Yamaha RX-V681 (Test)

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Welche freudige Überraschung: Konträr zu seinen Mitstreitern dekodierte der Yamaha RX-V681 DTS:X-Tonsignale bereits ab Werk – und nicht erst nach einem Firmware-Update irgendwann in der Zukunft. Das verdient schon mal Lob. Erstmals integrierte Yamaha zudem Dolby Atmos in einen AV-Receiver seiner RX-V-Klasse, was wir ebenfalls begrüßen. Den Auro-3D-Dekoder verbauen die Japaner hingegen nicht mal in ihren Top-Modellen. Derzeit bieten nur Denon und Marantz das Konkurrenzformat über ein kostenpflichtiges Upgrade an.

Ausstattung und Technik

Yamaha_RX-V681_PCBei den Anschlüssen und am Design des in Schwarz und Titanfarben erhältlichen RX-V681 hat sich im Vergleich zum Vorgänger RX-V679 (ein Modell RX-V680 gibt es nicht) dagegen kaum etwas verändert. Allerdings dürfen sich Vinyl-Hörer über den neu hinzugekommenen Phono-Eingang freuen. Gespart wurde leider an robusten Schraubterminals für die beiden Höhenboxen, stattdessen muss man mit kleinen Klemmen vorliebnehmen. Dank neun Paar Lautsprecher-Terminals kann man zu einem Paar Höhen- auch zwei Back-Rear-Boxen verkabeln, aufgrund nur sieben verbauter Endstufen sind jedoch je nach aktiviertem Klangprogramm nur zwei der vier Zusatzboxen aktiv. Wer sich auf ein 5.1-Set-up beschränkt, kann die verbliebenen Endstufen auch für die Beschallung eines zweiten Hörraums verwenden; alternativ stehen Pre-outs bereit. Zudem ist im Fünf-Kanal-Betrieb das Bi-Amping der Hauptlautsprecher möglich.

Alte Bekannte: Die dicht besiedelte Fernbedienung des RX-V681 kam schon beim Vorgänger zum Einsatz. Während die großen Volume-Tasten auch im Dunkeln zielsicher zu treffen sind, dürften die Tasten unten (darunter leider auch jene zur Dekoder-Auswahl) für viele zu klein sein.

Alte Bekannte: Die dicht besiedelte Fernbedienung des RX-V681 kam schon beim Vorgänger zum Einsatz. Während die großen Volume-Tasten auch im Dunkeln zielsicher zu treffen sind, dürften die Tasten unten (darunter leider auch jene zur Dekoder-Auswahl) für viele zu klein sein.

Die Konfiguration der Lautsprecher gelingt einfach, aber nicht perfekt: So lassen sich etwa die Höhen-boxen nur vorne, nicht aber mittig oder hinten definieren. Verbesserungspotenzial sehen wir auch bei der Lausprecher-Konfiguration mit ihren zu groben Distanzschritten von fünf Zentimetern (ein Zentimeter wären optimal). Positiv: Bot der Vorläufer nur eine zentral verwaltete Crossover-Frequenz, so kann man beim RX-V681 für jede Box einzeln die Trennfrequenz von 40 bis 200 Hertz einstellen. Gleichfalls neu: Der semiparametrische und zusätzlich zur Einmessung aktivierbare Equalizer greift jetzt auch beim Subwoofer, womit sich fast alle Lautsprecher in Frequenz, Pegel und Güte auf die Raumakustik bzw. den persönlichen Geschmack trimmen lassen – ,fast‘, weil trotz zwei Subwoofer-Pre-outs im Menü nur ein Krawallmacher regelbar ist, beide Ausgangsbuchsen erhalten also dasselbe Signal.

Der RX-V681 informiert gewissenhaft über eingehende (DTS:X 7.1.4) und ausgehende (5.1.2) Tonsignale.

Der RX-V681 informiert gewissenhaft über eingehende (DTS:X 7.1.4) und ausgehende (5.1.2) Tonsignale.

Der semiparametrische Equalizer regelt mit vier Bändern ab 15,6 Hertz nun auch den Subwoofer.

