Info: Der „Production Code“

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Bereits zur Stummfilmzeit kam in den USA, primär auf Geheiß von Kirche und Staat, der Wunsch nach einer Zensur für Kinofilme auf. Sexualität, Gewalt und Kraftausdrücke sollten gar nicht oder nur eingeschränkt auf der Leinwand zu sehen und zu hören sein.

Ab 1934 trat der sogenannte „Production Code“ in Kraft: Darin waren klare Auflagen formuliert, an die sich Studios und Regisseure beim Dreh zu halten hatten; die spätere Beurteilung der Filme übernahm die „Production Code Administration“. Stand ein Streifen nicht im Einklang mit den Forderungen des Codes, durfte dieser nicht in den großen US-Kinos gezeigt werden. Obwohl nie gesetzlich verankert, hielt sich das Gros der Regisseure an die Verbote, z.B. die Darstellung von Nacktheit oder Drogenkonsum. In den 1950er- und 1960er-Jahren sorgte die Konkurrenz durch das Fernsehen und europäische Filme für zunehmend provokante US-Produktionen, u. a. „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ (unser Test). Der oscarprämierte Ehekrieg enthält zahlreiche Flüche (u.a. „Gott verfluche dich“), sexuelle Anspielungen und hohen Alkoholkonsum. Die Durchsetzung des Codes fiel zunehmend schwerer, bis er Ende der 1960er abgeschafft und durch die noch heute gültigen Altersfreigaben der MPAA (Motion Picture Association of America) ersetzt wurde.

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