Pioneer VSX-1131 (Test)

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Pioneer unterteilt seine Receiver in zwei Kategorien: die SC-LX-Oberklasse mit drei Modellen sowie die Einsteiger- und Mittelklasse- Geräte der VSX-Reihe. In Letzterer stellt der neue 1131 das derzeit größte Modell dar und kostet mit 650 Euro weit weniger als die drei Spitzenreiter (ab 1.700 Euro). Dazwischen klafft bei den Japanern eine gewaltige Preislücke, die der Mutterkonzern Onkyo – die Zusammenlegung der AV-Sparte fand im März 2015 statt – mit seinen TX-RZ-Modellen füllt. Offenbar strategisches Kalkül, das jetzt auch bei der Geräteproduktion durchschlägt (siehe Kasten „Zwei Geräte, eine Technik“). So unterscheidet sich der VSX-1131 in vielen Punkten vom noch komplett in Pioneer-Eigenregie gefertigten Vorgänger.

Ausstattung und Technik

Pioneer_VSX-1131_PCFestgehalten hat Pioneer am Design des Gehäuses, das weitgehend dem des Vorgängers VSX-1130 entspricht. Unter der Haube hat sich aber einiges getan: Zu Dolby Atmos gesellt sich nach einem Firmware-Update im Sommer der DTS:X-Dekoder, und das 4K/60p-Videoboard wurde um die HDR-Fähigkeit erweitert; HDCP 2.2 akzeptiert der VSX-1131 wie schon sein Vorgänger nur an drei der insgesamt sieben Eingänge sowie an den beiden HDMI-Ausgängen. Wie bei den aktuellen Onkyo-Geräten erfolgt über ein hoffentlich bal-diges Auffrischen der Firmware die Integration des neuen Drahtlos-Multiroom-Systems „FireConnect“ zur unkomplizierten Vernetzung des Receivers mit kompatiblen Wireless-Lautsprechern.

Der VSX-1131 besitzt sieben Endstufen, damit sind 5.1-, 7.1- oder 5.1.2-Setups möglich. Mehr ist allerdings aufgrund fehlender Vorverstärkerausgänge nicht drin. Alternativ dürfen freie Endstufen für ein zweites Paar Frontboxen, das Bi-Amping oder die Beschallung eines zweiten Hörraums verwendet werden.

Überarbeitet: Die handliche und übersichtliche Fernbedienung des VSX-1131 wurde neu gestaltet und erinnert im Aufbau an den Geber des Onkyo TX-NR656. Die Volume-Tasten sind frei positioniert, die vier Menü-Tasten um die Kreuzwippe hätten wir uns etwas größer gewünscht.

Überarbeitet: Die handliche und übersichtliche Fernbedienung des VSX-1131 wurde neu gestaltet und erinnert im Aufbau an den Geber des Onkyo TX-NR656. Die Volume-Tasten sind frei positioniert, die vier Menü-Tasten um die Kreuzwippe hätten wir uns etwas größer gewünscht.

Das ehemals bieder anmutende Bedienungs-menü hat Pioneer jetzt mit attraktiven Symbolen und Hintergrundbildern aufpoliert; die Schrift könnte für unseren Geschmack dennoch etwas größer sein. Am bewährten Einmess-System „MCACC“ hält Pioneer fest, während bei Onkyo die hauseigene „AccuEQ“-Automatik zum Einsatz kommt. Ähnlich wie der Onkyo TX-NR656 verfügt auch der VSX-1131 als Ergänzung zur Einmess-Automatik über die neue „Accu-Reflex“-Technik, welche die Phase von Aufsatzboxen den übrigen Lautsprechern anpassen soll – Pioneer nennt das Feature allerdings „Reflex Optimizer“.

Aufgehübscht: Das neu gestaltete Grundmenü wirkt nicht mehr so bieder wie bei früheren Pioneer-Geräten.

Aufgehübscht: Das neu gestaltete Grundmenü wirkt nicht mehr so bieder wie bei früheren Pioneer-Geräten.

Schnellmenü: Hier kann man die Klangoptimierer zuschalten. Das Design wurde von Onkyo übernommen.

Schnellmenü: Hier kann man die Klangoptimierer zuschalten. Das Design wurde von Onkyo übernommen.

Tonales Feintuning kann man per 9-bandigem Equalizer betreiben, der noch immer erst ab etwas hohen 63 Hertz greift. Ausnahme: Der Subwoofer lässt sich mit vier Bändern ab 31 Hertz regeln. Die Pegel sind in 0,5-Dezibel-Schritten optimierbar, die Entfernungen der Lautsprecher kann man aber nur noch in 3-Zentimeter-Schritten angeben, beim VSX-1130 waren es noch 1-Zentimeter-Einheiten. Die Bassentlastungsfilter aller Lautsprecher lassen sich nur einmal zentral zwischen 50 und 200 Hertz einstellen, was bei stark variierenden Boxengrößen zu Problemen führen kann. Eine separate Crossover-Regelung für kleine Decken- bzw. Aufsatzlautsprecher wäre hier sinnvoll. Auf der Update-Strecke blieb leider das bewährte X-Curve-Filter zur Höhenabsenkung bei zu spitzem Filmton, an dessen Stelle rückte im Schnellwahlmenü das „Theaterfilter“. Gleichfalls gelangt man über die „AV Adjust“-Taste der neu konzipierten Fernbedienung zur Einstellung des „Sound Retrievers“. Hier lassen sich stark komprimierte Tonsignale klanglich verbessern und die „Phase Control“-Schaltung aktivieren, die für eine Bass-Optimierung durch Korrektur der Phasenlage zusammengehörender Signale auf verschiedenen Kanälen sorgt.