Der semiparametrische Equalizer regelt mit vier Bändern ab 15,6 Hertz nun auch den Subwoofer.

Yamahas Einmess-System YPAO R.S.C. arbeitet zuverlässig, unterstützt aber nur einen Messpunkt und auch die Winkel- bzw. Höhenmessung bleibt größeren Modellen vorbehalten. Zur Genüge vorhanden – 16 an der Zahl – sind dagegen Yamahas „Cinema DSP“-Raumklangprogramme für Film, Musik und Gaming, die sich in diversen Parametern wie Raumgröße, Nachhall und DSP-Pegel individuell anpassen lassen und sogar auf die Höhenlautsprecher wirken. Zur Cinema-DSP-Technologie gehört auch das Hören mit Surround- und Klangprogrammen via Kopfhörer, was Yamaha „Silent Cinema“ nennt. Neben den 3D-Upmixern Dolby Surround und DTS Neural:X, dagegen ist lobenswerterweise auch der 2D-Mixer DTS Neo:6 an Bord; die Dolby-Alternative  ProLogic IIx fehlt leider.

Video und Multimedia

Das Videoboard versteht 4K/60p-Signale samt High Dynamic Range (HDR) und leitet den erweiterten Farbraum BT.2020 durch. Zudem skaliert der AV-Receiver SD-/HD-Material auf 4K-Auflösung. Den für die UHD-Blu-ray wichtigen Kopierschutz HDCP 2.2 akzeptieren aber nur drei der sechs Eingänge sowie der HDMI-Ausgang. Auf einen Video-Equalizer muss man verzichten.

Auch wenn Dolby und DTS Konkurrenten sind, verhalten sich die Dekoder der Rivalen im Yamaha RX-V681 äußerst kollegial: So lassen sich sowohl reguläre DTS- als auch DTS:X-Tonsignale mit Dolbys Surround-Upmixer abspielen, umgekehrt können auch Dolby-Digital- und Dolby-Atmos-Quellen via DTS-Neural:X-Upmixer wiedergegeben werden. Ferner kann man zu jeder Signalquelle optional den DTS-Neo:6-Dekoder aktivieren.

Das Boxen-Setup des Yamaha RX-V681 unterstützt aufgrund seiner sieben Endstufen allerdings nur zwei Höhenboxen, die wahlweise als Front-Height („Höhe Front“), vordere Deckenlautsprecher („Lichte Höhe“) oder als Aufsatzboxen („Dolby Enabled SP“) für die Hauptlautsprecher definiert werden können; Pre-outs für größere Setups (5.1.4 bis 7.1.4) fehlen.

Der HD-Kern von DTS:X-Signalen kann auch via Dolby-Surround-Upmixer wiedergegeben werden.

Der HD-Kern von DTS:X-Signalen kann auch via Dolby-Surround-Upmixer wiedergegeben werden.

Umgekehrt gilt dasselbe: Den TrueHD-Kern von Atmos-Ton akzeptiert der DTS-Neural:X-Upmixer.

Umgekehrt gilt dasselbe: Den TrueHD-Kern von Atmos-Ton akzeptiert der DTS-Neural:X-Upmixer.

3D-Ton: Höhenboxen können als Höhe-Front sowie vordere Decken- oder Aufsatzboxen definiert werden.

3D-Ton: Höhenboxen können als Höhe-Front sowie vordere Decken- oder Aufsatzboxen definiert werden.

Auf Multimedia-Seite punktet der RX-V681 mit Yamahas vielseitigem Multiroom-System „Music-Cast“. Darüber hinaus findet man ein gelungenes Web-Radio sowie die Streaming-Dienste „Juke“, „Napster“ und „Spotify“. Musik findet ihren Weg auch über Bluetooth, AirPlay, DLNA, WiFi-Direct und iPod-Direktanschluss in den Receiver, der Media-player akzeptiert über USB neben den gängigen Formaten auch hochauflösende Dateien wie FLAC, WAV, AIFF und DSD (5.6MHz), er verweigert allerdings Mehrkanal-Musik. Die Bedienung kann alternativ auch über Yamahas „AV Controller“- sowie die „MusicCast“-App erfolgen.

