowie der Endstufen-Zuweisung im Boxen-Management gedreht.

Ausstattung und Praxis

Die Neuerungen lassen den Preis um 100 Euro auf 2.400 Euro ansteigen. Das geht in Ordnung, zumal weder bei der Ausstattung noch der Verarbeitung der Rotstift angesetzt wurde. Rein äußerlich kann man den in Schwarz oder Titan erhältlichen RX-A3060 dagegen nicht von seinen Vorgängern unterscheiden: Das knapp einen halben Meter tiefe Gehäuse ist bestens verarbeitet, der Deckel robust und die schwere Frontklappe wurde aus dem Vollen gefräst. Das große, zweizeilige und bestens lesbare Display verfügt über eine separate Dezibel-Anzeige und eine praktische 15-Kanal-Symbolmatrix. Die Voraussetzung für einen störungsfreien Klang schafft das massive Gehäuse samt fünftem Standfuß in der Mitte des Bodens. Dieser „Anti Resonance Technology“-Dämpfer (A.R.T. Wedge) soll den Klang beeinflussenden Körperschall des darüber befindlichen Trafos von anderen Bauteilen fernhalten. Auch die stabilen Verstrebungen in H-Form für ein sehr robustes und verwindungssteifes Gehäuse sollen Vibrationen den Garaus machen. Der D/A-Wandler von ESS Technology (ES9016) darf den diskret aufgebauten Endstufen ein extrem rausch- und verzerrungsarmes Signal übergeben. Die erlesenen Verstärkerbausteine sind symmetrisch links und rechts des mittig sitzenden Tranformators platziert, wovon sich die Entwickler eine optimierte Stereo-Kanaltrennung versprechen.

Umfangreicheres Boxen-Setup

Als AV-Receiver mit 11.2-Kanal-Processing ist der RX-A3060 für 3D-Ton-Lautsprechersets samt 4 Höhenboxen gerüstet. Allerdings beherbergt der Bolide nur 9 Endstufen (Punktabzug bei Ausstattung), womit bei 7.2.4-Setups ein Paar Lautsprecher mit externem Verstärker versorgt werden muss. Hier haben Denon, Pioneer und Onkyo bei ihren Flaggschiffen dank 11 Endstufen die Nase vorn.

Immerhin lassen sich die internen Verstärker und Pre-Outs des Yamaha flexibel auf 3 beschallbare Hörzonen (Main, Zone 2 und Zone 3) zuweisen; eine vierte Zone kann man via zweitem HDMI-Ausgang mit Bild und Ton versorgen. Zum Klang-tuning stehen den Zonen 2 und 3 unter anderem die Funktionen „Extra Bass“ und „Enhancer“ zur Verfügung. Selbstredend unterstützt der RX-A3060 auch Bi-Amping, hinzugekommen sind die beiden neuen Optionen 5.2.2 mit Bi-Amping der Frontboxen sowie 5.2.4 mit Bi-Amping der Fronts sowie Pre-Out für die hinteren Höhenkanäle. Bei 7.2.4-Setups lassen sich alle 4 Höhenboxen, nur die hinteren Präsenz-Speaker oder die beiden Hauptlautsprecher via externem Verstärker betreiben.

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Ist die richtige Endstufen-Zuordnung gefunden, geht es an die Feinjustage der einzelnen Schallwandler: Hier erlaubt der Yamaha RX-A3060 das Speichern von zwei separaten Boxen-Konfigurationen – so kann man zwei Einmess-Ergebnisse miteinander per Knopfdruck vergleichen oder sich unterschiedliche Boxen-Arrangements fürs Filmegucken und Musikhören anlegen. Dolby Atmos und DTS:X lassen sich parallel unter einem Boxen-Setup betreiben, bei der Konfiguration der Positionen bleiben aber Wünsche offen: Zwar sind bei Einsatz von 4 Höhenboxen Decken-, Height- oder Dolby Enabled Speaker vorne wie hinten möglich, Letztere jedoch nicht auf den Back-Rear-Speakern. Nutzt man nur 2 Höhenboxen, beschränkt der Yamaha die Auswahl auf die vorderen drei Positionen, hinten lassen sich dann keine Höhenboxen betreiben. Zudem fehlt eine in Längsachse mittige Platzierung, wie sie Dolby für 5.1.2-Setups empfiehlt.