Video und Multimedia

Die Videotechnik des Pioneer schluckt 4K/60p-Signale samt einer 4:4:4-Farbabtastung genauso wie  High Dynamic Range (HDR) und den HDCP-2.2-Kopierschutz. Wer möchte, kann mit dem Video-Scaler 1080p-Videos auf 4K-Aufösung hochrechnen, analoge Signale werden dagegen unkonvertiert von den beiden HDMI-Ausgängen ausgegeben. Nur bei aktiviertem Scaling ist die 3-stufige „Super Auflösung“ für mehr Feinzeichnung zuschaltbar. Das  Lip-Sync-Delay mit einem Regelbereich von -100 bis +500 Millisekunden lässt sich dagegen immer aktivieren.

Auf Multimedia-Seite steht dem kostenlosen Webradio TuneIn der Bezahldienst Spotify zur Seite; ein künftiges Firmware-Update soll zudem Tidal, Deezer und Google Cast bereitstellen. Ferner nimmt der VSX-1131 über AirPlay, Bluetooth und DLNA-Client Kontakt zu Musik auf, der Mediaplayer akzeptiert sogar Hi-Res-Dateien mit 192 Khz / 24 Bit und DSD-Dateien bis 5,6 MHz.

Kontaktfreudig: Mit insgesamt sieben HDMI-2.0-Eingängen (einer vorn) und zwei Ausgängen kommen im Heimkino keine Engpässe auf, jedoch verstehen den HDCP-2.2-Kopierschutz nur drei der Eingänge. Auf Analog-Seite punktet der VSX-1131 mit Phono-, YUV- und FBAS-Eingang. Die Antennen für Bluetooth- und WLAN-Empfang sind fest montiert.

Kontaktfreudig: Mit insgesamt sieben HDMI-2.0-Eingängen (einer vorn) und zwei Ausgängen kommen im Heimkino keine Engpässe auf, jedoch verstehen den HDCP-2.2-Kopierschutz nur drei der Eingänge. Auf Analog-Seite punktet der VSX-1131 mit Phono-, YUV- und FBAS-Eingang. Die Antennen für Bluetooth- und WLAN-Empfang sind fest montiert.

Tonqualität

Im Messlabor lieferte der VSX-1131 etwas mehr Leistung als der Onkyo TX-NR656, was ihm zwei zusätzliche Punkte in dieser Disziplin bescherte.  Mindestens 77 Watt pro Kanal bei 7.1-Setups und knapp 590 Watt (4 Ohm) Gesamtleistung reichen auch für XXL-Räume spielend aus.

Der Pioneer VSX-1131 (oberes Bild) und der Onkyo TX-NR656 (unteres Bild) sind nicht nur auf den ersten Blick fast baugleich. Unterschiede rühren meist von den unterschiedlichen Positionen der Anschlussbuchsen her. In beiden Geräten kommt der gleiche Bando-Trafo zum Einsatz, die Elkos besitzen je 8200 Mikrofarad und sogar bei den Platinen-Layouts sind kaum Differenzen auszumachen.Pioneer-VSX-1131-Innen
Onkyo-TX-NR656-Innen

Beim Hörtest spurtete der Pioneer mit Steely Dans „Janie Runaway“ luftig, fein auflösend und dynamisch drauf los, die „Phase Control“-Schaltung legte im Bass nochmals eine Schippe drauf, ohne diesen einzudicken. Die Einmessung mit MCACC polierte den Sound obenherum geschmeidiger, klang im Test insgesamt aber nicht immer ganz natürlich. Dies fiel bei Musik mehr auf als bei der Anfangsszene von „Mad Max – Fury Road“, wo der Pioneer ein druckvolles und räumlich überzeugendes Surroundfeld aufspannte. Im Stereo-Modus musizierte der VSX-1131 im Pure-Direct-Modus angenehm neutral, präzise und dynamisch – womit er jede Art von Musik authentisch zu Gehör bringt.   

650 Euro: In Silber und Schwarz erhältlich macht der Pioneer einen hochwertigen Eindruck, auch wenn sich die Front nach Kunststoff und nicht Aluminium anfühlt. Der USB- und HDMI-Eingang vorn sind praktisch.

650 Euro: In Silber und Schwarz erhältlich macht der Pioneer einen hochwertigen Eindruck, auch wenn sich die
Front nach Kunststoff und nicht Aluminium anfühlt. Der USB- und HDMI-Eingang vorn sind praktisch.

Pioneer_VSX-1131_Wertung

Der Testbericht Pioneer VSX-1131 (Gesamtwertung: 76, Preis/UVP: 650 Euro) ist in audiovision Ausgabe 8-2016 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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AV-Fazit

76 gut

Mit der Hilfe von Onkyo präsentiert Pioneer seinen rundum erneuerten VSX-1131. Am neutralen Klang, der üppigen Ausstattung und der soliden Leistung des mit 650 Euro günstigen 7.2-Receivers gibt es nichts zu meckern.

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