Ordentlich bestückt: Sechs (einer vorn) HDMI-Eingänge und ein Ausgang sind für normale Heimkinos mehr als ausreichend, HDCP 2.2 akzeptieren aber nur drei Eingänge. Neben vier Digitaleingängen sowie vier Paar analogen Cinch-Buchsen gibt es auch einen Phono-Eingang. Suboptimal: nur kleine Klemmterminals für die beiden Höhenboxen.

Ordentlich bestückt: Sechs (einer vorn) HDMI-Eingänge und ein Ausgang sind für normale Heimkinos mehr als ausreichend, HDCP 2.2 akzeptieren aber nur drei Eingänge. Neben vier Digitaleingängen sowie vier Paar analogen Cinch-Buchsen gibt es auch einen Phono-Eingang. Suboptimal: nur kleine Klemmterminals für die beiden Höhenboxen.

Tonqualität

Bei der Leistungsmessung überraschte der RX-V681 mit viel Power und distanzierte sich deutlich von seinem Vorgänger RX-V679: So kletterte im 5.1-Betrieb und an 6-Ohm-Last die Leistung von mageren 47 auf hohe 104 Watt, an 4 Ohm von 68 auf gute 81 Watt. Im 7.1-Test legte der Yamaha von 42 auf 79 Watt (6 Ohm) sowie von 58 auf 82 Watt (4 Ohm) zu. Entsprechend fällt die Punktzahl deutlich höher aus als beim Vorgänger.

Zu Beginn unseres Hörtests rotierte einmal mehr Steely Dans erstklassiger Mehrkanalmix von „Two Against Nature“ im Player, den der Yamaha auch ohne Subwoofer druckvoll und in den Höhen feinauflösend zu Gehör brachte. Die Einmessung erkannte unsere kleinen Surround–Boxen fälschlicherweise als „Groß“, lieferte sonst aber plausible Werte. Die automatisch ermittelte EQ-Kurve „Natürlich“ hob die Höhen für mehr Durchzeichnung etwas an, klang aber auch bei hohen Pegeln nicht unangenehm – entgegen der „Linear“-Kurve, die es beim Hochton übertrieb. Die Wassertank-Szene aus „Divergent“ von der DTS-Demo-Disc 2015 spielte dank DTS:X-Ton enorm räumlich und ließ die Wasser-massen von allen Seiten blubbern.

Im Stereo-Betrieb behielt der RX-V681 sein Temperament bei und klang straff, präzise, druckvoll und musikalisch. Der „Enhancer“ hebt ähnlich einer Loudness-Funktion Bässe und Höhen an, was besonders dynamikreduzierter Musik zugute kommt und sie lebendiger klingen lässt.   

650 Euro: Der in Schwarz und Titanfarben erhältliche Yamaha RX-V681 decodiert Dolby Atmos- sowie DTS:X-Tonsignale bei Auslieferung. Die Front besteht aus Kunststoff, die vordere HDMI- und USB-Buchse sind praktisch.

650 Euro: Der in Schwarz und Titanfarben erhältliche Yamaha RX-V681 decodiert Dolby Atmos- sowie DTS:X-Tonsignale bei Auslieferung. Die Front besteht aus Kunststoff, die vordere HDMI- und USB-Buchse sind praktisch.

 Yamaha_RX-V681_Wertung

AuVi_AWARD-Testsieger

Der Testbericht Yamaha RX-V681 (Gesamtwertung: 78, Preis/UVP: 650 Euro) ist in audiovision Ausgabe 8-2016 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

78 gut

Der Yamaha RX-V681 punktet mit Dolby Atmos und DTS:X, voller 4K-Funktionalität sowie einer umfangreichen Ausstattung. Dank hoher Leistungswerte reicht es diesmal sogar für den ersten Platz, auch wenn er sich den mit dem Denon teilen muss.

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