Positiv: Die zwei Subwoofer-Kanäle kann man individuell in Pegel, Distanz, Phase und Equalizer justieren und sogar stereophon (Links/Rechts, Vorne/Hinten) ansteuern. Allerdings darf man den Tiefpass nicht wählen, bei Bedarf schafft hier der manuelle Equalizer Abhilfe. Der mit 24 Metern überdurchschnittlich große Regelbereich für die Boxendistanzen ist auch für die ganz großen Heimkinos ausreichend, allerdings fällt die Schrittweite mit 5 Zentimetern aus unserer Sicht zu grob aus; 1 Zentimeter wäre optimal. Vorbildlich ist die Pegel-justage mit 0,5-dB-Schritten, der Rauschgenerator ist optional und kann für jede Box einzeln oder für Paare (Front, Center, Surround) aktiviert werden, was bei der Einstellung nach Gehör hilft.

Wie bei vielen Dolby-Atmos-Receivern wirken die Menüs, in denen man die Endstufen den Boxen zuweist, etwas verwirrend. Beim Yamaha gilt: Wer keinen externen Verstärker anschließen will, wählt die Endstufen-Zuordnung „Basic“ und setzt die Lautsprecher, die nicht angesteuert werden sollen, im Konfigurations-Menü entsprechend auf „nicht vorhanden“. Der Yamaha unterstützt alle Spielarten von 2.0 bis zu 7.2.4 samt Bi-Amping.

„Basic“ ist zu wählen, sofern man keine externen Verstärker und kein Bi-Amping betreiben möchte.

„Basic“ ist zu wählen, sofern man keine externen Verstärker und kein Bi-Amping betreiben möchte.

7.2.4 mit externer Stereo-Endstufe: So liefert der Yamaha den Saft für ein Höhenboxenpaar.

7.2.4 mit externer Stereo-Endstufe: So liefert der Yamaha den Saft für ein Höhenboxenpaar.

Ungenutzte Endstufen können für das Bi-Amping der Frontboxen verwendet werden, hier mit 5.2.2-Setup.

Ungenutzte Endstufen können für das Bi-Amping der Frontboxen verwendet werden, hier mit 5.2.2-Setup.

Aufsatz-Boxen für Dolby Atmos kann man vorn und hinten, nicht aber auf die Back-Rears platzieren.

Aufsatz-Boxen für Dolby Atmos kann man vorn und hinten, nicht aber auf die Back-Rears platzieren.

Suboptimal: Bei Betrieb von nur 2 Höhenboxen kann man diese nur vorn (Height, Top und Dolby) platzieren.

Suboptimal: Bei Betrieb von nur 2 Höhenboxen kann man diese nur vorn (Height, Top und Dolby) platzieren.

7.2.4: Die Höhenboxen (Präsenz) kann man vorn, an der Decke (Lichte Höhe) oder nach Dolby positionieren.

7.2.4: Die Höhenboxen (Präsenz) kann man vorn, an der Decke (Lichte Höhe) oder nach Dolby positionieren.

Ein bekanntes Highlight ist Yamahas semiparametrischer Equalizer, der für jede Box 7 Einzelfilter (je 4 für die 2 Subwoofer-Kanäle) zur Verfügung stellt, die sich 31-stufig in der Frequenz und quasi stufenlos in Verstärkung, Absenkung und Band-breite regeln lassen. Die untere Grenzfrequenz rutschte auf mächtig tiefe 15,6 Hz, nach oben regelt der EQ bis 16 kHz. Yamahas Einmess-Automatik YPAO berücksichtigt bei der Entzerrung des Frequenzgangs bis zu 8 Messpositionen und errechnet auf Wunsch auch Winkel und Höhe der Lautsprecher; für deren Messung liegen spezielle Mikrofon-Sockel bei.

Verbessert: Die DSP-Klangmodi (hier „Enhanced“) des RX-A3060 lassen sich jetzt auch mit 3D-Ton kombinieren.

Verbessert: Die DSP-Klangmodi (hier „Enhanced“) des RX-A3060 lassen sich jetzt auch mit 3D-Ton kombinieren.

5.1-Ton wird im „Straight“-Modus stets auf 7.1-Känale aufgeblasen, sofern Back-Rear-Boxen im Einsatz sind.

5.1-Ton wird im „Straight“-Modus stets auf 7.1-Känale aufgeblasen, sofern Back-Rear-Boxen im Einsatz sind.

An Surround-Decodern sind Dolby Atmos und DTS:X ab Werk an Bord sowie deren Upmixer Dolby Surround und DTS Neural:X. Für Letztere erlaubt Yamaha auch das Cross-Format-Upmixing, so dass DTS-Ton mit Dolbys Surround-Mixer und Dolby-Ton mit Neural:X wiedergegeben werden kann. Auro 3D bleibt hingegen nach wie vor den Oberklasse-Receivern von Denon und Marantz vorbehalten. Lobenswert finden wir die Integration des DTS Neo:6-Decoders („Cinema“, „Music“), der als gute 2D-Alternative zu den 3D-Upmixern fungiert und beim 2.0-Upmixing auch als Basis für einige der „Cinema DSP HD3“-Klangprogramme dient. Diese sind inzwischen auf stolze 23 Stück angewachsen, lassen sich individuell konfigurieren und wirken auch auf die Höhenboxen. Apropos Upmixing: Eingehender 5.1-Ton wird bei Betrieb eines 7.1-Boxen-Setups automatisch auf 7.1-Kanäle aufgeblasen – selbst im „Straight“-Modus, also ohne aktivierte Upmixer und Hallprogramme. Für nativen 5.1-Ton muss man ein Lautsprecher-Setup ohne Back-Surround-Boxen wählen, was dank der Möglichkeit zur Speicherung von zwei unabhängigen Boxen-Konfigurationen aber kein Problem darstellt. Über die Szenen-speicher lassen sich alle Einstellungen samt Boxen-Setups, Hörmodus, Eingangsquelle und Lautstärke zwölf Speichern zuweisen, von denen vier direkt über Tasten der Fernbedienung aufgerufen werden können.

Alle wichtigen Anschlüsse samt Phono für den Schallplattenspieler sind in ausreichender Anzahl vorhanden, auch 11.2.-Pre-Outs für 3D-Ton mit noch mehr Boxen gibt es. Trotz 9 Endstufen lassen sich 11 Paar Lautsprecher verkabeln; der Decoder entscheidet, welche Boxen aktiv sind. Die Antenne (nicht im Bild) für WiFi und Bluetooth ist abnehmbar.

Alle wichtigen Anschlüsse samt Phono für den Schallplattenspieler sind in ausreichender Anzahl vorhanden, auch 11.2.-Pre-Outs für 3D-Ton mit noch mehr Boxen gibt es. Trotz 9 Endstufen lassen sich 11 Paar Lautsprecher verkabeln; der Decoder entscheidet, welche Boxen aktiv sind. Die Antenne (nicht im Bild) für WiFi und Bluetooth ist abnehmbar.

Yamahas Top-Fernbedienung samt Beleuchtung bleibt den AV-Vorstufen des Hauses vorbehalten. So wirkt der Signalgeber des RX-A3060 nicht ganz so wertig wie der eigentliche Receiver und  mit den vielen kleinen Tasten etwas überladen. Alternativ lässt sich die knapp 20 Kilo schwere Heimkino-Zentrale auch über Yamahas „MusicCast“-App sowie die „AV Controller“-App steuern, bei der Letzteren gelingt die Anpassung der DSP-Programme aufgrund anschaulicher Grafiken deutlich einfacher als über das Onscreen-Menü des RX-A3060, welches teilweise mit neuen Icons aufgehübscht wurde.

Die vollständige Konfiguration des Receivers ermöglicht auch das umfangreiche Web-Interface, das aufgrund seines verschachtelten Aufbaus jedoch nicht ganz einfach zu bedienen ist.

Video und Multimedia

Das Videoboard des Yamaha RX-A3060 versteht sich auf 4K/60p-Signale samt dem HDCP-2.2-Kopierschutz, HDR-10 und 4:4:4-Farbraum. Auf Wunsch skaliert der Receiver SD/HD-Signale bis 4K-Auflösung und bearbeitet Bilder nach: Helligkeit, Kontrast, Sättigung, Detail- und Randschärfe lassen sich feinfühlig einstellen. Das Lip-Sync-Delay korrigiert dem Bild nachhinkende Töne um bis zu 500 Millisekunden.

Auf Audio-Seite nimmt der Yamaha Kontakt zu Musik via WiFi Direct, Airplay, MusicCast (siehe Kasten „Multiroom mit MusicCast“), DLNA und Bluetooth auf; das Funkmodul empfängt nicht nur Audiosignale, sondern überträgt sie auch. So kann man Ton an Bluetooth-Aktivboxen oder -Kopfhörer senden. Der Media-player spielt auch hochauflösende zweikanalige Musikdateien im DSD-, WAV- und FLAC-Format ab, akzeptiert aber keine NTFS-formatierten Speicherstifte. Online stehen das vTuner-Internetradio sowie die Streaming-Plattformen Napster, Spotify, Juke und Qobuz zur Verfügung, weitere Dienste sollen laut Yamaha folgen.

Seit 1986 setzt Yamaha bei seinen Heimkino-Komponenten auf die DSP-Technik. Dabei steht „DSP“ nicht wie bei vielen anderen Herstellern für Digital Signal Processing (Digitale Signalverarbeitung), sondern für Digital Sound Field Processing (Digitale Klangfeldverarbeitung).
Während sich DSP, was später in CINEMA DSP umbenannt wurde, heute meist in AV-Receivern wie dem hier getesteten RX-A3060 befindet, war das erste DSP-Produkt DSP-1 (Bild unten) ein reiner Klangfeldprozessor. Laut Produkt-Manager Michael Geise decodierte das gute Stück „quasi als Abfallprodukt“ übrigens als Erstes seiner Art auch Dolby Surround.

Mit den CINEMA-DSP-Programmen soll ein möglichst einhüllendes und Mittendrin-Erlebnis für den Zuschauer entstehen.

Mit den CINEMA-DSP-Programmen soll ein möglichst einhüllendes und Mittendrin-Erlebnis für den Zuschauer entstehen.

CINEMA DSP basiert auf einer von Yamaha entwickelten Technologie zur möglichst exakten „Nachahmung“ der Klangfelder berühmter Konzerthallen, Jazz Clubs, Kirchen und anderer Räume. Dabei nutzen die Japaner eine als „Closely Located Four-Point Micro­phones” bezeichnete Messtechnik, um Daten von Klangfeldern aus Veranstaltungsorten mit authentischer Akustik bereitzustellen. Diese „Livedaten” werden auf den eigens entwickelten DSP-Bausteinen gespeichert und verarbeitet. So lassen sich alle direkten und reflektierten Klänge einer Konzerthalle oder eines Kinos relativ präzise reproduzieren. Sie dienen als Grundlage für die jeweiligen Klangfelder, die auf Namen wie „Hall in Munich“, „The Roxy Theatre“ und „Cellar Club“ hören. Mit „Silent Cinema“ hat man sogar ein Programm für Kopfhörer im Sortiment.

Das erste Produkt mit DSP-Technik war im Jahr 1986 der „Digital Sound Field Processor DSP-1“, der nebenbei als Erster auch Dolby-Surround-Sound decodierte.

Das erste Produkt mit DSP-Technik war im Jahr 1986 der „Digital Sound Field Processor DSP-1“, der nebenbei als Erster auch Dolby-Surround-Sound decodierte.

Tonqualität 

Bei der Leistungsmessung glänzte der RX-A3060 mit ähnlichen Spitzenleistungen wie der Vorgänger, selbst bei Volllast von 7 Endstufen befeuert der Kraftprotz jeden Kanal mit rund 120 Watt (4 Ohm). Im Stereo-Betrieb kletterte die Leistung an 4-Ohm-Last sogar auf 248 Watt je Kanal. Stromsparpotenzial bietet der Eco-Modus, der den durchschnittlichen Verbrauch von 330 auf 209 Watt senkt.

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Im Hörtest legte der Yamaha dann auch sehr kräftig und kontrolliert in den tiefen Tonlagen los, so dass man zu keiner Zeit den noch nicht aktivierten Subwoofer vermisste. Die locker-leichte und dynamische Spielart mündete in einen sehr feinen und detailreichen Hochton, der trotz gehobener Pegel nicht schrill wurde. Noch eines drauf legte die ultra-audiophile Aufnahme von Sara Ks 5.1-SACD „Hell Or High Water“, die wir in Yamahas Blu-ray-Player BD-A1060 rotieren ließen. Und die amerikanische Singer-Songwriterin stand plötzlich mitten in unserem Hörraum: körperhaft, greifbar, dreidimensional, mit blitzsauber herausgeschälten Instrumenten und einer Stimme, die unter die Haut geht. Erstklassig!

Praktisch: Über Yamahas „AV Controller“-App kann man die DSP-Programme über die Grafik individuellen Vorlieben anpassen.

Praktisch: Über Yamahas „AV Controller“-App kann man die DSP-Programme über die Grafik individuellen Vorlieben anpassen.

Die meisten Funktionen lassen sich auch ohne Fernbedienung mit den Tasten am Gerät ansteuern. Bei den Grundeinstellungen zeigt das Display des Receivers aber nur „View On Screen“ an, man benötigt also einen Bildschirm.

Die meisten Funktionen lassen sich auch ohne Fernbedienung mit den Tasten am Gerät ansteuern. Bei den Grundeinstellungen zeigt das Display des Receivers aber nur „View On Screen“ an, man benötigt also einen Bildschirm.

Im August 2015 startete Yamaha sein Multiroom-System „MusicCast“. Inzwischen sind eine Vielzahl von Yamaha-Produkten mit MusicCast kompatibel, darunter AV-Receiver, Soundbars und Aktiv-Boxen. Bis zu zehn MusicCast-Komponenten lassen sich miteinander per WLAN vernetzen und mit der Smartphone-App steuern. Die Auswahl an Musikquellen ist umfangreich: Im Zusammenspiel mit dem RX-A3060 stehen alle AV-Eingänge, der UKW/MW-Tuner, die Online- und Netzwerk-Musikquellen sowie – über einen in der App integrierten Musik­spieler – die im Telefon gespeicherten Songs zur Auswahl.

Die „MusicCast“-App dient als Steuerzentrale für Yamahas Multiroom-System.

Die „MusicCast“-App dient als Steuerzentrale für Yamahas Multiroom-System.

Über Bluetooth und AirPlay lassen sich weitere Geräte als Soundquelle einbinden. Einzelne Räume kann man zudem verbinden, wodurch der Laptop, dessen Bluetooth-Signal sonst nur die MusicCast-Komponente im gleichen Raum erreichen würde, überall zu hören ist. Ein Clou ist der Bluetooth-Transmitter, mit dem die Wiedergabe auf beliebigen Bluetooth-Speakern und Kopfhörern möglich ist. Weitere Infos finden Sie in unserem MusicCast-Workshop in Ausgabe 8-2016.

Mehrkanal-Musik wird zur Übertragung in andere Räume zu einem Stereo-Downmix konvertiert, den alle Wiedergabe-Geräte beherrschen. MusicCast unterstützt die gängigen hochauflösenden Musikdateien wie ALAC, AIFF, DSD, FLAC und WAV.

Vor dem zweiten Hördurchgang erfolgte die Lautsprecher-Einmessung samt Subwoofer, was für 8 Positionen plus Winkel- und Höhenmessung knapp 10 Minuten veranschlagte. Pegel, Distanzen und Trennfilter wurden weitgehend plausibel ermittelt, nur unsere kleinen Surround-Boxen setzt die Automatik fälschlicherweise auf „Groß“. Die Zielkurven „Natürlich“ und „Linear“ der Equalizer-Korrektur empfanden wir als etwas höhenbetont, „Front“ dagegen minimal zu dumpf. In allen drei Fällen kann man jedoch mit dem Equalizer gegensteuern. Mit aktivierter Automatik spielte Dolbys „Amaze“-Trailer wahrlich eindrucksvoll auf: Der Tiefbass brachte gar unsere Deckenvertäfelung zum Vibrieren, der 360-Grad-Vogelflug war sauber ortbar und die Naturgeräusche durchdrangen unseren Hörraum überaus detailreich und räumlich glaubhaft. Das neue 3D-Klangprogramm „Enhanced“ arbeitete in der Standard-Einstellung eher unauffällig und suggerierte in Verbindung mit Dolby-Atmos-Tonquellen einen geringfügig größeren Raum. Wie alle DSP-Programme bei Yamaha lässt sich jedoch auch der „Enhanced“-Modus manuell in zahlreichen Parametern justieren und so auf verschiedene Klang-ausprägungen trimmen. Ausgezeichnet funktionieren die „Cinema DSP HD3“-Modi des RX-A3060 beim Upmix von Stereo-Ton.

Klasse: Der semiparametrische Equalizer bietet 7 respektive 4 Bänder pro Lautsprecher.

Klasse: Der semiparametrische Equalizer bietet 7 respektive 4 Bänder pro Lautsprecher.

Web-Setup: Auch über einen gewöhnlichen Internet-Browser lässt sich der RX-A3060 komplett konfigurieren.

Web-Setup: Auch über einen gewöhnlichen Internet-Browser lässt sich der RX-A3060 komplett konfigurieren.

Stichwort Stereo: Ohne Upmixer und im „Pure Direct“-Modus klang der Yamaha sehr ausgewogen und spielte auch bei leisen Pegeln lebendig und feinauflösend. Dabei musiziert der RX-A3060 über die analogen Eingänge – mit dem Yamaha BD-A1060 als Zuspieler – genauso rauscharm, verzerrungsfrei und tonal neutral wie über HDMI und Toslink. Komprimierte Musik von YouTube und Co. päppelt die „Enhancer“-Schaltung mit Bass und Höhen auf. ao

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AuVi_AWARD-Referenz

Der Testbericht Yamaha RX-A3060 (Gesamtwertung: 93, Preis/UVP: 2400 Euro) ist in audiovision Ausgabe 2-2017 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

93 sehr gut

Dank bestem Klang, viel Leistung, üppiger Ausstattung und edler Verarbeitung landet der RX-A3060 mit 93 Punkten in unserer Referenzklasse. Lediglich der ein oder andere 3D-Ton-Fan dürfte sich Auro 3D und zwei zusätzliche Endstufen wünschen.

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